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Studie: Fachkräftemangel und Kostensenkung zwingen zu verstärktem Internet- und IT-Outsourcing
18.09.2000 (iBusiness) Kräftiges Wachstum im europäischen Markt für Inetrnet- und IT-Outsourcing prophezeit das Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan in einer neuen Studie. Der Umsatz soll sich von 40,0 Milliarden US-Dollar (1999) auf 174,6 Milliarden US-Dollar bis zum Jahre 2006 mehr als vervierfachen. Hauptwachstumsfaktoren sind der Fachkräftemangel und die Kostensenkungsmaßnahmen bei den auftraggebenden Unternehmen.
Die hohe Wachstumsrate beim IT-Outsourcing stützt sich auf die Erneuerung von Verträgen bisheriger Kunden, die ihre Systeme, Netze und Anwendungen erweitern wollen. Förderlich für das Wachstum ist auch das Bemühen der Anbieter, sich auf vertikale Märkte auszurichten. Laut Frost & Sullivan Prognose beträgt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bis zum Jahr 2006 stolze 23,4 Prozent.
Während früher sehr umfangreiche Outsourcing-Verträge abgeschlossen wurden, geht der Trend heute zur Vergabe ausgewählter Aufgaben. Die Kunden treten bei der Neuverhandlung von Verträgen aggressiver und anspruchsvoller auf. Die Anbieter ihrerseits nutzen ein breites Leistungsspektrum mit Mehrwertdiensten, um sich von ihren Konkurrenten abzusetzen, Kunden an sich zu binden und die eigene Rentabilität zu erhöhen.
Electronic Applications umsatzstärkster Sektor
Auf dem Outsourcing-Markt für sog. Electronic Applications, also Dienstleistungen rund um Web-Hosting, E-Commerce und ASP-Outsourcing (Application Service Provider) wurde 1999 ein Umsatz von 6,8 Milliarden US-Dollar erzielt, der bis zum Jahr 2006 auf 50,2 Milliarden US-Dollar anwachsen soll. Über den gesamten Prognosezeitraum kann dieses Segment nicht nur seine Führungsrolle behaupten, sondern noch kräftig Umsatzanteile gewinnen. Lag der Umsatzanteil am Gesamtmarkt 1999 bei 17 Prozent, so wird er laut Prognose im Jahr 2006 über 28 Prozent betragen. E-Commerce wird sich zweifellos zum wichtigsten Wachstumsbereich der Branche entwickeln. Die Kunden erwarten hier einen umfassenden Service von der Systemintegration über die Netzdienste bis hin zur Gestaltung des Internetauftritts.
Weitere wichtige Wachstumsfelder sind E-Procurement, Supply Chain Management (SCM) und Customer Relationship Management (CRM). Ihr Marktanteil ist heute zwar noch relativ gering, soll sich allerdings in Zukunft stark vergrößern.
| Der europäische Outsourcingmarkt bis 2006 | ||
|---|---|---|
| Jahr | Umsätze (Mrd. Dollar) | Wachstum |
| 1996 | 26,39 | - |
| 1997 | 29,06 | 10,1% |
| 1998 | 33,43 | 15,0% |
| 1999 | 40,00 | 19,7% |
| 2000 | 48,76 | 21,9% |
| 2001 | 60,79 | 24,7% |
| 2002 | 76,75 | 26,3% |
| 2003 | 95,27 | 24,1% |
| 2004 | 117,31 | 23,1% |
| 2005 | 143,68 | 22,5% |
| 2006 | 174,63 | 21,5% |
Die Anbieter im Bereich Systemintegration gehen von einem steigenden Bedarf in den nächsten Jahren aus. Ursachen dafür sind der allgemeinen Fachkräftemangel, Veränderungen bei der Budgetverwendung im IT-Bereich, die wachsende Zahl von Enterprise Application Projekten und die immer weiter zunehmende Bedeutung der Informationstechnologie bei der strategischen Geschäftsplanung. Im Jahr 1999 konnte die Systemintergration nach Umsätzen den zweiten Platz belegen. Ab 2002 wird diese Stellung allerdings vom noch stärker wachsenden Segment der Netzwerkdiensten eingenommen.
Marktführer beim IT-Outsourcing ist IBM Global Services. Der Branchenriese ist bestrebt, seine ohnehin starke Stellung durch eine Reihe von Übernahmen noch weiter zu festigen. An zweiter Stelle liegt EDS, dann folgen CSC und Unisys.
Nach Umsatzzahlen ist Deutschland derzeit mit 30 Prozent noch der wichtigste europäische Markt, knapp gefolgt von Großbritannien, welches schon bald die Führung übernehmen wird. Skandinavien belegt den dritten Rang, mit einigem Abstand vor Frankreich. In den südlichen europäischen Regionen ist derzeit und in den kommenden Jahren ein nur sehr geringes Umsatzvolumen zu erwirtschaften.
'The European Market for IT Outsourcing', 325 Seiten, 3.950 Euro
