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Interaktiv-Trends 2025/2026: So wird die Agenturlandschaft aussehen

03.01.2025 Welche Trends werden die Landschaft der Digitalagenturen in den kommenden Jahren beeinflussen? iBusiness hat das Internetagentur-Ranking 2024 ausgewertet, um diese Frage zu beantworten.

 (Bild: Sebastian Halm/Midjourney)
Bild: Sebastian Halm/Midjourney
Die wirtschaftlichen Entwicklungen im Agenturmarkt 2024 lassen tiefgreifende Veränderungen für die kommenden Jahre erwarten. Das Ranking der deutschen Full-Service-Digitalagenturen (siehe iBusiness: Internetagentur-Ranking 2024: Marktwachstum gerät ins Stocken") zeigt sowohl Wachstumsfelder als auch Herausforderungen auf, die die Branche in den kommenden Jahren prägen werden. Insbesondere die Konzentration auf wenige Großagenturen und die Verschiebung hin zu Plattformgeschäftsmodellen deuten auf eine Neuordnung der Agenturlandschaft hin. Die wichtigsten Trends:

Dominanz der Top-Agenturen nimmt zu

Bereits 2024 vereinten die zehn umsatzstärksten Digitalagenturen 54,9 Prozent des Branchenumsatzes (1,363 Milliarden Euro) - ein signifikanter Anstieg gegenüber den 43,5 Prozent im Vorjahr. Diese Entwicklung wird sich vermutlich fortsetzen. Die wachsende Konzentration bei den Top-Agenturen birgt jedoch Herausforderungen für die mittleren und kleineren Anbieter. Die Top 50 der Branche erwirtschaften bereits 89,6 Prozent des Gesamtumsatzes, was den Wettbewerb um Nischenmärkte und spezialisierte Dienstleistungen verschärft.

Plattformgeschäft als Wachstumstreiber

Plattformlösungen sind der Wachstumssektor der Zukunft, während der klassische ECommerce-Bereich schrumpft (-15,1 Prozent in 2024). Jan Linketscher, Geschäftsführer der i22 Digitalagentur, erläutert: "Das Plattformgeschäft wächst derzeit vor allem durch Digitalisierungsinitiativen im B2B-Bereich. Gleichzeitig treiben neue Servicemodelle, Customer-Experience-Optimierungen und die Vertriebsstrategien der Tech-Anbieter den Wechsel auf neue Plattformen in regelmäßigen Zyklen voran." Der Fokus auf Plattformen wird auch durch den Innovationsdruck in Sektoren wie Automotive und Fertigungsindustrie befeuert, wo digitale Ökosysteme und nachhaltige Lösungen immer gefragter werden.

Druck auf kleine und mittelständische Agenturen

Während große Netzwerkagenturen ihren Vorsprung ausbauen, stehen kleine und mittelständische Anbieter vor Herausforderungen. Der durchschnittliche Umsatz einer mittelgroßen Digitalagentur (ohne die Top Ten) liegt bei 8,5 Millionen Euro, mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 113.400 Euro. Die wachsende Diskrepanz macht eine klare Spezialisierung und regionale Fokussierung notwendig. Agenturen wie queo nutzen dies als Chance: "Unser hoher Anteil an öffentlichen Auftraggebern, insbesondere Krankenversicherungen mit langlaufenden Mandaten, schützt uns vor Marktschwankungen", so André Pinkert, Geschäftsführer von queo GmbH.

Veränderung der Geschäftsmodelle

Das Agenturgeschäftsfeld "Digitale Transformation, Strategie und Beratung" verzeichnete 2024 einen Umsatzrückgang von 25,5 Prozent. Die Nachfrage verschiebt sich hin zu skalierbaren, technikgetriebenen Lösungen. Gleichzeitig wird das Plattformgeschäft stärker als "Must-have" etabliert. Frank Ladner, CTO der Syzygy Group, beschreibt die neuen Prioritäten: "Insbesondere unser Angebot im Technologiebereich sowie die Konzeption und der Betrieb digitaler Plattformen haben dazu beigetragen, unsere Position zu festigen."

Attraktivität als Arbeitgeber wird entscheidend

Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen. Uwe Tüben, CEO von valantic cx, hebt hervor: "Dass wir mit unserer Employer Brand auch 2023 viele neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen konnten, ist der Grundstein für ein weiterhin erfolgreiches Wachstum." Agenturen, die innovative Arbeitsmodelle und attraktive Bedingungen schaffen, werden im Wettbewerb um Talente langfristig erfolgreicher sein.

Technologie und Nachhaltigkeit im Fokus

Die Integration von Künstlicher Intelligenz, Cloud-Lösungen und Composable-Commerce-Ansätzen wird weiter an Bedeutung gewinnen. Markus Cansever, Geschäftsführer von Valtech Germany, betont: "Gerade in der Fertigungsindustrie und im Bereich Automotive konnten wir schon lange eine Notwendigkeit nach nachhaltigen, menschenzentrierten digitalen Lösungen beobachten." Cansever spricht damit gleich Trends an: Einerseits einen Nachholbedarf im industriellen Sektor, der insbesondere nachhaltige Aspekte adressiert.

Zentralisierung als Erfolgsfaktor

Die deutsche Agenturlandschaft wird von einer zunehmenden Konzentration bei Großagenturen, einem wachsenden Fokus auf Plattformlösungen und technologischen Innovationen geprägt sein. Nachhaltigkeit und spezialisierte Dienstleistungen bieten Chancen für kleinere Anbieter. Gleichzeitig ist die Fähigkeit, talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden, ein zentraler Erfolgsfaktor. Unternehmen, die mit Digitalagenturen zusammenarbeiten möchten, sollten diese Trends bei der Auswahl ihrer Partner im Auge behalten.
Thema: Interaktiv-Trends 2025/2026: So wird die Agenturlandschaft aussehen

Kommentar von Dominik Grollmann

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Dominik Grollmann, Analyst iBusiness (Timo Bierbaum)
Bild: Timo Bierbaum
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