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Fünf Millionen Jobs weg? Wie Roboter die deutsche Arbeitswelt wirklich verändern

von Sebastian Halm

25.06.2015 Automatisierung bedrohe jeden achten Job, so das Bundesarbeitsministerium; 2025 seien Millionen ohne Job. Vier Szenarien, wie die Disruption der Arbeitswelt tatsächlich abläuft - und wer am Schluss die Nase vorne hat: Automat oder Angestellter, Algorithmus oder Arbeitnehmer. Und warum Deutschland am Ende profitiert.

Automatisierung und Roboter können nach einer exzessiv zitierten Studie des Arbeitsministeriums angeblich Millionen arbeitslos machen (Bild: Manfred Werner - Tsui / wikipedia.org)
Bild: Manfred Werner - Tsui / wikipedia.org
Bild: Manfred Werner - Tsui / wikipedia.org unter GNU-FDL
Automatisierung und Roboter können nach einer exzessiv zitierten Studie des Arbeitsministeriums angeblich Millionen arbeitslos machen

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Was zu tun ist:
Heute: Automatisierungswahrscheinlichkeit einschätzen
Morgen: Arbeitsprozesse und Tätigkeitsprofile neu organisieren
Übermorgen: Weiterbildung, Dialog aller Verantwortlichen
Jeder achte Job in Deutschland - also fünf Millionen Arbeitsplätze - sind durch Roboter und Automatisierung gefährdet. Diese eine Aussage aus einer Studie genügte vor einigen Tagen, um Schockwellen durch die Medien zu jagen.

Tatsächlich geht von Robotik und Automatisierung ein großes disruptives Potenzial aus - Jobs werden sich verändern, zum Teil wegfallen. Dabei läuft die Entwicklung derart globalisiert ab, dass sich ihr keine einzelne Volkswirtschaft entziehen könnte, indem sie sich einfach Robotern und Automaten verweigerte.

Wir sind zu Robotik und Automatisierung verdammt. Das bedeutet jedoch nicht den Untergang des Abendlandes, sondern lediglich, dass unsere Volkswirtschaft handeln muss.

Die Panikstudie: Wie eine zwei Jahre alte Studie alle das Fürchten lehrte

Andrea Nahles'Andrea Nahles' in Expertenprofilen nachschlagen , Bundesministerin für Arbeit und Soziales zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , hatte Anfang Juni 2015 in einem Artikel für die Frankfurter Rundschau zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser geschrieben, jeder achte Job in Deutschland sei von Automatisierung bedroht. Das hätte eine Studie des Bundesarbeitsministeriums ergeben.

Die Studie des Anstoßes:
Ranking der am wahrscheinlichsten (=1) und am unwahrscheinlichsten (=0) automatisierbaren Jobs in den USA
0,0028 Freizeittherapeut
0,0042 Chirurg
0,0065 Computersystemanalytiker
0,01 Lehrer
0,013 Vertriebsleiter / Marketingmanager (0,014)
0,021 Modedesigner/Fotografen
0,038 Autoren/Schriftsteller
0,055 Redakteure
0,084 ErzieherInnen
0,13 Tänzer
0,17 Feuerwehrleute
0,2 Statistiker
0,35 Klempner
0,55 Piloten
0,6 Schlachter/Fleischverpacker
0,7 Zimmermänner
0,9 Taxifahrer/ Chauffeure
0,92 Versicherungsverkäufer
0,94 KellnerInnen
0,95 Manikürist/Pedikürist
0,96 Köche (Restaurant)
0,98 Kassierer
0,99 Telemarketing-Angestellte
Quelle: Osborne/Frey-Studie zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser (2013)

Die Studie wurde zwar landauf, landab zitiert, doch erst auf mehrere iBusiness-Anfragen hin sah sich das Ministerium genötigt, die Studie herauszugeben. Eine intensive Analyse zeigte dann allerdings: Es handelt sich um einen aktuellen Remix einer älteren Studie aus dem Jahre 2013: The Future of Employment zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser von Carl Benedikt Frey 'Carl Benedikt Frey' in Expertenprofilen nachschlagen und Michael A. Osborne 'Michael A. Osborne' in Expertenprofilen nachschlagen kam damals für den Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten von Amerika zu dem Ergebnis, dass fast jeder zweite Job binnen zwei Jahrzehnten wegautomatisiert werden könne - Bankangestellte etwa seien in den USA so gut wie Geschichte, Freizeittherapeuten dagegen so gut wie sicher vor Automatisierung (siehe Tabelle).

