Jetzt zum Webinar anmelden
Agenturwert berechnen
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Studie: Facebook beeinflußt das Verhalten gegenüber Flüchtlingen
22.08.2018 In einer Studie haben die Forscher Karsten Müller und Carlo Schwarz von der englischen Universität Warwick nachgewiesen, dass Abweichungen von der Durchschnitts-Nutzung von Facebook innerhalb von regionalen Gemeinschaften zu einem Anstieg der Gewalt gegenüber Flüchtlingen führen.
Bei der Auswertung der erfassten Daten stellte sich heraus: Überall dort, wo die Facebook-Nutzung pro Person signifikant anstieg, stiegen auch die Angriffe auf Flüchtlinge deutlich. Bundesweit schätzten die Forscher in einem Interview, dass dieser Effekt ein Zehntel aller Gewalt gegen Flüchtlinge auslöste.
Der Anstieg der Gewalt korrelierte dabei nicht mit der allgemeinen Internetnutzung oder anderen damit verbundenen Faktoren. Es ging den Forschern konkret um Facebook-Kommunikation, nicht um die Nutzung des Internet als offene Plattform. Dabei sei es insbesondere zu Mobilisierung und Absprache ein wesentliches Netzwerk.
Die New York Times hat andere Forscher gebeten, eine Einschätzung der Studie zu geben und von diesen die Bestätigung erhalten, dass die Aussagen fundiert seien und die Auswertung seriös. Facebook selbst gab gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme ab. Lediglich hinsichtlich der Nutzung äußerte sich eine Sprecherin:"Unsere Herangehensweise an das, was auf Facebook erlaubt ist, hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verändert sich ständig, da wir von Experten auf diesem Gebiet lernen."
Die Studie stützte sich auf eine wachsende Zahl von Forschungsarbeiten. Sie stellten fest, dass soziale Medien die Wahrnehmung von Außenstehenden, der Realität und Werte durcheinander brachten und beeinflussten. Durch den Algorithmus würden Inhalte gefördert, die ein hohes Engagement der Nutzer verursachen. So seien Beiträge, die negative, existentielle Emotionen wie Ärger oder Angst triggern, diejenigen, die am besten funktionieren und sich so stark verbreiteten. Dies sei im Falle der Flüchtlingsthematik ebenso. Durch das Zusammentreffen von Faktoren wie der Angst vor sozialen Veränderungen mit einer Wir-gegen-Alle-Haltung werde die Anti-Flüchtlingsstimmung selbst in Orten, die nachweislich eine flüchtlingsfreundliche Politik vertreten, beeinflusst.

