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XR-Bildung hinkt Bedarf hinterher
27.07.2022 Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) gehören zu den interessantesten und vielversprechendsten Technologien in Bezug auf die Arbeitsplätze der Zukunft, es fehlen allein die entsprechenden Fachkräfte.
Die ExpertInnengruppe hat sechs XR-Berufsbilder vom Softwareentwickler bis zum Chief Digital Officer sowie vierzig mögliche XR-Qualifizierungsbausteine erarbeitet. Bisher sind für diese Berufsbilder nicht alle notwendigen Abschlüsse überhaupt vorhanden, es werden zu wenige Branchen und nicht alle Phasen des Berufslebens berücksichtigt.
Dadurch bleibe die tatsächliche XR-Nutzung hinter ihren Möglichkeiten zurück, so die ForscherInnen. Als Folgen sehen sie unter anderem unerschlossene Nutzerpotentiale, ein Zurückbleiben in der digitalen Transformation, eine geringer Wettbewerbsfähigkeit, höhere Prozesskosten und längere Reaktionszeiten.
Die Gruppe hat die fünf wichtigsten Handlungsfelder ausgemacht:
- Die XR-Lehrer muss über die nötigen Mittel verfügen, um technologisch mithalten zu können.
- Berufsbegleitende XR-Qualifizierungsangebote, möglichst an Technologiezentren oder Forschungseinrichtungen als dritte Lernorte sind notwendig, um topaktuell zu sein.
- Bildungsnachweise und -abschlüsse zwischen Studium und Produktschulung einführen.
- XR in die Bildungswege späterer Anwender tragen.
- XR-Qualifizierung braucht neue Inhalte. Dafür sind agile Konzepte notwendig, um auf dynamische Entwicklungen reagieren zu können.
"Das Problem an vielen Hochschulen ist, dass überhaupt das Bewusstsein dafür fehlt, Inhalte aktualisieren zu müssen", stellt Prof. Meixner fest. Bereits 2013 hatte die HHN bei Audi die ersten Datenbrillen in der A8-Produktion eingesetzt.
"Die Leute waren begeistert, wie viel effizienter und weniger fehleranfällig ihre Arbeit ist", erinnert sich Prof. Meixner. Der Markt für diese Technologie wird auf 300 Milliarden Dollar im Jahr prognostiziert. "Wenn man sich nicht darauf vorbereitet, was die Industrie braucht, schießen wir mit unseren Studieninhalten am Bedarf vorbei", befürchtet er. Die Informatik müsse schneller werden, um der Industrie die geeigneten Leute liefern zu können. "Das geht in vielen Ländern einfach schneller als bei uns."