Den streckenweise eher akademischen denn realistischen Nutzwert der der Ministeriums-Analyse zugrunde liegenden US-Studie kann man daran beurteilen, dass danach etwa Restaurant-Köche und Maniküre-Fachkräfte eine hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit haben. Nun mag es technisch machbar sein, einen Robotherd aufzustellen oder eine CNC-Fräse zum Nagelstudio umzubauen. Aber wer möchte in ein teures Restaurant gehen, um Maschinenfutter zu essen oder in ein Kosmetikstudio, um von einem Roboter berührt zu werden? Macht sinnliche Menschlichkeit hier nicht den Teil der bezahlten Erfahrung aus? Die Fragen sind ein erster Indikator, dass Automatisierung im echten Leben auf einige Hürden prallen dürfte, die die Studie verschwiegt.

Etwas geerdeter geht da die deutsche, überarbeitete Fassung zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser vor, in der das Zentrum für Europäische Wirtschaftsförderung zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser die US-Ergebnisse auf den deutschen Markt überträgt. Dabei werden die Ergebnisse etwas relativiert: Sie geht davon aus, dass nicht alle Jobs genau gleich sind - also nicht jeder Bankangestellte das exakt selbe macht und nicht jeder Handgriff von einer Maschine übernommen werden kann. Auf diese Weise sinkt die Zahl der Auslaufmodell-Jobs für die USA schon auf 9 Prozent. In Deutschland haben 12 Prozent der Jobs eine hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit (= jeder achte Job).

Doch selbst dieses Szenario ist unwahrscheinlich - sagt die Studie selbst: Die Ergebnisse sprächen "gegen eine größere Gefahr von Arbeitsplatzverlusten aufgrund des technologischen Wandels, solange sich die Beschäftigten weiterhin genügend an den Wandel anpassen."

Die Zukunft der Automatisierung bedeutet also wirklich: Es werden Jobs aufhören zu existieren und unsere Wirtschaft wird sich verändern - doch anders als dies in den meisten Medien porträtiert wird - und wenn die Wirtschaft handelt, ist sie nicht machtlos gegen diesen Trend.

Maschinen bedienen den Horror vom überflüssigen Mensch: Menschenfreie Szene aus einem BMW-Werk in Leipzig (Bild: Magnus Manske / wikipedia.org)
Bild: Magnus Manske / wikipedia.org
Maschinen bedienen den Horror vom überflüssigen Mensch: Menschenfreie Szene aus einem BMW-Werk in Leipzig


Reality-Check: Wie Roboter und Automatisierung unsere Gesellschaft wirklich verändern

Daher ist es für Unternehmen, Politiker und Arbeitnehmer hilfreich, die wirklichen Faktoren im Auge zu behalten, die neben Automatisierung und Robotik die Arbeitswelt prägen.

1. Automatisierung ist nicht nur Jobvernichtung
Automatisierung und Robotik sind nicht gleichbedeutend mit einem Verlust an Arbeitsplätzen: Losgelöst von der technischen Entwicklung entstehen parallel neue Jobs und auch aufgrund von Technik entstehen neue Jobs ebenso, wie sie vergehen - diesen Faktor lassen Frey/Osborne komplett außer Acht.

2. Reale Hürden bremsen die Technologie-Folgen
Jede Neuerung stößt auf mindestens drei Hürden, die ihr die theoretische, ungebremste Wucht nehmen:
  1. Rechtliche Hürden ("Selbstfahrende Autos? So was darf es nur nach umfangreichen Prüfungen geben!")
  2. Soziale Hürden ("Mobile Payment? Sowas brauche ich nicht, solange ich mein Bargeld habe!")
  3. Ethische Hürden ("Einen Computer ins Gehirn einbauen? Das ist nicht gut und richtig!")
Selbst wenn diese Hürden überwunden werden können: Gerade in demokratischen Gesellschaften benötigen solche Adaptionen Zeit (Dosenpfand? Gentechnik? Fracking? Stammzellentherapie?), die sich eher in Jahrzehnten, als in Jahren misst.

Kosmetische Dienstleistungen sind theoretisch automatisierbar, urteilt die Frey/Osborne-Studie - realistisch ist das nicht: Menschen mögen menschliche Berührungen. (Bild: Pixabay / CC0)
Bild: Pixabay / CC0
Kosmetische Dienstleistungen sind theoretisch automatisierbar, urteilt die Frey/Osborne-Studie - realistisch ist das nicht: Menschen mögen menschliche Berührungen.

