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Corona-App genießt breite Unterstützung in der Bevölkerung

28.04.2020 Eine repräsentativen Studie hat herausgefunden, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung zur Installation einer Tracing-App bereit ist - und welche Faktoren bei der Installationsbereitschaft eine Rolle spielen.

 (Bild: Cobe)
Bild: Cobe
Die Studie von Sozialwissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Frauke Kreuter, Inhaberin des Lehrstuhls für Statistik und Methodenlehre an der Universität Mannheim zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser zeigt, dass eine App-basierte Kontaktnachverfolgung auf freiwilliger Basis breite Unterstützung in der Bevölkerung genießt. Knapp dreiviertel der Studienteilnehmer geben an, dass sie die App "auf jeden Fall" oder "wahrscheinlich" installieren würden - unabhängig vom Alter oder Geschlecht der Teilnehmer. Einzig Teilnehmer, die generell wenig Vertrauen in die Regierung haben, sind weniger geneigt, die App zu installieren.

Die breite Mehrheit der Teilnehmer gibt zudem an, sie würden definitiv der Aufforderung der App nachkommen, sich in häusliche Quarantäne zu begeben, sollten sie in Kontakt zu einer infizierten Person gekommen sein. Eine mögliche Selbst-Verpflichtung des Robert Koch-Instituts, Betroffene schnell zu testen, erhöht diese Bereitschaft weiter. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Befragten nicht nur bereit wären, die App herunterzuladen, sondern den Handlungsaufforderungen auch tatsächlich zu folgen, selbst wenn das mit persönlichen Einschränkungen einhergeht. Die meisten Befragten gaben sogar an, dass die Bundesregierung bei ihnen durch die Einführung einer Tracing-App im Ansehen steigen würde - sofern die Installation der App freiwillig bleibt.

Knappe Mehrheit für automatische Installation

Eine knappe Mehrheit der Teilnehmer würde auch eine automatische Installation der App auf allen Handys (mit Möglichkeit zur Deinstallation) unterstützen. Möglicherweise aufgrund der rechtlichen und ethischen Bedenken ist die Bereitschaft zur Nutzung der App in dieser Situation jedoch etwas geringer: Nur 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie eine automatisch installierte App "auf jeden Fall" oder "wahrscheinlich" auf dem Handy behalten würden.

Sorge um staatliche Überwachung einer der Hauptgründe gegen Installation

Trotz der hohen Zustimmungswerte haben viele Befragte auch Bedenken gegenüber einer Tracing-App. Fast ein Drittel der Studienteilnehmer befürchtet, dass die Installation der App zu einer größeren staatlichen Überwachung nach Ende der Epidemie führen könnte. Zudem sorgt sich knapp ein Viertel der Befragten, dass ihr Handy leichter gehackt werden könnte. Auch der Unwille, Bluetooth auf dem Handy zu aktivieren, gehört für die Teilnehmer zu den Hauptgründen, die gegen eine Installation der App sprechen.

Viele dieser Bedenken könnte man laut den Studienautoren auffangen beispielsweise durch ein App-Design, das ohne Standortdaten auskommt und rein mit Bluetooth-Verbindungen und lokaler Datenspeicherung auf dem eigenen Handy arbeitet. Die Installationsbereitschaft könne zudem weiter erhöht werden, indem die Politik die Vorteile einer Tracing-App klar und transparent kommuniziert. Auch sollte bei der Entwicklung der App besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass Handys durch die Installation nicht anfälliger für Zugriffe von außen werden.

(Autor: Susan Rönisch )

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