Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Was ist Deine Digitalagentur wert? Agenturwert berechnen
Sechs Zahlen aus der BWA genügen, um herauszufinden, was aktuell Deine Agentur wert ist und welche Faktoren den Wert beeinflussen.
Agenturwert berechnen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Abruf exklusiv für Premium-Mitglieder

Duzen oder Siezen: Das denkt die Interaktivbranche

02.03.2020 In der Interaktivbranche ist das vertraute 'Du' schneller ausgesprochen als in vielen anderen Bereichen des Geschäftslebens. Aber ist das so eine gute Idee? Wir haben die Branche gefragt.

Duzen ist eine Form von Nähe - und kann als ähnlich unangemessen empfunden werden wie ungewollte Nähe. (Bild: OpenClipArt-Vectors / Pixabay)
Bild: OpenClipArt-Vectors / Pixabay
Duzen ist eine Form von Nähe - und kann als ähnlich unangemessen empfunden werden wie ungewollte Nähe.

HANDLUNGSRELEVANZ

 
Operativ
Strategisch
Visionär
Technik
Medien
Wirtschaft
 
heute
morgen
übermorgen
Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Starke Meinungen, aber kein Konsens - Sie- und Du-Wort spalten die Branche
iBusiness hat auf Facebook   die Gretchenfrage der Interaktivbranche-Manieren gestellt: "Generelles "Du"? Generelles "Sie"? Malsomalso? Wie haltet Ihr das im Geschäftsleben?" - und zahlreiche Branchenvertreter haben geantwortet. Eine pauschale Antwort geben bei weitem nicht alle Teilnehmer - aber insgesamt liegt das Du mit einem leichten Vorsprung vorne: Sechzig Prozent sind generell per Du, knappe 40 Prozent bevorzugen erstmal ein formelles Sie. Doch ganz so einfach will es sich nicht jeder machen.

Auf die Frage Du oder Sie zieht sich Niels Dahnke, Head of SEO bei der Suxeedo GmbH   , mit einem Ausweichmanöver aus Freiherr von Knigges Schusslinie und antwortet: "Ja".

Das ist allerdings dem nach Orientierung dürstenden Digitalarbeiter keine rechte Hilfe - mehr arbeiten kann man da schon mit den regionalen Entscheidungshilfen, wie sie etwa Jan Eppers, Geschäftsführer Agentur Frische Fische  , anbietet: "In Frankfurt, Düsseldorf und München = Sie. Sonst Du." Zumindest der Aussage über die Formalität in der rheinischen Karnevalsmetropole mag André Koegler, Performance Consultant, SIP.marketing  , nicht recht zustimmen und warnt vor Exilierung: "Wenn Du in Düsseldorf ein förmliches 'Sie' anfängst, schicken Sie Dich nach Köln." Das käme der Höchststrafe gleich für einen Eingeborenen der Gemeinde, die der Domstadt in liebevoller Feindschaft verbunden ist.

Jürgen Kübler, Leiter Management Digital Channels Market Die Schweizerische Post  , will im Duzen etwas gefunden haben, in dem die Schweizer angeblich schneller sind als ihre Nachbarn aus der gerne als 'Nordkanton' verspotteten Wirtschaftsmacht: "Gefühlt: In der Schweiz nach 2 Min Du. In Deutschland nach 5 Jahren immer noch Sie."

Fünf nutzlose Fakten zum Duzen/Siezen
  • Duzen ist arbeitsrechtlich per se keine Beleidigung, erst bewusst und länger als Mittel zur Herabwürdigung eingesetzt verstößt es gegen das Persönlichkeitsrecht (Quelle  )
  • Beamte zu duzen indes kann sehr schnell eine Beleidigung sein - es sei denn, man ist Dieter Bohlen, der per Gerichtsbeschluss bußgeldfrei duzen darf. Weil er ja sowieso alle duzt, so die Richter (Quelle  )
  • Das 'Sie' des 16 Jahrhunderts war die dritte Person Plural: "Kann er mir noch Toner aus dem Materiallager holen?" war damals also eine vollkommen zulässige Höflichkeitsform (https://www.deutschlandfunkkultur.de/hoeflichkeitsformen-die-falsche-naehe-des-du.976.de.html?dram:article_id=417353). Im 17. und 18. Jahrhundert war die Anrede mit Er, das Erzen, vor allem da, um Standesgefälle auszudrücken (Quelle  )
  • Den Weltrekord im gleichzeitigen Du-Anbieten stellte seinerzeit Otto-Group-Chef Hans-Otto Schrader auf: 53.000 Mitarbeiter im Februar 2018 bot er gleichzeitig an, ihn nunmehr 'Hos' zu nennen (Quelle  )
  • Nur 8 Prozent von knapp 5.000 Befragten sind in einer Appinnio-Umfrage   der Meinung, dass das Siezen abgeschafft gehört
  • Nicht geografische Distanzen, sondern inhaltliche Kriterien machen für Media-Berater Ralf Scharnhorst von Scharnhorst Media   den Orientierungsmaßstab aus: "Aktuell echt schwierig: international, jung, Online-Branche: Du. Je nach Entfernung davon: Sie." Viele gehen pauschal erst einmal auf Nummer sicher und starten mit einem 'Sie', dem aber durchaus ein implizites Verfallsdatum eingebaut ist: Alexander Markert, Inhaber der MMC Markert Management Consulting  , sagt: "Erstmal immer Sie - gebietet schon die Höflichkeit." Ähnlich geht Georg Konjovic, Founder / CEO EV Angels GmbH  , vor: "Erster Satz 'Sie', dann ganz schnell 'Du'." Und den Dialog sucht Du-Fan André Koegler: "Bei Unsicherheit direkt im Erstgespräch offensiv klären, damit die Fronten klar sind."