3. Der Mensch ist oft billiger oder effektiver
Nicht zwingend ist eine Maschine günstiger als ein Mensch: Es kann betriebswirtschaftlich günstiger sein, einen Menschen einzusetzen oder eine Kombination aus Maschine und Mensch. Auch kann eine maschinelle Produktion, die schlecht aufgestellt ist, deutlich ineffektiver arbeiten als ein Team aus Zweibeinern auf Eiweiß-/Wasser-Basis. Nicht nur, dass Menschen auf absehbare Zeit lernfähiger und flexibler bleiben werden als Roboter: Sie vermehren sich auch selbstständig ohne Kosten, was selbst dem fortschrittlichsten 3D-Drucker bislang nicht gelingt.

4. Maschinen können auch Wohlstand fördern
Automatisierung kann Produktionen und Produkte billiger machen - das führt zu einer gestiegenen Nachfrage durch Lowend-Disruption ("Das ist so günstig, dass auch ich es mir leisten kann!") - in der Folge geben Menschen mehr Geld aus und neue Jobs - zum Beispiel im Dienstleistungsumfeld neuer Produkte - entstehen.

5. Technikoptimismus und Technikfurcht sind unscharf
Sowohl die übertriebene Angst vor, als auch der überzogene Glaube an die Technik verleiten zu unscharfen Prognosen: Es kommt weder so positiv ("Maschinen lösen alle unsere Probleme!") noch so schlimm ("Wir verlieren alle Jobs an C3PO und R2D2!") wie meist befürchtet.

6. Deutschland hat ein stabiles Ausbildungssystem
Deutsche Auszubildende sind gegen Roboter und Automaten als Jobfresser besser gefeit als etwa ihre Kollegen in den USA, diagnostiziert Steffen Wischmann 'Steffen Wischmann' in Expertenprofilen nachschlagen vom Institut für Innovation und Technik in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser : "Man lernt in den Berufsschulen grundsätzliche Qualifikationen, die den Wechsel zwischen verschiedenen Betrieben erlauben. Die USA haben eine stark an die Abläufe in einem bestimmten Unternehmen gebundene Ausbildung - fällt dort der Job aufgrund Automatisierung weg, hat man hohe Wechselbarrieren."

7. Maschinen rufen Gegenbewegungen hervor
Automatisierung ist keine lineare Entwicklung, die immer stärker, stärker und stärker wirkt. Es gibt Gegenbewegungen, sagt Steffen Wischmann: "Scheiden die Menschen aus den Betrieben aus und werden durch Roboter ersetzt, geht das Wissen um Produktionsabläufe verloren. Toyota zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser etwa hat in Asien eine Produktionsstraße gebaut, in der von vorne bis hinten Menschen eine Auto fertigen." Auf diese Weise bleibe das Wissen im Betrieb.

Der Roboter als Helfer des lenkenden Menschen: Lightweight Robot der Firma Kulka (Bild: kuka-labs.com)
Bild: kuka-labs.com
Der Roboter als Helfer des lenkenden Menschen: Lightweight Robot der Firma Kulka

8. Automatisierung gefährdet Tätigkeiten - nicht in erster Linie Jobs
Maschinen werden so entwickelt, dass sie bestimmte Aufgaben - Tätigkeiten - ersetzen. Doch zumindest in entwickelten Industrienationen besteht kaum ein Job aus einer einzigen Tätigkeit. Eine Maschine kann etwa leicht einen Lagerarbeiter überflüssig machen, der Scheiben stapelt - "doch sobald es auch seine Aufgabe ist, Gummiringe über die Scheiben zu ziehen, ist der Mensch effektiver, weil Maschinen Koordination und Gefühl für das Material vermissen", weiß Gerhard Schreck 'Gerhard Schreck' in Expertenprofilen nachschlagen , Leiter der Abteilung Prozessautomatisierung und Robotik am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser Dienstleister-Dossier einsehen .

