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E-Commerce als Wachstumsanker: Studie zeigt große Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt

19.09.2025 Trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten hat sich der E-Commerce in Deutschland als Motor des Wachstums etabliert. Eine aktuelle Studie von Oxford Economics im Auftrag des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel verdeutlicht: Die Branche trägt mittlerweile über sieben Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt direkt mehr Menschen als die Automobilindustrie.

 (Bild: Pixabay/ wal_172619)
Bild: Pixabay/ wal_172619
m Jahr 2024 erwirtschafteten rund 140.000 digitale Handelsunternehmen (B2C und B2B) in Deutschland einen Umsatz von insgesamt 650 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfiel mit 530 Milliarden Euro auf den B2B-Bereich. Seit 2019 ist die direkte Bruttowertschöpfung (BIP) der Branche um 81 Prozent gestiegen - fast viermal so schnell wie das deutsche BIP im gleichen Zeitraum.

Auch auf den Arbeitsmarkt wirkt der Onlinehandel massiv: Knapp eine Million Menschen waren 2024 direkt in digitalen Handelsunternehmen beschäftigt. Rechnet man indirekte und induzierte Arbeitsplätze - etwa in der Logistik - hinzu, sichern E-Commerce-Unternehmen fast drei Millionen Jobs in Deutschland.

Plattformen prägen Geschäftsmodelle

Die Studie zeigt zudem die wachsende Bedeutung von Plattformen. Sie bündeln Angebot und Nachfrage, generieren Daten und ermöglichen darauf aufbauend neue Geschäftsmodelle - zunehmend auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Vor allem kleine und mittelständische Händler nutzen diese Strukturen: Zwei Drittel von ihnen verkaufen über Marktplätze, während es bei Großunternehmen nur 40 Prozent sind. Schon heute erwirtschaften KMU ein Viertel ihres Umsatzes digital.

Im Endkundengeschäft machen Marktplätze seit Jahren mehr als die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes aus. Dass Plattformen auch in der Finanzwelt ernst genommen werden, zeigt der jüngste Aufstieg von Scout24 in den DAX - auf Kosten von Traditionsunternehmen wie Porsche.

Politik gefordert

Trotz der positiven Bilanz warnt der bevh vor politischen Stolpersteinen. "Deutschland sucht seit Jahren nach Wegen zurück zum Wachstum. Der E-Commerce hat einen gefunden. Wir gehen ihn allerdings zu langsam", betont Daniela Bleimaier vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh)  . Sie fordert, europäische Vorgaben praxisnah umzusetzen, statt durch zusätzliche nationale Auflagen noch mehr Bürokratie aufzubauen. Notwendig seien ein stärkerer Fokus auf Investitionsfreundlichkeit, die Stärkung des Binnenmarkts und faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Plattformen aus Drittstaaten.

Für Onlinehändler zeigt die Studie (hier kostenlos downloaden)   zweierlei: Erstens, dass die Branche nicht nur wächst, sondern inzwischen zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland gehört. Zweitens, dass Plattformen für kleine und mittlere Unternehmen zentrale Absatzkanäle darstellen - und dies künftig noch stärker durch datengetriebene Modelle und KI-Anwendungen flankiert wird.
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