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Eine ganz neue Art der digitalen Spaltung
22.04.2008 Wenn der BVDW einem glasklaren Dementi eine 180-Grad-Wendung folgen lässt, dann kann man das vielleicht noch als "ungeschickte Kommunikation" bezeichnen. Doch hinter der Entscheidung, eine OVK-Hausmesse zu veranstalten, versteckt sich ein älteres Problem, dass langfristig bis zur Spaltung des Verbands führen kann.
Diese Sollbruchstelle wird nun deutlich. Da gibt es auf der einen Seite die Großvermarkter von Onlinewerbung, die im OVK zusammengeschlossen sind. Und da gibt es auf der anderen Seite die hunderte und aber hunderte von Spezialisten: kleinen Agenturen, Dienstleistern, SEO-Optimierern, SEM-Experten und EMail-Marketern. Diese beiden Gruppen zusammenzuhalten, als Branche zusammenzuführen und auch einen Ausgleich zwischen Groß und Klein herbeizuführen - das ist Aufgabe des BVDW als dem Verband der digitalen und interaktiven Wirtschaft.
Das ist allerdings nicht einfach, weil der OVK schon immer traditionell ein Eigenleben abseits des BVDW führt - und aufgrund der schieren Größe der in ihm zusammengeschlossenen Unternehmen auch ein anderes Gewicht hat. Jetzt wird Onlinewerbung so richtig zu einer Geldkuh. Und in dieser Zeit differenziert sich die Onlinewerbung in zwei Branchenveranstaltungen auf - was bei zwei Messeveranstaltern nicht ausbleiben wird. Schließlich müssen beide Veranstaltungen ihren USP nennen.
Dem BVDW bleibt nun, diese beiden Veranstaltungen entweder in Form einer Gesamt-Branchenkommunikation zusammenzuführen. Oder sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden. Das kann dann allerdings tatsächlich zu einer Abspaltung von dem Teil führen, der sich von dem Verband dann nicht mehr ausreichend vertreten fühlt.
