Suchmaschinen-Traffic bricht im DACH-Raum um 20 Prozent ein
03.08.2026 Der organische Website-Traffic aus Suchmaschinen ist zurückgegangen: Im zweiten Quartal 2026 sank er im deutschsprachigen Raum um 20,3 Prozent. Zugriffe aus KI-Chats wachsen zwar stark, können die Verluste aber nicht ausgleichen.
Finanzbranche verliert fast 40 Prozent
Die Entwicklung fällt je nach Branche unterschiedlich aus. Am stärksten betroffen sind Finanz- und Versicherungsunternehmen. Deren organischer Traffic sank im ersten Halbjahr 2026 um 39,3 Prozent. Auch Websites aus den Bereichen Bildung und Telekommunikation verzeichneten deutliche Verluste. Bereits die erste Ausgabe der Studie hatte für den Handel einen Rückgang des organischen Traffics um zwölf Prozent ermittelt. e-dialog hatte Unternehmen deshalb empfohlen, Suchmaschinenoptimierung, bezahlte Suche und die Optimierung für KI-Antwortsysteme stärker miteinander zu verbinden.Zugriffe aus KI-Chats haben sich im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vergleichszeitraum verdreifacht. Ihr Anteil am gesamten Website-Traffic liegt laut der Studie dennoch erst bei 0,9 Prozent. Die wachsenden Verweise aus Chatbots und KI-Suchsystemen reichen damit bei Weitem nicht aus, um die Verluste aus der organischen Suche auszugleichen. Als wesentliche Ursache nennt e-dialog den Aufstieg von KI-Antwortmaschinen und das damit verbundene veränderte Suchverhalten. NutzerInnen erhalten Informationen zunehmend direkt in Suchmaschinen oder Chatbots, ohne anschließend die ursprüngliche Website aufzurufen.
Auch zwischen den drei untersuchten Ländern gibt es deutliche Unterschiede. In Deutschland ging der gesamte Suchmaschinen-Traffic im ersten Halbjahr 2026 um 19,2 Prozent zurück. Österreich verzeichnete ein Minus von 8,1 Prozent. In der Schweiz lag der bereinigte Rückgang bei 3,5 Prozent. Damit nähert sich der deutsche Markt einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner an. Gartner hatte 2024 vorhergesagt, dass das Volumen klassischer Suchmaschinen bis 2026 aufgrund von KI-Chatbots und virtuellen Assistenten um 25 Prozent sinken werde. Die Prognose bezog sich allerdings auf das Suchvolumen und nicht unmittelbar auf den Website-Traffic.
"Wir sind im DACH-Raum schon fast bei diesem Wert angekommen, und der Abwärtstrend verschärft sich zunehmend", sagt Kristina Niederer-Nierlich. Eine Strategie, die sich allein auf steigende Besucherzahlen konzentriere, greife deshalb zu kurz. Unternehmen müssten ihre Sichtbarkeit künftig stärker in KI-Chats optimieren und zugleich ihre Markenpräsenz im gesamten digitalen Ökosystem ausbauen. Für Marketingteams bedeute der Rückgang nicht zwangsläufig, dass Websites an Bedeutung verlieren. Kennzahlen wie Sichtbarkeit, Markenwirkung, qualifizierte Kontakte und Conversions müssten jedoch stärker berücksichtigt werden als der reine Traffic.
Für das aktuelle Studienupdate untersuchte e-dialog nach eigenen Angaben 2.250 Datenpunkte aus mehr als 100 Analytics-Properties.
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