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Supply-Chain-Studie

Digitalisierung macht Lieferketten sicherer

04.07.2024 Die Digitalisierung trägt entscheidend dazu bei, Lieferketten sicherer zu gestalten: Diese Ansicht vertreten mehr als zwei Drittel von insgesamt 150 Logistikverantwortlichen deutscher Unternehmen in einer Befragung.

 (Bild: Syaibatul Hamdi auf Pixabay)
Bild: Syaibatul Hamdi auf Pixabay
(Grafik: Hermes)
Immer mehr Unternehmen betreiben ein ganzheitliches Risikomanagement in ihrer Supply Chain: Mehr als jeder zweite Umfrageteilnehmer (55 Prozent) des Hermes-Barometer   'Risikomanagement in der Supply Chain  ' gibt an, ein entsprechendes Konzept zur automatisierten Überwachung der gesamten Supply-Chain-Management-Prozesse implementiert zu haben. Bei größeren Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitenden sind es sogar 71 Prozent.

Diese Steigerung von 16 Prozentpunkten im Vergleich zu den Ergebnissen des Barometers aus dem Jahr 2019 (39 Prozent) ist keineswegs zufällig: Angesichts zunehmender Cyberangriffe, Ressourcenknappheit und geopolitischer Spannungen erwarten die Befragten eine deutliche Verschärfung der Gefährdungslage.

Gerade bei komplexen, weltumspannenden Lieferketten müssten Unternehmen ihre Geschäftspraktiken mit einem ganzheitlichen Risikomanagement absichern: Selbst eine kleine Störung im Produktzyklus kann direkte Auswirkungen auf nachgelagerte Teile der Wertschöpfungskette haben.

Einzelmaßnahmen sollen Risiken minimieren

Um sich gegen die Risiken zu wappnen, haben die befragten Unternehmen bereits einige Lösungen in ihre Geschäftsprozesse integriert. Acht von zehn Logistik-Verantwortlichen (81 Prozent) sehen in der Lieferantenbewertung eine besonders wichtige Risikoprävention: Sie nutzen bereits die Möglichkeit, Kriterien wie die Qualität, Zuverlässigkeit oder die Einhaltung von Vorschriften zu überprüfen und zu bewerten.

Auch die Compliance-Überwachung sowie Risikobewertung sind beliebte Methoden zur frühzeitigen Identifizierung von Störungen und werden von 63 bzw. 59 Prozent eingesetzt, um Ausfälle, Lieferengpässe oder Qualitätsmängel in der Supply Chain zu reduzieren.

Produktqualität steht für Unternehmen im Vordergrund

Mit ihrer Risikoprävention verfolgen die Teilnehmenden des 20. Hermes-Barometers zentrale strategische Ziele. Vor allem die Gewährleistung einer hohen Produktqualität wird von 71 Prozent der Befragten als sehr wichtig angesehen und unterstreicht, wie entscheidend die Qualitätssicherung für die Wettbewerbsfähigkeit und Kundenzufriedenheit ist.

Darüber hinaus sind es der Anspruch an eine Versorgungssicherheit sowie die Erfüllung von Kundenbedürfnissen, die Unternehmen antreiben, Sicherheitsmaßnahmen für ihre Lieferkette zu ergreifen. Nicht zuletzt nennt mehr als jeder zweite Umfrageteilnehmer (58 Prozent) die Einhaltung von Vorschriften und Standards ihrer Lieferanten als Grund für die Strategien zur Risikominderung. Doch obwohl die befragten Unternehmen ambitionierte Ziele verfolgen, hält nur etwa jeder zweite Umfrageteilnehmer sein Risikomanagement tatsächlich für effektiv.

Digitalisierung und transparente Zusammenarbeit für sichere Lieferketten

Abhilfe schaffen könnten vor allem zwei Aspekte, die laut den Ergebnissen des 20. Hermes Barometers dazu beitragen, ein ganzheitliches Risikomanagement für die Supply Chain voranzutreiben. So sieht ein Großteil der befragten Unternehmen in der Digitalisierung und dem Einsatz fortschrittlicher Technologien einen entscheidenden Faktor zur Stärkung des Risikomanagements innerhalb der Lieferkette. Mit 76 Prozent stimmen mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden zu, dass smarte Lösungen und Tools wichtig sind, um Risiken frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu managen. In Organisationen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten teilen diese Einschätzung sogar 82 Prozent.

Auch eine transparente Kommunikation und Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten tragen nach Ansicht der Lieferkettenverantwortlichen zu einem effektiven Risikomanagement bei: Eine Mehrheit von 88 Prozent aller Befragten betont die Wichtigkeit dieser Austauschprozesse. Eine integrative Kommunikationsstrategie optimiert demnach nicht nur die Risikoerkennung, sondern trägt auch zur Stärkung der gesamten Supply-Chain-Resilienz bei, indem sie die Reaktionsfähigkeit auf unvorhergesehene Ereignisse erhöht.
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