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Warum jeder Algorithmen verstehen sollte

20.03.2019 Künstliche Intelligenz, Machine Learning ... und jetzt auch noch automatisiertes Machine Learning. Wer soll da noch mitkommen? Ist das nicht ein reines Nerd-Thema? Wohl kaum. Eher werden Smartphone und IT so wichtig wie Lesen und Schreiben.

Dominik Grollmann, iBusiness-Analyst (Bild: Dominik Grollmann)
Bild: Dominik Grollmann
Dominik Grollmann, iBusiness-Analyst
Kulturtechniken sind der Motor für wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt. Deswegen lässt sich der Entwicklungsstand einer Gesellschaft auch daran festmachen, welche Kulturtechniken sie beherrscht. Wenn es um Wissen und Lernen geht, lohnt es sich, sich kurz vor Augen zu halten, welche Bedeutung die wesentlichen Meilensteine in der Menschheitsgeschichte hatten:

  • Der Beginn von allem ist die Entwicklung von Sprache. Sie ermöglicht es, Wissen weiterzugeben. Nur: Sprache allein ist ein äußerst flüchtiges Medium. Deswegen bestand die nächste Herausforderung darin, dieses Wissen beständig aufzubewahren. Erzählungen in Form von Legenden und Geschichten dienen als Merkhilfe und rudimentäre Form eines Wissensspeichers.

  • Die nächste wesentliche Verbesserung ist die Erfindung von Schrift. Wissen lässt sich so sehr viel präziser und länger aufbewahren. Mit dem Siegeszug dieser Erfindung wuchs zugleich die Herausforderung, dieses Wissen nicht nur abzulegen, sondern auch zu verbreiten. Griffel, Tonscherben, Pergament, Papier, Tinte und Bibliotheken brachten immerhin eine gewisse Erleichterung.

  • Den Durchbruch bringt aber natürlich erst die Erfindung des (Buch-)Drucks - sowie später der audiovisuellen Medien. Die Menge des aufbewahrbaren Wissens explodiert in der Folge und die neue Herausforderung besteht nun darin, die enorme Menge an Informationen zu sortieren und somit auffindbar und zugänglich zu machen.

  • Hier hilft die Informationstechnik. In gewaltigen Datenbanken lassen sich in Sekundenbruchteilen riesige Datenmengen durchsuchen und aufbereiten. Alle Bibliotheken dieser Welt, Produktkataloge, Filme, Musik, Videos, Bilder und Satellitenaufnahmen - mittels IT, Internet und Google sind heute so viele Informationen wie niemals zuvor zugänglich.

An dieser Stelle stehen wir heute. Die Herausforderung unserer Tage besteht nun nicht mehr darin, Informationen zu sammeln, zu speichern oder zugänglich zu machen. Die Herausforderung besteht darin, die Informationsmenge zu verstehen und zu bewerten. Das ist die Aufgabe der heutigen Generation: Zu verstehen, welche Information wichtig ist und welche nicht. Zu verstehen, warum ein bestimmtes Ergebnis zustande kommt. Warum ein Algorithmus bestimmte Information für relevant erachtet und was dies über die Information aussagt.

Wenn man die Entwicklung in diesem Maßstab betrachtet, ist das Erlernen und Verstehen von algorithmisierten Prozessen weit mehr als ein nerdiges Expertenthema. Es ist schlicht die nächste Evolutionsstufe von Kulturtechnik.
Thema:

Automatisiertes Machine Learning: Wie Algorithmen demokratisiert werden

Noch ist Künstliche Intelligenz eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Mit AutoML soll der Einstieg ins maschinelle Lernen aber sehr einfach werden. Werden KI-Experten nun überflüssig? Nein! Aber AutoML verändert Machine Learning nachhaltig, nicht nur zum Positiven.

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 (Bild: geralt / pixabay.com)
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1. Teil: Warum jeder Algorithmen verstehen sollte
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