Zum Vortrag anmelden und Vertrauen im Shop stärken
Vortrag über nutzerzentrierte B2B-Prozesse vormerken
KundInnen wollen es schnell
20.01.2026 Schnell, schnell, schnell: Wer KundInnen seine Produkte sobald als möglich zustellen kann, gewinnt im Onlinehandel. Dabei kann auch dieses altmodische Ding namens 'Filiale' eine entscheidende Rolle spielen.
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem viele Handelsunternehmen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 20 Jahren. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kundschaft weiter, geprägt durch Standards des Onlinehandels. Die Befragung verdeutlicht den Wandel im Konsumverhalten: Fast jede zweite der 2123 befragten Personen würde mehr bestellen, wenn Produkte noch am selben Tag geliefert würden.
Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei jüngeren Zielgruppen. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen würden 16 Prozent deutlich mehr einkaufen, weitere rund 41 Prozent zumindest etwas mehr. "Wir sehen den höchsten Bedarf bei Produkten des täglichen Bedarfs, also den Kategorien, die einen großen Teil des Umsatzes im lokalen Handel ausmachen", analysiert Micheal Kingreen, Geschäftsführer von Fleetlery. "Händler, die hier nicht innerhalb von Stunden liefern können, verlieren systematisch eine wichtige Kundengruppe", warnt Kingreen.
Fleetlery bündelt als digitale Plattform Lieferaufträge von Händlern, Marktplätzen und Partnerunternehmen und leitet sie an ein Netzwerk aus eigenen und angebundenen Kurieren weiter. Ziel ist es, schnelle Zustellungen ohne eigene Logistikinfrastruktur zu ermöglichen. Gerade für stationäre Händler entsteht so die Chance, bestehende Filialstrukturen mit der Geschwindigkeit des Onlinehandels zu kombinieren. "Verbraucher möchten flexibel einkaufen und schnell beliefert werden, ohne dabei auf ihre lokalen Geschäfte verzichten zu müssen. Same-Day-Delivery kann genau diese Brücke schlagen", erklärt Kingreen.
Was schnell gebraucht wird, soll bitteschön auch schnell da sein
Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung taggleicher Lieferungen im Bereich Apotheken- und Gesundheitsprodukte. 75 Prozent der Befragten halten eine Zustellung am selben Tag für wichtig, mehr als jede dritte Person sogar für sehr wichtig. Auffällig ist dabei die Altersunabhängigkeit der Nachfrage: Sowohl 75 Prozent der 25- bis 34-Jährigen als auch 72 Prozent der über 55-Jährigen bewerten Same-Day-Delivery als relevant."Während jüngere Verbraucher schnelle Lieferung als selbstverständlichen Bestandteil digitaler Services kennen, profitieren ältere Menschen besonders davon, weil sie Wege sparen und weniger mobil sein müssen", erläutert Kingreen und ergänzt "etwa bei der regelmäßigen Medikamentenversorgung oder während einer Grippewelle". Auch im Lebensmittelbereich hat sich Same-Day-Delivery von einer Zusatzoption zu einer Erwartungshaltung entwickelt. Insgesamt bewerten 57 Prozent der Befragten die taggleiche Zustellung als wichtig, mehr als ein Fünftel als besonders wichtig.
Dabei zeigen sich erneut deutliche Altersunterschiede. Bei den 25- bis 34-Jährigen halten 67 Prozent die Lieferung am selben Tag für relevant, bei den über 55-Jährigen sind es knapp 50 Prozent. "Händler mit Filialen vor Ort sind näher am Kunden als jedes Logistikzentrum. Wer es schafft, diese Nähe mit Liefergeschwindigkeit zu verbinden, gewinnt genau die Kunden, die dem Onlinehandel sonst verloren gehen", betont Kingreen.
Ungenutztes Umsatzpotenzial: Die Spontankäufe
Ein weiteres relevantes Einsatzfeld für Same-Day-Delivery ist der Geschenkebereich. Rund 40 Prozent der Befragten halten taggleiche Lieferungen hier für wichtig. "Geburtstage, Jahrestage oder Weihnachten sind bekannte Termine, trotzdem kaufen Millionen Menschen erst sehr kurzfristig", erklärt Kingreen. "Genau in diesem Moment höchster Kaufbereitschaft scheitern Verkäufe heute häufig an der Lieferzeit. Das sind verschenkte Umsätze im wörtlichen Sinn".Auch in weiteren Warengruppen zeigt sich steigendes Interesse an schnellen Lieferoptionen:
- Tierbedarf mit rund 30 Prozent Zustimmung
- Elektronik und Technik mit 28 Prozent
- Haushaltswaren mit 24 Prozent
Die Daten der Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels im Dezember 2025 unter 2123 Personen.