    Eine elaborierte Antwort kommt von Tibor Bauer, Affiliate Consultant: "Ich habe eine altmodische Einstellung. Du ist für mich Augenhöhe. Ein Azubi muss sich das 'Du' verdienen. Es hat was mit Respekt zu tun. Ich reagiere echauffiert wenn das 'Du' gerade von Schulabgängern als normal angesehen wird. Und genauso halte ich es auch im Gespräch. Wenn ich finde dass mein Gegenüber ein 'Sie' verdient, weil ich respektvoll sein will, dann nutze ich das auch. Zu späterem Zeitpunkt kann man switchen. Wie gesagt es ist vielleicht eine überholte, altmodische Einstellung, aber ich finde es gibt einige Sachen die immer gelten und entdecke aus der Vergangenheit immer mehr Ansichten auf die ich gerne Wert legen möchte."

    Auch Norbert Nordbergh Diedrich, Communication Consultant and Copywriter  , mag und lebt den Unterschied: "Manches "You" und "You" weist größere Unterschiede auf, als ein "Sie" und "Du". Das ausschließliche "Du" können viele gar nicht.
    Ich mag und lebe die Unterscheidung, denn sie ist sprachlich verwurzelt und sollte niemanden an seine/ihre intellektuellen Grenzen führen. Sie vereinfacht aus meiner Sicht den Umgang miteinander - sie ist benutzerfreundlich. ABER es sind natürlich 2 Wörter statt nur 1.
    Bonus: Man kann so manche Leute in den richtigen Situationen mit einem "Du" viel besser treffen, als mit einer Beleidigung.
    So halte ich es im Privat- wie im Geschäftsleben.

    Damit braucht man indes Dorin Popa, Blogger and Bouncer   nicht zu kommen: "Du. Das Sie kommt kurz vor der Schlägerei." Dann kann er immerhin konfliktfrei bei Constantin Rehbergs Arbeitgeber einchecken, denn der Chief Digital Officer, prizeotel - THE ECONOMY HOTEL   erklärt: "Wir sagen im Hotel zu allen Gästen du!"

    Karin Falkenberg, Museumsleiterin im Spielzeugmuseum Nürnberg  , nutzt das Alter als Maßstab "Ü50: Sie - U50: du.". Dagegen zählt für Chris Szepanski , CEO der EffektX UG  , vor allem die Konsistenz im Gebrauch: "Egal wie, dann aber immer gleich, falls wir über den Einsatz formeller oder informeller Ansprache auf einer Website sprechen."

    Christof Fischoeder, Fischoeder Kommunikationsberater  , beweist ein Herz für Akademiker, verlangt aber im Austausch bedingungsloses Duzen : ""Wie Du es willst, für Dich aber immer noch Du, Herr Dr." Und Thomas Koch, Geschäftsführer und Gesellschafter, Kongress Media  , bewundert die Trinkfestigkeit der Manieren mancher Nachwuchs-Manager: "Branchenabhängig - gerade an der Hotelbar zwei jüngere Kollegen aus der Baustoffbranche gesehen die sich auch nach dem x-ten Bier hartnäckig siezten."

    Wenn auch der Branchenkonsens mit leichter Mehrheit zum Digital-Du tendiert, gibt es nach wie vor genug Menschen, die auch unter Alkoholeinfluss den Wunsch nach formeller Ansprache respektieren - es ist also nicht verkehrt, die Du/Sie-Frage zu Anfang offen abzuklären. Tut ja nicht weh.
    Thema: Duzen oder Siezen: Das denkt die Interaktivbranche

    Kommentar von Sebastian Halm

    Die sichere Seite

    Du oder Sie? Wirklich sicher ist man nur auf einer Seite.

    Weiterlesen
    iBusiness-Analyst Sebastian Halm (Timo Bierbaum)
    Bild: Timo Bierbaum
    Neuer Kommentar  Kommentare:
    Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
    alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
    Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: