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GenAI im Marketing

Und... rankt KI-Schrott immer noch besser als hochwertiger SEO-Content?

23.04.2025 KI-Inhalte besiegen oft organischen Content bei Google. Wenn das so bleibt, gehört die Zukunft der Maschinen-Kommunikation. Was Agenturen wissen müssen.

 (Bild: Sebastian Halm/Gemini (KI-generiert))
Bild: Sebastian Halm/Gemini (KI-generiert)

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TL;DR
Content-Produktion wird zunehmend automatisiert, die Agentur-MitarbeiterInnen wandern von der Produktions- auf die Kundenseite.
"AI-Content rankt wie die Hölle", Severin Lucks, Geschäftsführer der Onlinemarketing-Beratung und SEO-Agentur Delucks GmbH   , kann es, frisch aus einem Seminar zurück, das er für KundInnen abgehalten hat, nicht anders sagen: "Das Interesse an KI-Sprach- und Text-Generatoren ist groß und der damit erstellte Content rankt einfach super." Er selbst versuche im Angesicht von Chartstürmern aus der Maschine vor allem eines: Resilient, also ruhig zu bleiben - keine Panik, sondern ein konstruktives Nutzen der Maschine. Was aber genau soll positiv dran sein, wenn die Produkte aus der Algorithmen-Fabrik nun besser abschneiden als das, was die Redaktionen herstellen? Überraschenderweise eine ganze Menge - nicht nur für die KundInnen, auch für die Agenturen gibt es hier Potenzial.

Der Inhaber der Berliner SEO-Agentur Seomaxx   , Michael Pauls, etwa checkt ganz nüchtern, was eine KI für ihn tun kann - dass der KI-Content grundsätzlich besser rankt, kann er nicht hundertprozentig unterschreiben, es komme drauf an: "Wenn man die Basis per KI generieren lässt und den Text anschließend manuell optimiert, wird er auf jeden Fall besser, weil 'ein Mensch' sich damit manuell mit beschäftigt hat, anstatt nur eine KI 'arbeiten' zu lassen."

KI-Content: Zwischen neuer Routine und großer Chance

Pauls unterscheidet in seiner SEO-Arbeit nach Inhalten für eigene, eher einzigartige Produkte und nach Inhalten für vergleichbare Artikel: "Bei vergleichbaren Produkten ist es schwierig, irgendwelche USPs zu finden und im Text unterzubringen, da die Daten aus den verfügbaren Quellen immer die gleichen sind." Bei den eigenen Produkten dagegen könne man alles Mögliche schreiben oder behaupten. Pauls hat hier eine gewisse Checkliste für sich etabliert.

  • Für ein vergleichbares Produkt wie einen Fernseher lässt man einen Text von 1-3 verschiedenen KI's generieren.
  • Als SEO verbessert man den Prompt dabei immer wieder, um manuell zu optimieren, nach Pauls Meinung wird ein solcher Text nicht als 'KI generiert' gewertet, "weil er ja nicht 1:1 aus irgendeiner KI generiert wird, sondern nach Definition auch manuell optimiert wird und sich ein Mensch damit beschäftigt hat (anhand WDF*IDF, TF*IDF, NLP und anderen SEO-Gesetzen)."
  • Ob dieser Text nun besser rankt als ein komplett KI-generierter, hängt "im Wesentlichen davon ab, wie interne Verlinkungen, Strukturen, OnPage et cetera optimiert sind", sagt Pauls, es gebe "zu viele Rankingfaktoren, die das Ranking der gesamten Site betreffen."

Ömer Atiker , der Geschäftsführer der B2B-Marketingagentur Click Effect   , sieht in der demokratischen Behandlung von KI und Human-Content eine enorme Gelegenheit für ein besseres Web und so sollte man, "wenn man kann, KI nutzen, um guten Content zu liefern." Denn de facto seien viele Firmenseiten und Newsletter auch 2025 noch "Trauerspiele, die man mit dem massenhaft verfügbaren und brauchbaren KI-Content füllen kann: Raising the floor, ist die qualitative Devise." Und so sieht Atiker nichts Negatives darin, dass eine KI nun in drei Tagen macht, was eine Agentur zuvor sechs Monate band: "Früher verdiente eine Agentur ihr Geld, weil sie wusste, wie man Webseiten baut - heute weiß sie, wie man eine KI anwendet und automatisiert."

Die personelle Kontinentalverschiebung in den Agenturen

Und die Menschen? Stehen nicht Schlange beim Arbeitsamt, sagt Atiker, sondern "übernehmen das Händchenhalten beim Kunden, übernehmen die Kreativität, das machen Agenturen ja trotz KI noch: Künftig schaffen die Mitarbeiter auf der Kundenseite, machen Sales, die Produktionsseite übernimmt die KI." Man dürfe nicht vergessen: Es ist nicht der Job der Dienstleister, "Texter zu beschäftigen, sondern eine Agentur zu betreiben."

Langfristig, denkt Severin Lucks, werde sich die Content-Herstellung in Agenturen zur komplett automatisierten Wertschöpfungskette entwickeln, "ich habe ein Tool, das meinen Redaktionsplan checkt und mit der Konkurrenz abgleicht, gegebenenfalls wird der Content dann via einer generativen AI auf Autopilot aktualisiert." Youtube-Videos mit KI-Avataren und KI-Texten lassen sich so bereits heute automatisiert erstellen, aktuell sei noch "etwas Vorsicht geboten, wegen der Halluzinationen, aber wir sind da auf dem Weg."

Die Megatrends: Vollautomatisierung und Content-Bündnisse

Die klassische Inhaltsproduktion sei aber nicht am Ende, da eine gegenseitige Abhängigkeit bestehe: "Denn das Neue kommt nicht aus der Maschine, sondern von den Texterteams." Sollten Google  , OpenAI  , Microsoft   und Co. organischen Content komplett abstrafen, würden sich diese Konzerne selbst den Hahn abdrehen, aus dem die Trainingsdaten fließen.

Gewiss erscheinen also zwei Trends: Content wird vollautomatisiert, aber dennoch überleben die Texter-Teams; Content-Partnerschaften zwischen Publishern und KI-Anbietern sind ein wahrscheinliches Szenario.
Thema: Und... rankt KI-Schrott immer noch besser als hochwertiger SEO-Content?

Kommentar von Sebastian Halm

Die Maschinen texten, die Menschen rücken zusammen

Agenturen brauchen mehr technisches Know-how als je zuvor, doch der Mensch hört deshalb nicht auf, im Gegenteil.

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Sebastian Halm mit Roboterfreund (Sebastian Halm/Midjourney (KI generiert, duh!))
Bild: Sebastian Halm/Midjourney (KI generiert, duh!)
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