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Schweizer kaufen Lebensmittel per Mausklick

von sb

22.07.1998 Eine ganze Reihe von Lebensmittelketten in der Schweiz sind mittlerweile online aktuv. Schätzungsweise tausend Schweizer pro Tag kaufen Essen online. Doch das Web ist noch ein hartes Brot:

Migros   und Le Shop   sind mit ihren Produkten seit zwei Monaten im Internet und denken bereits an weitreichende Expansionen. Auch Jelmoli  , Nestle   und Usego-Hofer-Curti testen den Markt, während Coop   noch abwartet.

Die Ergebnisse der Anbieter sind uneinheitlich. Werden neben den großen auch kleinere Anbieter wie Pizza-Kuriere berücksichtigt, dürften bereits heute täglich rund tausend Personen Lebensmittel per Mausklick bestellen, schätzen Experten.

Großhändler Migros, der für die Großräume Bern und Zürich seit zwei Monaten mit einem Sortiment von rund 3.000 Artikeln im Internet vertreten ist, registriert täglich eine "dreistellige Zahl an Bestellungen", so Projektleiter Anton Gäumann. Das Echo bei Migros ist durchwegs positiv, der Erfolg liegt über den Erwartungen. Im August wird der Online-Verkauf auf die Kantone Aargau und Solothurn ausgedehnt. Zwei Drittel der Bestellungen werden von der Migros für einen Zuschlag von neun Franken nach Hause geliefert, der Rest wird abgeholt. Den Umfang der einzelnen Bestellungen bezifferte Gäumann mit dem zwei- bis dreifachen Wert eines Einkaufs im Laden.

Keine Auskunft zum Umsatz gibt die Konkurrenz: Le-Shop-Chef Alain Nicod setzt mit seinem Nur-Internet-Verkauf auf Markenprodukte und ist ebenfalls seit zwei Monaten mit gut 2.000 Artikeln online.

Nach technischen Startschwierigkeiten denkt auch der dritte im Bunde, Nicod, bereits an Expansion. Im Vordergrund stehen hier Nischenprodukte und Frischprodukte. Früchte und Gemüse seien demnächst im Sortiment.

Noch gar nichts mit Internet-Shopping läuft auf der Homepage von COOP. "Im Moment ist es noch ein Verlustgeschäft, bei dem keiner Geld verdienen kann", sagte Sprecher Karl Weisskopf. Einige Tochtergesellschaften seien mit Produkten wie etwa Möbel oder Wein im Internet präsent.

Einen Versuchsballon hat Nestle gestartet. Im virtuellen Laden namens Easy Shop stehen 250 Artikel zur Auswahl, darunter Kaffee, Süßwaren, Saucen und Babyartikel. Aktiv ist auch Jelmoli unter Gourmet Factory. Dort tritt seit Anfang Juli als 'Shop-in-the-Shop' Usego-Hofer-Curti (UHC) mit rund 2.000 Produkten auf, darunter knapp 500 Weinsorten. Das Angebot ist allerdings auf den Großraum Zürich beschränkt.

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