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Krise und Lebenshaltung

Drei von fünf Arbeitnehmenden reicht Gehalt nicht, um Lebenshaltungskosten zu decken

13.10.2022 80 Prozent der Befragten machen sich jetzt mehr Sorgen als noch vor sechs Monaten, ob sie genug Geld verdienen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Ein Drittel der deutschen Arbeitnehmenden (34 Prozent) macht sich jetzt mehr Sorgen, ihren Job zu verlieren, als noch vor sechs Monaten.

 (Bild: Bernd Kasper/Pixelio)
Bild: Bernd Kasper/PIXELIO
Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten geprägt ist, blicken viele Arbeitnehmende in Deutschland sorgenvoll in die Zukunft. Dies ergab eine Studie von Glassdoor zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , einem Anbieter von Informationen über Arbeitsplätze und Unternehmen. Die Umfrage ergab, dass sich vier von fünf Befragten (80 Prozent) jetzt mehr Sorgen darüber machen als noch vor sechs Monaten, ob sie genug Geld verdienen, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken.

Drei von fünf Studienteilnehmende (65 Prozent) gaben sogar an, dass ihr aktuelles Gehalt bereits jetzt nicht mehr ausreiche, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Rund zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) würden als Konsequenz daraus einen Jobwechsel in Erwägung ziehen, um ihr Einkommen zu erhöhen. Ein Drittel der Befragten (34 Prozent) ist zudem besorgter darüber, den Job zu verlieren, als noch vor sechs Monaten, was eine doppelte Belastung darstellt - denn durch den Jobverlust wäre auch die Deckung der Lebenshaltungskosten nicht mehr sichergestellt.

In wessen Verantwortung liegt die Unterstützung der Arbeitnehmenden? Vor allem im Hinblick auf den höheren Energieverbrauch im Winter stellt sich bereits jetzt die Frage, ob und wie Arbeitgebende ihre Mitarbeitenden finanziell entlasten können. Aktuell sind 35 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihr Arbeitgeber sich nicht um ihr finanzielles Wohl kümmert. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass nur eine und einerr von fünf Befragten (19 Prozent) ihren Arbeitgebenden in der Verantwortung sehen, einen Ausgleich für die gestiegenen Kosten zu bieten.

Mit 74 Prozent sieht die Mehrheit die Regierung in der Pflicht, für Unterstützung zu sorgen. Generell sehen mehr Berufstätige aus der Gen Z (18 bis 24 Jahre) den Arbeitgebenden in der Verantwortung, die eigenen MitarbeiterInnen zu unterstützen als in anderen Altersgruppen: 30 Prozent der Befragten der Gen Z sehen diesen in der Hauptverantwortung, während es bei den 35- bis 44-Jährigen gerade mal 11 Prozent sind. Die Ergebnisse zeigen gleichzeitig, dass in allen Altersgruppen die Mehrheit der Meinung ist, dass die Regierung die Hauptverantwortung trägt: Während sechs von zehn (61 Prozent) der Befragten der Gen Z finden, dass die Regierung hier die Hauptverantwortung trägt, sind es bei den 35- bis 44-Jährigen sogar acht von zehn (83 Prozent).

Welche Unterstützung wünschen sich Arbeitnehmer:innen von ihren Arbeitgebenden? Auch wenn ein Großteil der Befragten die Regierung in der Hauptverantwortung sieht, gibt es dennoch Möglichkeiten, wie Arbeitgebende ihre Mitarbeitenden in der momentanen Zeit unterstützen können. Laut der Umfrage sind die mit Abstand hilfreichsten Maßnahmen für die befragten Arbeitnehmenden monetär: Mit 91 Prozent findet die überwiegende Mehrheit eine dauerhafte Gehaltserhöhung hilfreich.

Sieben von zehn Befragten (73 Prozent) halten die Auszahlung eines einmaligen Bonus für sinnvoll. Auch die Übernahme bestimmter Kosten durch den Arbeitgebenden (wie Telefon, Internet, Fahrtkosten) würde mit 85 Prozent der Befragten eine große Mehrheit begrüßen. Sonstige Unterstützungsmaßnahmen wie Kinderbetreuung vor Ort finden im Vergleich dazu nur 45 Prozent der Befragten hilfreich. Einige Arbeitgebende haben sogar bereits auf die angespannte Situation reagiert: Drei von zehn der Befragten (31 Prozent) haben einen einmaligen Bonus von ihrem Arbeitgeber erhalten. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragten hat angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten eine dauerhafte Gehaltserhöhung erhalten.

43 Prozent der Befragten gaben hingegen an, in den letzten sechs Monaten keine Unterstützung erhalten zu haben und mit 73 Prozent ist die Mehrheit der StudienteilnehmerInnen der Meinung, ihr Arbeitgeber müsse mehr tun, um Mitarbeitende in der aktuellen Situation zu unterstützen. Dabei liegt die Unterstützung der Mitarbeitenden auch im Interesse der Arbeitgebenden, um Talente in Zeiten des Fachkräftemangels zu halten. Immerhin gaben 72 Prozent der Befragten an, bei ihrem jetzigen Arbeitgeber bleiben zu wollen, wenn er ihnen Unterstützung zur Deckung der gestiegenen Lebenshaltungskosten anbieten würde.
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