Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Wissensarbeiter arbeiten auch nach Feierabend für ihren Chef
02.01.2015 Ein großer Anteil der Wissensarbeiter unterbricht den Feierabend gelegentlich oder häufig für den Arbeitgeber. Darauf deuten die Ergebnisse einer Tagebuch-Studie der Universität Kassel hin.
tendenziell schlechter, so die Ergebnisse.
Für die Studie befragten Prof. Dr. Sandra Ohly , Leiterin des Fachgebiets Wirtschaftspsychologie der Universität Kassel, und ihr Team 138 Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter, also Beschäftigte, die geistig arbeiten. Sie sind in verschiedenen Unternehmen bundesweit tätig. Teil der Untersuchung, die im Sommer 2014 durchgeführt wurde, war ein Tagebuch. Darin hielten die Befragten eine Woche lang morgens, nach der Arbeit und am Abend fest, wie sie Internet und Mobilfunk für berufliche Zwecke nutzten. Außerdem machten sie u.a. Angaben über ihr Wohlbefinden. Nach diesen Ergebnissen verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie am Feierabend im Schnitt 26 Minuten damit, berufliche Mails zu bearbeiten oder berufliche Anrufe entgegen zu nehmen. Betrachtet man nur diejenigen Tage, an denen der Feierabend überhaupt unterbrochen wurde, waren es sogar 46 Minuten.
Nur 10 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, den Feierabend nie zu unterbrechen, weitere 21 Prozent tun dies selten. Hingegen greifen 20 Prozent "manchmal" für das Unternehmen zu Smartphone oder Rechner, 27 Prozent häufig, 14 Prozent immer. Ein Großteil der Befragten ist damit aber offenbar grundsätzlich einverstanden. Nur 12 Prozent äußerten sich unzufrieden oder sehr unzufrieden mit dem Ausmaß ihrer beruflichen Inanspruchnahme nach Arbeitsende. Die Studie fragte auch nach konkreten negativen und möglichen positiven Aspekten der Nutzung neuer Technologie. Ergebnis: vergleichsweise häufig notierten es die Beschäftigten als belastend, wenn sie am Feierabend E-Mails beantworten mussten. Viele Personen empfanden es hingegen grundsätzlich als positiv, abends in dringenden Fällen erreichbar zu sein. Das Team berichtet aber von einem interessanten Befund: Auch Personen, die diese Erreichbarkeit als positiv empfanden, notierten am Morgen häufig eine schlechtere Stimmung, weniger Vitalität und stellten tendenziell eine schlechtere Schlafqualität fest.
"Dies legt nahe: Auch eine möglicherweise als positiv empfundene Erreichbarkeit am Feierabend stellt eine Belastung dar, die der Erholung entgegenwirkt", sagt Dr. Antje Schmitt , wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin.
