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EU-Studie: Neun Milliarden Euro mehr BIP durch höheren Frauen-Anteil im digitalen Sektor

04.10.2013 Würden genauso viele Frauen einen Beruf im digitalen Sektor ausüben wie Männer, könnte das europäische Bruttoinlandsprodukt um etwa neun Milliarden Euro jährlich wachsen. Der IKT-Sektor würde davon profitieren, denn Unternehmen, die Frauen stärker ins Management einbeziehen, erzielen eine um 35 Prozent höhere Eigenkapitalrendite und eine um 34 Prozent höhere Gesamtperformance. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer veröffentlichten Erhebung der Europäischen Kommission zu Frauen im IKT-Sektor  .

Dieser Studie nach arbeiten derzeit viel zu wenige Frauen im IKT-Sektor:
  • Von 1000 Frauen mit einem Bachelor oder einem anderen ersten Hochschulabschluss haben nur 29 Absolventinnen (im Vergleich: 95 Absolventen) einen Abschluss in Informations- und Kommunikationstechnologien, und nur vier von 1000 Frauen arbeiten später im IKT-Sektor.
  • Frauen verlassen den Sektor mitten im Berufsleben häufiger als Männer und sind in Management- und Entscheidungspositionen (noch mehr als in anderen Sektoren) unterrepräsentiert
  • Nur 19,2 Prozent der Arbeitnehmer im IKT-Sektor haben weibliche Vorgesetzte (in anderen Bereichen beträgt dieser Anteil 45,2 Prozent).

Außerdem ist der Studie zu entnehmen, dass Frauen im IKT-Sektor beinahe neun Prozent mehr verdienen als in anderen Wirtschaftszweigen, ihre Arbeitszeit flexibler gestalten können und weniger leicht arbeitslos werden (bis 2015 wird es in der EU 900.000 freie IKT-Arbeitsplätze geben).

Die Gründe, die eine vollständige Teilhabe der Frauen im Sektor verhindern, sind laut Erhebung:
  1. kulturelle Traditionen und Stereotypen der Frauenrolle
  2. innere Hemmnisse und andere
  3. soziopsychologische Faktoren wie mangelndes Selbstvertrauen, mangelndes Verhandlungsgeschick, Risikoscheu und eine negative Einstellung zum Wettbewerb

  4. externe Hemmnisse wie ein stark männlich dominiertes Umfeld, Schwierigkeiten beim Ausgleich zwischen Privat- und Berufsleben und Fehlen von Vorbildern in dem Sektor
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