Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity sichtbar sein will, darf sich nicht auf die eigene Website verlassen. Denn KI-Systeme prüfen, was andere über eine Marke sagen - auf Fachportalen, Bewertungsplattformen, Vergleichsseiten, Reddit oder YouTube. Hier setzt GEO-PR an. Video-Podcast ansehen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Machine Learning

Die Muttersprache der Daten: Die eingebaute Diskriminierung von KI

21.02.2023 Ob Sprachsteuerungen, Chatbots, Diktier- oder Übersetzungsprogramme - viele Menschen nutzen inzwischen täglich Software, die natürliche Sprache verarbeiten kann. Was dabei auffällt: Am besten funktionieren all diese Anwendungen erfahrungsgemäß auf Englisch. Das hat Gründe - aber vor allem Folgen. Das Ungleichgewicht in der Welt verschiebt sich mehr zuungunsten schwacher Staaten.

 (Bild: Maps For Free/Pixabay)
Bild: Maps For Free/Pixabay
Als deutscher Muttersprachler ist man noch relativ gut dran, sagt Dietrich Klakow, Professor für Spoken Language Systems an der Universität des Saarlandes  . Denn die meisten IT-Sprachanwendungen funktionierten auch auf Deutsch recht gut. "Aber es stimmt, viele Systeme im Bereich der Sprachverarbeitung arbeiten nach wie vor auf Englisch am besten", bestätigt der Professor, der am Saarland Informatics Campus forscht.

Ausschlaggebend dafür seien vor allem zwei Gründe
  • Zum einen basieren die meisten Anwendungen der computergestützten Sprachverarbeitung auf dem Maschinellen Lernen, einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz. "Beim Maschinellen Lernen sagt nicht ein Programmierer dem Algorithmus ganz genau, was er zu tun hat, sondern trainiert ihn mit massenhaft Daten, aus denen der Algorithmus selbstständig lernen kann", erklärt Dietrich Klakow. Und genau hier liegt der erste Grund: Englisch ist die meistgesprochene Sprache der Welt, somit sind auch die meisten verfügbaren Trainingsdaten auf Englisch. "Zudem ist das Englische grammatikalisch vergleichsweise einfach gestrickt, weshalb Computer gut damit zurechtkommen", so Klakow.
  • Der zweite Grund seien die Forscher selbst: "Die Wissenschaft ist ein internationales Arbeitsfeld, deshalb ist die Arbeitssprache in der Regel Englisch - auch in der Informatik. Wenn man also etwas Neues erforscht oder entwickelt, so tut man dies auf eine Weise, die für die Kolleginnen und Kollegen gut nachvollziehbar ist. Deshalb arbeiten und publizieren die meisten Forscherinnen und Forscher auf Englisch", sagt Klakow. Dies führe wiederum dazu, dass viele Anwendungen zunächst auf Englisch entwickelt würden - das erste maschinell übersetzte Sprachenpaar war Englisch-Französisch. Die erste synthetisch erzeugte Stimme war eine Software, die englische Zeitungsartikel vorgelesen hat. "Die meisten Anwendungen haben einen mehrjährigen Vorsprung auf Englisch. Und die großen europäischen Sprachen werden in der Regel zuerst nachgezogen", erläutert der Professor.

Was aber ist mit kleineren Sprachen, die nur wenige Sprecher haben? "Mit Abstand die meisten Sprachen der Welt werden gar nicht unterstützt. Es gibt rund 7000 Sprachen, von denen wiederum nur rund 400 mehr als eine Million Sprecher haben - und selbst diese 400 sind nicht alle umfassend genug erforscht, um in Anwendungen mit natürlicher Sprache verwendet zu werden", sagt Klakow. Der "Google Übersetzer", der einen guten ersten Einblick in die computerlinguistisch erforschten Sprachen geben kann, unterstützt Stand Februar 2023 insgesamt 133 Sprachen auf verschiedenen Niveaustufen.

Ein wesentlich schwerwiegenderes Problem als kleine Sprachen, die nicht ausreichend computerlinguistisch erforscht werden, sind sehr weit verbreitete Sprachen, die kaum oder gar nicht unterstützt werden. Denn hier gehe es ganz schnell um global-gesellschaftlich relevante Fragestellungen der digitalen Teilhabe, sagt Dietrich Klakow. "Viele afrikanische Sprachen zum Beispiel, die ohne weiteres zehn bis 50 Millionen Muttersprachler haben, können kaum oder nur sehr schlecht von Computern verarbeitet werden", sagt der Professor.

Diese KI-Sprachfähigkeiten könnten sich in Zukunft jedoch weiterentwickeln, so Klakow: "Durch effizientere Machine-Learning-Modelle, die weniger Trainingsdaten benötigen, oder durch bessere Methoden, um Trainingsdaten künstlich erzeugen zu können, werden zukünftig sicherlich noch mehr Sprachen in ihrer maschinellen Verarbeitung auf ein 'produktreifes' Niveau gehoben werden. Ich schätze, in zehn bis 15 Jahren könnten die 400 verbreitetsten Sprachen allesamt dieses Level erreicht haben." Dass jemals alle Sprachen der Welt gleich gut funktionieren werden, hält er hingegen für ausgeschlossen: "Es wird niemals genügend Trainingsdaten geben, um beispielsweise ein 'Zulu-ChatGPT' zu programmieren. In dieser Hinsicht wird das Englische wahrscheinlich immer die Nase vorn haben", resümiert der Professor.
Neuer Kommentar  Kommentare:
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: