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Studie: Was Leser vom Online-Journalismus erwarten
07.07.2011 Zwei Drittel der Befragten halten professionelle Journalisten im Internet für unersetzlich. Allerdings sind 61 Prozent der Befragten nicht dazu bereit, für Journalismus im Internet zu bezahlen, da kostenlose Alternativangebote existieren. Überfülle, Allgegenwart, kostenlose Verfügbarkeit und Austauschbarkeit journalistischer Angebote führen ebenfalls zu einer schwachen Bindung an die Angebote. So das Ergebnis der Studie des Deutschen Fachjournalisten-Verbands (DFJV). Unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Neuberger von der Ludwig-Maximilians-Universität München wurden von Januar bis März 2011 insgesamt 1.000 Internetnutzer online befragt.
Journalistische Standards wie Glaubwürdigkeit, Themenkompetenz, Sachlichkeit und Unabhängigkeit sind für die Nutzer die Hauptkriterien bei der Glaubwürdigkeit und Auswahl von Publikationen im Internet. Eine untergeordnete Bedeutung haben hingegen die persönliche Perspektive des Autors und intensive Diskussionen. So genießen die Online-Auftritte von Presse und Rundfunk hohe Wertschätzung. Dem folgen Portale, die sich vor allem redaktioneller Nachrichten bedienen und Nachrichten-Aggregatoren, welche zwar keine eigenen Inhalte produzieren, aber auf Medien-Websites verweisen. Das Schlusslicht bilden Social Media-Angebote.
Auch bei der Enzyklopädie Wikipedia sehen die Nutzer die wesentlichen Punkte des Journalismus als erfüllt. Wobei Wikipedia Abstriche in der regelmäßigen Berichterstattung, Aktualität und breiter Nachrichtenüberblick einstecken muss. Die Einschätzung in puncto Unabhängigkeit und Quellentransparenz gegenüber der Presse ist dagegen positiv.
Presse und Rundfunk werden weiterhin auch im Internet als 'Gatekeeper' und 'Agendasetter' gesehen. Sie geben den Lesern den Nachrichtenüberblick über wichtige Themen, damit diese mitreden können. Für die aktive Informationssuche ziehen Internet-Nutzer jedoch Nachrichten-Suchmaschinen und Wikipedia vor. Social Media-Angebote dienen der Diskussion und Beziehungspflege.
