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Commerce

Black Friday: Digitale Barrieren kosten Onlinehändler Umsatz

06.11.2026 Ausgerechnet zum Black Friday verschenken viele Onlinehändler Umsatzpotenzial, weil ihre Shops für Menschen mit Behinderungen nur eingeschränkt nutzbar sind. Und verzichten so auf Kaufkraft in Milliardenhöhe.

Beispielbild für eine barrieren-abbauende Software-Lösung: Gebärdensprache im Onlineshop (Bild: alangu)
Bild: alangu
Beispielbild für eine barrieren-abbauende Software-Lösung: Gebärdensprache im Onlineshop
Auf den Startseiten von Shopping-Websites finden sich durchschnittlich 71 automatisch erkennbare Barrierefreiheitsfehler. Das sind 26,6 Prozent mehr als im Durchschnitt aller untersuchten Websites, wie eine Analyse von WebAIM zeigt. Darauf verweist der Anbieter für digitale Barrierefreiheit Accessiway   mit Blick auf den bevorstehenden Black Friday. Unzureichende Kontraste, fehlende Bildbeschreibungen oder schwer bedienbare Formulare können dazu führen, dass KundInnen den Einkauf abbrechen. Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich: Menschen mit Behinderungen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren verfügen allein in den USA, Kanada, der Europäischen Union und Großbritannien über mehr als 2,6 Billionen US-Dollar an verfügbarem Einkommen. Das geht aus einer Untersuchung der Return on Disability Group hervor. Die Summe beschreibt allerdings die gesamte Kaufkraft dieser Bevölkerungsgruppe und nicht den durch digitale Barrieren entstehenden Umsatzverlust.

Barrierefreiheit betrifft mehr als eine Milliarde Menschen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation   leben weltweit rund 1,3 Milliarden Menschen mit einer Behinderung. Das entspricht etwa 16 Prozent der Weltbevölkerung. In der Europäischen Union   waren 2022 rund 101 Millionen Menschen ab 16 Jahren betroffen, was einem Anteil von 27 Prozent entspricht. Hinzu kommen Menschen mit vorübergehenden oder situativen Einschränkungen sowie altersbedingten Sehproblemen. Für Onlinehändler ist Barrierefreiheit damit auch eine Frage der Conversion-Optimierung. "Im Black-Friday-Geschäft zählt jeder Schritt bis zum Kaufabschluss. Wenn Menschen Produkte nicht finden, Formulare nicht ausfüllen oder den Check-out nicht bedienen können, verlieren Händler potenzielle Kund - trotz hoher Nachfrage und investierter Marketingbudgets", erklärt Christian Stephan, Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Accessiway.

Sechs Maßnahmen für die Black Week

Auch kurzfristig können Händler und ihre Digitaldienstleister Barrieren im Kaufprozess reduzieren. Accessiway empfiehlt sechs Maßnahmen, die sich vor allem auf Produktdarstellung und Check-out konzentrieren:
  • Farbkontraste verbessern: Texte und Bedienelemente müssen sich ausreichend vom Hintergrund abheben.
  • Produktbilder beschreiben: Aussagekräftige Alternativtexte ermöglichen die Nutzung mit Screenreadern.
  • Formulare eindeutig beschriften: Eingabefelder im Check-out müssen klar erkennbar und verständlich sein.
  • Fehlermeldungen konkretisieren: Hinweise sollten erklären, welches Feld betroffen ist und wie sich der Fehler beheben lässt.
  • Vergrößerung ermöglichen: Seiten sollten auch bei einer Vergrößerung auf 400 Prozent nutzbar bleiben.
  • Barrierefreie Sicherheitsabfragen einsetzen: Schwer lösbare Bilderrätsel sollten durch zugängliche Alternativen ersetzt werden.
Die Maßnahmen ersetzen keine umfassende Prüfung der Barrierefreiheit, können aber besonders kritische Hürden im Kaufprozess beseitigen. Für Händler und Agenturen bietet sich insbesondere die Überprüfung von Produktsuche, Produktdetailseiten, Warenkorb und Bezahlprozess an. Denn zusätzliche Reichweite und höhere Werbeausgaben helfen wenig, wenn potenzielle KundInnen den Kauf technisch nicht abschließen können.
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