Dort, wo Job und Tätigkeit übereinstimmen, ist allerdings das Rationalisierungspotenzial tatsächlich hoch. Je klüger, je flexibler Roboter in der Zukunft werden, umso anspruchsvoller müssen die Menschenjobs werden. Wenn Amazon Logistik-Mitarbeiter durch Roboter ersetzen will Relation Browser , dann fallen zunächst die Jobs weg, bei denen Lagerarbeiter einfache Tätigkeiten verrichten. Die gesellschaftliche Aufgabe wird hier sein, vor allem diejenigen Arbeitnehmer in der Entwicklung mitzunehmen, die nicht in der Lage sind, komplexere Arbeiten zu verrichten.

9. Maschinen sind begriffsstutzig
Die Aufgabe: Rote Sitze in rote Autos einzubauen, grüne Sitze in grüne Autos. "Dem Arbeiter sagt man das einfach. Die Maschine muss umfangreich programmiert und mit optischen Sensoren ausgestattet werden", sagt Gerhard Schreck.

10. Weiterbildung
Der Vormarsch von Automatisierung und Robotik wird einen starken Trend zur Fort- und Weiterbildung in den betroffenen Berufen auslösen. Auf diese Weise werden sich betroffene Angestellte für Aufgaben qualifizieren, die den allgemeinen Jobverlust bremsen.

Höhe des Automatisierungspotenzials
Zahl der Arbeitsplätze hochkurzfristig hochlangfristig hoch
Zahl der Arbeitsplätze geringmittelfristig hochlangfristig gering
Komplexität der Jobs niedrigKomplexität der Jobs hoch

Ein ungelernter Lagerarbeiter hat eine kurzfristig hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit: Es gibt viele seines Jobs (lohnende Anschaffung einer Maschine) und seine Aufgabe ist wenig komplex (Machbarkeit der Maschine). Der Uni-Professor dagegen ist langfristig nur mit geringer Chance zu ersetzen: Es gibt wenige davon (lohnt nicht die Anschaffungskosten der Maschine) und er verrichtet eine komplexe Aufgabe (zu schwer).

Deutschland als Gewinner: Wie wir von der Automatisierung profitieren können

To-Do-Liste: Wie Unternehmen dem Trend zu Automatisierung und Robotik konstruktiv begegnen
  • Automatisierung als unumgänglichen Trend akzeptieren
  • Angestellte und besonders die Arbeitnehmervertretungen (wie Betriebsräte) aktiv in Planungen des sich daraus ergebenden Change-Prozesses integrieren
  • Eine angstfreie Atmosphäre schaffen, die den spielerischen und produktiven Umgang mit Technik fördert
  • Die Unternehmensleitung muss bereit sein, Mitarbeiter für Schulungen und Weiterbildungen freizustellen
  • Kooperative Szenarien für Angestellte und Maschinen entwickeln: Menschliche Qualifikation und maschinelle Vorteile vereinen
  • Menschen in absehbar redundant werdenden Jobs frühzeitig für alternative, höhere Aufgaben trainieren
Auch Jörg Krüger'Jörg Krüger' in Expertenprofilen nachschlagen , Leiter des Geschäftsfeldes 'Automatisierungstechnik' am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik sieht Felder, auf denen die Bundesrepublik profitieren kann: "Maschinelle Unterstützung kann älteren Menschen helfen, körperlich anstrengende Arbeiten weiterhin auszuführen. Das ist ein Weg, um dem demografischen Wandel zu begegnen."

Deutschland hat eine gute Ausgangslage, um einer Automatisierungswelle zu begegnen. Neben der dualen Ausbildung ist dies zum einen der geringe Anteil an ungelernten Arbeitern und die aktive Haltung der Verantwortlichen, sagt Steffen Wischmann: "Um dem Trend zu begegnen, muss man verschiedene Szenarien analysieren und schauen: Welche Technologien erreichen uns und wann genau - und wie gestaltet man darauf aufbauend Arbeitsprozesse um? Da ist unsere Politik durchaus aktiv."
Automatisierung könnte in Deutschland auch dazu dienen, Jobs wieder zurückzuholen, die zuvor in andere Länder verlagert wurden, sagt Steffen Wischmann: "Wenn Automatisierung teure Produktionen günstiger macht, können Firmen wieder in Deutschland angesiedelt werden." Durch die Automatisierung kämen freilich weniger Jobs zurück, als es in einer Firma ohne jede Prozessautomatisierung der Fall wäre, doch unter dem Strich stiege die Beschäftigung in Deutschland.

Außerdem: Deutschland ist traditionell führend im Maschinenbau. Wenn in Zukunft Roboter in großer Zahl gebaut werden: Die Maschinen, mit denen sie entstehen, dürften zumindest zu einem gehörigen Teil aus Deutschland stammen.

