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Studie: Welche Nachrichtenportale die politische Meinung bilden
03.08.2009 Welche Nachrichtenportale im Internet maßgeblich zur politischen Meinungsbildung in Deutschland beitragen, hat eine aktuelle Studie ermittelt. Überraschendes Ergebnis: Viele namhafte Internetangebote finden sich eher auf hinteren Plätzen.
Überraschendes Ergebnis: Politische Meinungsbildner im deutschen Web sind nicht die überregionalen Tages- und Wirtschaftszeitungen. Nur zwei bis drei Prozent der Befragten nennen die bekannten Internetangebote von Financial Times Deutschland , Handelsblatt , Stern , Süddeutscher Zeitung oder Welt als häufig genutzte Quellen für aktuelle politische Nachrichten.
General-Interest-Portale schlagen Nachrichtenportale
Als wichtigste Anlaufstelle für politische Nachrichten wurde von 19 Prozent der Befragten Spiegel Online genannt. Nahezu gleichauf folgen mit jeweils 15 Prozent der Nennungen Google Deutschland sowie T-Online . Zu den bedeutenden Nachrichtenportalen zählen auch ARD.de/Tagesschau.de (neun Prozent) sowie ZDF.de/Heute.de (sieben Prozent). Mit jeweils sechs Prozent folgen N-TV.de , N24.de und Web.de auf Platz fünf. Focus.de und Bild.de nehmen mit jeweils fünf Prozent Platz sechs ein, MSN.de , GMX.net , FAZ.net , AOL.de und RTL.de sind noch für jeweils vier Prozent der Befragten von Interesse.
| Portal | Anteil der Befragten, die auf dem Portal politische Nachrichten suchen |
|---|---|
| Spiegel Online | 19 Prozent |
| Google Deutschland | 15 Prozent |
| T-Online | 15 Prozent |
| ARD.de/Tagesschau.de | 9 Prozent |
| ZDF.de/Heute.de | 7 Prozent |
| N-TV.de | 6 Prozent |
| N24.de | 6 Prozent |
| Web.de | 6 Prozent |
| Focus.de | 5 Prozent |
| Bild.de | 5 Prozent |
| MSN.de | 4 Prozent |
| GMX.de | 4 Prozent |
| Faz.net | 4 Prozent |
| AOL.de | 4 Prozent |
| RTL.de | 4 Prozent |
Dass Portale wie T-Online, Web.de, MSN, die nur bedingt für politische Inhalte stehen, zu diesen Fragen aber eher konsultiert werden als beispielsweise das Online-Angebot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist wohl auf die Umfragemethode (ungestützte Befragung) und die Reichweite der Angebote zurückzuführen. Denn laut aktuellen AGOF-Zahlen sind dies die drei reichweitenstärksten Portale in Deutschland.
Spiegel Online wird signifikant häufiger von politisch Interessierten im Westen (22 Prozent) als im Osten (neun Prozent) genannt. Die politisch interessierten Nutzer von T-Online zeichnen sich häufig durch einen Haupt- bzw. Volksschulabschluss (24 Prozent) aus, wohingegen bei Spiegel Online überdurchschnittlich viele Befragte mit Abitur und Fachhochschulreife (37 Prozent) anzutreffen sind.
Auch hinsichtlich der Parteipräferenzen gibt es Unterschiede im Detail. Bei T-Online finden sich überdurchschnittlich viele Anhänger von CDU/CSU (27 Prozent). Interessanterweise wird Spiegel Online auffällig häufig von Anhängern der Grünen und denen der FDP genannt (jeweils 23 Prozent). Bemerkenswert ist zudem, das ARD.de/Tagesschau.de (26 Prozent) und RTL.de (24 Prozent) auffallend häufig politisch Interessierte erreichen, die arbeitslos sind.
Die genauen Fragen der Umfrage lauteten: 'Nutzen Sie zumindest gelegentlich das Internet?' Bei den 69 Prozent der Befragten, die dies mit 'Ja' beantworteten, wurde weiter gefragt: 'Bei welcher Website informieren Sie sich am häufigsten über das aktuelle politische Geschehen, würden Sie mir das bitte sagen?' Befragt wurden bundesweit insgesamt 1.000 Deutsche ab 18 Jahren.
