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Zur Studie "Digitalagenturen im Umbruch"
Was Mann wusste, endlich bestätigt: Frauen können keine KI
09.10.2025 Männer bestätigen sich in einer Umfrage selbst als Technikexperten: Vor allem KI (aber natürlich auch das ganze andere neue Zeug) ist einfach nichts für Frauenzimmer. Die misogynen Ansichten machen KI zum ernstzunehmenden Karrierehindernis für Frauen.
Führungskompetenz kennt kein Geschlecht
Die Studie zeigt, dass über drei Viertel (77 Prozent) der befragten Führungskräfte weltweit der Meinung sind, dass Frauen genauso effektiv führen wie Männer. In Deutschland liegt dieser Wert sogar bei 81 Prozent, wobei 84 Prozent der Männer und 78 Prozent der Frauen diese Ansicht teilen. Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber früheren Studien, in denen Frauen ihre Fähigkeiten oft unterschätzt haben. Heute nennen 58 Prozent der Frauen weltweit Selbstvertrauen als persönliche Stärke - ein Wert, der nahezu identisch mit dem der Männer ist (59 Prozent). Zudem sind 68 Prozent der Führungskräfte weltweit (74 Prozent in Deutschland) überzeugt, dass mehr Frauen in Führungspositionen die Unternehmensleistung verbessern.Technologiekompetenzen: Stereotype gefährden Chancengleichheit
Trotz des allgemeinen Trends zu inklusiver Führung zeigt die Studie bei der Betrachtung einzelner Fähigkeiten deutliche Geschlechterstereotype. Bemerkenswert ist, dass die meisten Männer wichtige Zukunftskompetenzen wie den Einsatz von KI und Automatisierung, Innovation, Agilität oder Datenanalyse als "typisch männlich" betrachten. Weibliche Befragte hingegen sehen dieselben Fähigkeiten als geschlechtsneutral oder - im Fall von Innovation - als "von Natur aus weiblich" (36 Prozent). Hier offenbart sich eine deutliche Wahrnehmungslücke.Die Diskrepanz zeigt sich besonders beim Thema KI und Automatisierung. Fast die Hälfte der männlichen Befragten nimmt diese als männliche Fähigkeiten wahr, während ein ebenso großer Anteil der Frauen sie als geschlechtsneutral betrachtet. Drei Viertel der Führungskräfte sind sich einig, dass KI-Kenntnisse für den Aufstieg in Führungspositionen entscheidend sind. Beide Gruppen geben jedoch an, relativ wenig Vertrauen in ihre technischen Fähigkeiten zu haben. Weniger als die Hälfte der weiblichen (45 Prozent) und männlichen (47 Prozent) Befragten betrachtet den Umgang mit KI und Automatisierung als eine ihrer Schlüsselstärken. Dieses geringe Selbstvertrauen - kombiniert mit geschlechterbezogenen Zuschreibungen - könnte bestehende Vorurteile verfestigen und den sogenannten Leadership Gap weiter vergrößern.
"Technologien wie KI verändern die Geschäftswelt grundlegend. Führungskräfte aller Geschlechter müssen sich die nötigen Kompetenzen aneignen, um ihre Rolle aktiv zu gestalten", sagt Felizitas Graeber, Managing Director bei Capgemini Invent in Deutschland. "Geschlechterstereotype verzerren die Wahrnehmung von Führungskompetenzen und beeinflussen damit auch die Karriereentwicklung. Unternehmen müssen diese Vorurteile gezielt durch Trainings und systemische Maßnahmen aufbrechen, um eine wirklich inklusive Führungskultur zu schaffen."
Geschlechterstereotype behindern Karrierechancen
Sowohl Frauen als auch Männer sehen sich aufgrund von Geschlechterstereotypen mit Hindernissen konfrontiert, die ihre berufliche Entwicklung beeinträchtigen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Frauen weltweit berichten von negativen Auswirkungen auf ihr Gehalt aufgrund ihres Geschlechts. In Deutschland liegt dieser Wert bei 52 Prozent, während 43 Prozent der Männer angeben, durch ihr Geschlecht Vorteile bei der Bezahlung erhalten zu haben.Auch bei Beförderungen zeigt sich ein Ungleichgewicht: Nur 54 Prozent der deutschen Führungskräfte glauben, dass Männer und Frauen die gleichen Chancen auf eine Beförderung haben. Darüber hinaus stimmen 39 Prozent der Befragten weltweit (40 Prozent in Deutschland) zu, dass qualifizierte Frauen in ihren derzeitigen Unternehmen häufig für Führungspositionen übersehen werden.
Auf der anderen Seite geben 38 Prozent der Männer weltweit (40 Prozent in Deutschland) an, dass eine schlechte Work-Life-Balance ihre Karriereentwicklung behindert. Das zeigt, dass auch Männer unter geschlechterbezogenen Erwartungen leiden.
Handlungsfelder für Unternehmen
Um Vorurteile abzubauen und Chancengleichheit zu fördern, empfiehlt die Studie mehrere Maßnahmen:- Gezielte Trainingsprogramme, um technologische Kompetenzen und Selbstvertrauen von Führungskräften zu stärken
- Mentoring-Programme, die Diversität und gegenseitiges Lernen fördern
- Strukturelle Veränderungen in Beförderungs- und Vergütungsprozessen, um unbewusste Vorurteile zu minimieren
- Transparente Kommunikation über Karrierepfade und Erfolgskriterien
- Förderung einer Unternehmenskultur, die Vielfalt als wirtschaftlichen Erfolgsfaktor versteht