Vor diesem Hintergrund bieten sich vier Szenarien für den Einfluss von Automatisierung und Robotik auf die Arbeitswelt in Deutschland an.
Vier Szenarien für die Entwicklung der Arbeitsplätze in Deutschland bis 2025 (ohne demographischen Effekt, Angabe: Jobs in Millionen)
Vier Szenarien für die Entwicklung der Arbeitsplätze in Deutschland bis 2025 (ohne demographischen Effekt, Angabe: Jobs in Millionen)
(Grafik: iBusiness)
Vier Szenarien für Jobs und Automatisierung
  Best-Case-Szenarien Worst-Case-Szenarien
Aktiv-Szenarien
40%
Gemischt
In manchen Betrieben vernichtet Automatisierung Jobs komplett, in anderen Firmen verzichtet man bewusst auf Roboter, in anderen Feldern herrschen maschinenzentrierte oder kooperative Szenarien vor. Unter dem Strich werden negative Effekte des technischen Fortschritts aber nur stark gemildert in der Volkswirtschaft ankommen: Jobs vergehen und entstehen neu, Tätigkeitsprofile ändern sich - die (Menschen-)Welt besteht weiter. Arbeitsplatz-Saldo: Die deutsche Industrie profitiert von einer Roboterisierung der globalen Wirtschaft. Bis 2020 werden sich der Arbeitsplatzabbau und die Schaffung neuer Jobs die Waage halten. In der Folgezeit entstehen aber mehr neue Jobs, weil die Qualifikation der deutschen Facharbeiter höher ist als der globale Durchschnitt - das Rationalisierungspotenzial also niedrig ist und Maschinen in einer Maschinengesellschaft hergestellt werden müssen. Davon profitiert die deutsche Industrie.
20%
Maschinenzentriert
Es entstehen neue, maschinenzentrierte Arbeitsabläufe: Prozesse werden ganz von Robotern übernommen, in anderen geben die Maschinen die Anweisungen, denen sich die Arbeiter und Angestellten unterordnen müssen. Die Zahl der Menschen, die ihren Job verlieren ist hier höher als im kooperativen Szenario und niedriger als in der Robokratie. Arbeitsplatz-Saldo: Die Rationalisierung trifft die deutsche Industrie bis 2020 moderat: Eine Million Job kostet die wachsende Automatisierung, vor allem bei den Industriearbeitern. Die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts und damit des Arbeitsplatzabbaus beschleunigt sich in der Folge weiter, so dass bis 2025 noch einmal das doppelte an Jobs verloren geht. Insgesamt kosten Roboter und Algorithmen drei Millionen Jobs.
Passiv-Szenarien
30%
Kooperativ-humanzentriert
Automatisierung unterstützt Menschen: Die Maschine hebt eine schwere Last, der Mensch lenkt. Ein Roboter schreibt Nachrichten, der Redakteur anspruchsvollere Texte: Weiterbildung und Neuorganisation der Arbeitsprozesse verteilen die Arbeit neu, sodass es keine große Arbeitsplatzvernichtung gibt. Manche Jobs fallen weg, andere entstehen neu. Arbeitsplatz-Saldo: Relativ wenig - eine Million - Arbeitsplätze fällt in der Umstrukturierungsphase bis 2020 weg. Vor allem der deutsche Maschinenbau aber auch im Dienstleistungs- und Servicebereich entstehen in der Folge allerdings genau so viele Arbeitsplätze neu, so das in der Folge die Automatisierung für die deutsche Wirtschaft ein Nullsummenspiel ist.
10%
Robokratisch
In Automatisierungswellen, die etwa alle zehn Jahre über uns hereinbrechen, sinkt der Anteil von menschlicher Arbeitskraft am Bruttosozialprodukt. Es entsteht eine geteilte Gesellschaft von wenigen, steuerzahlenden Unentbehrlichen und Arbeitslosen, die die Sozialsysteme massiv belasten. Weil Roboter keine Steuern zahlen sind die Folge steigende soziale Spannung, Belastung der Sozialsysteme und die Ausgrenzung einer wachsenden Zahl von Arbeitslosen. Arbeitsplatz-Saldo: Analog der Studien des Bundesarbeitsministeriums gehen in diesem Szenario bis 2020 rund 2,4 Millionen Arbeitsplätze verloren, bis 2025 knapp fünf Millionen.
Quelle: HighText Verlag
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