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Die Todesliste Deutscher Startups 2010
22.07.2010 Nicht jedes Start-up kommt durch. Die Neu-Unternehmen, die im ersten Halbjahr 2010 ins Nirvana 2.0 gingen, zeigen, welche Marktkonzepte zur Zeit eher nicht so gut funktionieren. Eine Übersicht.
- Bailamo
Die poppige 3D-Flirtwelt Bailamo ging im April 2010 per Insolvenz unter. Per Maus oder Tastatur konnte man sein virtuelles Ebenbild durch eine Insel-Traumwelt navigieren. Die virtuelle Welt sMeet sicherte sich die Domain.
- CoupoMania
Der Groupon -Klon CoupoMania startete Anfang Dezember 2009 in Hamburg. Anders als bei Groupon gab es bei CoupoMania neue Aktionen zunächst nur im Wochentakt. Wenige Wochen später gaben die CoupoMania-Macher bereits auf, weil der Regionalrabatt-Markt zu überlaufen sei.
- Dealstreet
Mitte Mai 2010 ging der Entertainment-Shoppingdienst Dealstreet vom Netz wegen Insolvenz.
- Luupo
Die Schnäppchen-Community Luupo ging im Sommer 2007 an den Start. Durch den Einsatz von Luupos (die man käuflich erwerben musste) konnte jeder Nutzer den Preis seines Wunschartikels um 40 Cent senken. Gleichzeitig wurde mit jeden Einsatz der Preis angezeigt. Trotz großer Euphorie ging das Konzept nicht auf. Im Oktober 2009 ging Luupo unter der neuen Führung wieder ans Netz. Im Sommer 2010 folgte das Aus: Der Freistaat Bayern untersagte den Betrieb wegen Glücksspiel-Bedenken.
- mybrands
Beim Outlet-Shop Mybrands gingen im Mai 2010 die Lichter aus. Kurz darauf übernahm Zalando das Start-up. Zalando und mybrands gehören beide der Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet der Samwerbrüder Alexander , Marc und Oliver .
- new.fm
Ganz leise verabschiedete sich das Start-up youmix, welches zuletzt das dezentrale Online-Musikmagazin new.fm betrieb, im Frühjahr 2010 aus dem Netz. Wie das Amtsgericht Charlottenburg mitteilte, wurde die Gesellschaft aufgelöst.
- Rabattschlacht
Im Mai 2010 segnete der Entertainment-Shoppingdienst Rabattschlacht das Zeitliche. Beim Shoppingdienst waren die Preise zunächst verdeckt. Das Aufdecken des Preises kostete 90 bzw. später 80 Cent. Der Preis des Produktes wurde dabei um 50 Cent gesenkt. Mehrmals bastelten die Macher am Konzept - letztlich wohl erfolglos.
- Reduti.de
Startschuss für das Groupon-Konzept war Anfang Februar 2010. Durch die Verknüpfung der Groupon-Idee mit Stadtguide und Ratgeberportal sowie die Qualität der Deals wollten sich Reduti von den vielen Konkurrenten absetzen. Ende Juni übernahm DailyDeal den kleinen Konkurrenten.
- Saftfabrik
Die Saftfabrik machte im Juni 2010 dicht. Aus rund 30 Zutaten konnten Kunden sich in der Saftfabrik ihren individuellen Saft mixen oder fertige Mischungen - teuer - kaufen. Der hohe Preis war wohl ausschlaggebend für das Scheitern des zunächst in Berlin, später bundesweit betriebenen Shops.
- Tagcrumbs
Tagcrumbs wurde im Marz 2009 als "Internetplattform zum Markieren von Plätzen für webbasierte und mobile Anwendungen" gestartet. Im Mai 2010 war Schluss - mangels Geschäftsmodell.
- Taschenreich
Das Ende 2008 gegründete Start-up Fashionette , ein Online-Verleih für Handtaschen, Abendkleider, Schmuck und Sonnenbrillen, schluckte den 2006 gestarteten Mitbewerber Taschenreich im Januar 2010. Als der erste deutsche Anbieter in diesem sehr speziellen Segment erfuhr Taschenreich ebenso wie der ebenfalls 2006 gestartete Konkurrent Luxusbabe eine extrem hohe mediale Aufmerksamkeit.
- Teambon
Der kleine Groupon-Klon Teambon verschwand Ende Februar 2010 vom Markt. Konkurrent DailyDeal übernahm. Teambon war in Augsburg aktiv. Die Universitätsstadt soll danach als Pilotstandort für mittelgroße DailyDeal-Städte fungieren.
- Triphunter
Im März 2010 schluckte Brands4friends den Reiseclub Triphunter . Das Start-up bot sämtliche Reisen zeitlich limitiert und in begrenzter Stückzahl an. Für brands4friends-Chef Christian Heitmeyer war die Übernahme ein nächster Schritt zur Umsetzung seiner ambitionierten Expansionsziele ins Touristik-Segment. Im Vergleich zum Schwergewicht Brands4friends war der Reiseclub ein Leichtgewicht. Vor allem an Reichweite mangelte es TripHunter.
- Zum einen ist ein ECommerce-Konzept bei fast allen Wagniskapitalisten ideal fürs Portfolio, sie werden also gerne und oft gegründet und finanziert;
- zum anderen ist eine Konsolidierung im E-Commerce-Markt Deutschlands für viele Experten seit Jahren überfällig.
