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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
KI-Ära: Wie Agenturen ihre Unternehmensarchitekturen anpassen müssen
20.02.2026 Für Marketing-, Digital- und Kreativagenturen ist KI mehr als ein strategisches Randthema - eine Studie kommt zum Ergebnis, dass Target Operating Models auf den Prüfstand gehören.
Wer als Dienstleister Kampagnensteuerung, Datenanalyse, Kreation und Technologie nicht nahtlos verzahnt, riskiert Effizienzverluste, sinkende Margen und Wettbewerbsnachteile.
Steigender Zeit- und Ergebnisdruck für Dienstleister
"Organisationen können sich nicht länger auf statische Modelle verlassen, die für vorhersehbare Rahmenbedingungen geschaffen wurden", erklärt Tobias Liebscher, Partner bei BearingPoint. "Unsere Studie zeigt, dass zukunftsfähige Unternehmen grundlegend neu darüber nachdenken, wie Arbeit organisiert und umgesetzt wird. Sie gestalten ihre Organisationsmodelle so, dass Teams schneller handeln, effektiver zusammenarbeiten und Künstliche Intelligenz gezielt einsetzen können, um sowohl bessere Entscheidungen zu treffen als auch den Mehrwert für Kundinnen und Kunden zu steigern." Gerade Agenturen stehen unter enormem Zeit- und Ergebnisdruck. Kundinnen und Kunden erwarten datengetriebene Strategien, personalisierte Ansprache und messbare Resultate - häufig in immer kürzeren Kampagnenzyklen. Klassische Silostrukturen zwischen Kreation, Media, Strategie und Technologie werden dabei zunehmend zum Bremsklotz.Die Studie zeigt, dass Unternehmen ihre Organisationsstrukturen, Entscheidungsprozesse, Kompetenzen und Abläufe neu ausrichten, um schneller reagieren und neues Wertschöpfungspotenzial erschließen zu können. Gleichzeitig hat bislang nur ein kleiner Teil der Organisationen seine Struktur vollständig so aufgestellt, dass sie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Echtzeit-Entscheidungen wirksam unterstützt.
Viele Führungskräfte berichten zwar von Fortschritten bei Strategie und Investitionen. Doch Defizite in Governance-Strukturen, unklare Verantwortlichkeiten, Fachkräftemangel und mangelnde funktionsübergreifende Zusammenarbeit begrenzen weiterhin die Wirkung der Transformationsmaßnahmen. Für Agenturen bedeutet das konkret: Tools allein steigern weder Kreativität noch Performance, wenn Prozesse und Rollen nicht klar definiert sind. 69 Prozent der Befragten nennen neue Technologien und Künstliche Intelligenz als zentralen strategischen Impuls für die Neugestaltung ihres Operating Models. 49 Prozent verweisen zusätzlich auf veränderte Kundenerwartungen. Auftraggeber fordern heute Transparenz, datenbasierte Argumentation und klare Leistungsnachweise.
Zugleich steigen die Anforderungen an Compliance, Nachhaltigkeit und Transparenz. Agenturen müssen daher nicht nur kreative Exzellenz liefern, sondern auch saubere Datenprozesse, nachvollziehbare Reportingstrukturen und verantwortungsvolle Technologieeinsätze sicherstellen.
Führungskräfte erkennen zunehmend, dass Transformation nur mit den Mitarbeitenden gelingt. Mitarbeiterentwicklung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und kultureller Wandel gelten als entscheidende Erfolgsfaktoren, zählen jedoch zu den Bereichen mit den geringsten Fortschritten. Der Aufbau von Datenkompetenz, technologischer Expertise und prozessorientiertem Denken ist für viele Organisationen noch nicht ausreichend entwickelt. Für Marketing- und Digitalagenturen ist das kritisch: Wer Künstliche Intelligenz einsetzen will, braucht nicht nur Software, sondern Teams, die Daten interpretieren, Modelle steuern und kreative Impulse strategisch einordnen können. Obwohl sich 70 Prozent der Befragten gut auf künftige Anforderungen vorbereitet sehen, geben lediglich vier Prozent an, dass ihr Organisationsmodell vollständig auf die strategischen Ziele ausgerichtet ist.
Zu den größten Hemmnissen zählen fehlende Daten- und Analysefähigkeiten, unzureichende technologische Infrastruktur, Fachkräftemangel sowie ein fehlender Veränderungswille in der Führungsebene.
Organisationen mit hoher Reife ihres Operating Models zeichnen sich durch eine klar formulierte Strategie aus, die sich konsequent in Strukturen und Prozessen widerspiegelt. Hinzu kommen unternehmensweite Governance- und Steuerungssysteme sowie integrierte Daten- und Technologiearchitekturen, die Skalierbarkeit und Effizienz ermöglichen. Diese Unternehmen agieren schneller, treffen klarere Entscheidungen und verzahnen Strategie und operative Umsetzung eng miteinander.
Wettbewerbsfähigkeit entsteht aus Organisationsmodellen
"Technologie ist nur ein Teil der Transformationsgeschichte", so Tobias Liebscher. "Erfolgreiche Organisationen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Sie bringen Struktur, Prozesse, Menschen und Unternehmenskultur in Einklang, damit Künstliche Intelligenz und Daten nachhaltige Ergebnisse liefern können. Die Zukunft gehört jenen Unternehmen, die ihr Target Operating Model auf Anpassungsfähigkeit ausrichten, nicht allein auf Effizienz." Für Marketing- und andere Agenturen ist die Botschaft eindeutig: Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht allein durch kreative Ideen oder neue Tools, sondern durch ein Organisationsmodell, das Geschwindigkeit, Datenorientierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit systematisch ermöglicht."Unternehmen, die jetzt handeln, schaffen die Voraussetzungen, um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in messbaren Geschäftsnutzen zu übersetzen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und unternehmensweite Skalierbarkeit zu erreichen. Wer zögert, riskiert zurückzufallen, denn Geschwindigkeit, Datenorientierung und funktionsübergreifende Zusammenarbeit werden künftig die entscheidenden Treiber der Unternehmensperformance sein", resümiert Tobias Liebscher. Für Agenturen heißt das: Wer seine Strukturen heute konsequent modernisiert, schafft die Grundlage für profitables Wachstum, stärkere Kundenbindung und nachhaltige Differenzierung im Markt.
