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Nichts zu lachen: Wie die Gen Z den Arbeitsalltag empfindet
27.07.2022 Emotionen - positive wie negative - haben am Arbeitsplatz nichts verloren? Laut einer aktuellen Studie von LinkedIn glauben zwei von fünf Befragten (41 Prozent) in Deutschland, dass das Zeigen von Gefühlen im Job noch immer mit einem Stigma verbunden ist.
Die Jungen haben mehr Frust, die Älteren mehr Spaß?
Aber welche Gefühle offenbart die Gen Z überhaupt im Job? Nicht nur positive. So zeigen sich die 18-24-Jährigen ihren eigenen Angaben zufolge mindestens einmal pro Woche:- hilflos (40 Prozent)
- ängstlich (35 Prozent)
- traurig (34 Prozent)
- schuldig (33 Prozent)
- einsam (31 Prozent)
Unter den älteren Generationen sind diese Werte deutlich niedriger. Doch obgleich die Gen Z auch diesen weniger angenehmen Gefühlen Raum gibt, haben sie auch Spaß bei der Arbeit. So empfinden 68 Prozent von ihnen im selben Zeitraum Freude und 70 Prozent zeigen ihren Sinn für Humor. Auffällig ist allerdings: Im Vergleich zu den anderen Altersgruppen erreichen die 18- bis 24-Jährigen hier den niedrigsten Wert. So geben beispielsweise 82 Prozent der 45-bis 55-Jährigen und 77 Prozent der über 55-Jährigen an, dass im Umgang mit Kollegen oder Vorgesetzten mindestens einmal pro Woche Humor mit im Spiel ist.
Gerade diese älteren Generationen sind überzeugt, dass Spaß bei der Arbeit nicht fehlen darf und gut für die Unternehmenskultur ist. Dieser Aussage stimmen drei Viertel der über 55-Jährigen (74 Prozent) zu, aber nur rund die Hälfte der Gen Z (52 Prozent). Gleichzeitig glaubt auch fast jeder Vierte 18- bis 24-Jährige (24 Prozent), dass Witze am Arbeitsplatz unprofessionell sind.
"Junge Menschen gehen bei der Arbeit offener mit ihren Gefühlen um als das unter älteren Generationen üblich ist - vor allem auch wenn es um das Zeigen negativer Gefühle geht. Grundsätzlich halte ich das für eine positive Entwicklung, da unser Arbeitsplatz eine große Rolle für unsere psychische Gesundheit spielt und das Verstecken oder Unterdrücken von negativen Emotionen belastend ist und dauerhafte Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann. Daher finde ich es auch bedenklich, dass die junge Generation weniger häufig positive Gefühle bei der Arbeit zu empfinden scheint, als das die älteren tun", sagt Nora Blum, Psychologin und CEO von Selfapy .
"Gerade für Berufseinsteiger:innen ist die Coronapandemie sehr belastend gewesen und viele von ihnen mussten die ersten Schritte auf ihrem beruflichen Weg unter ganz besonderen Umständen machen. Onboarding und Arbeitsalltag fanden - oder finden bis heute - primär virtuell statt und somit fehlt es an Möglichkeiten, KollegInnen über die Schulter zu schauen oder sich Feedback einzuholen. Solche Erfahrungen können frustrierend sein und Führungskräfte sollten deshalb gerade jetzt das Befinden von BerufseinsteigerInnen und Neuen im Team gut im Blick behalten", erklärt BarbarBarbara Wittmanna Wittmann, Country Managerin bei LinkedIn DACH .
