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Zoff am Freitag: Pixelpark und mt digital
10.11.2008 Die ehemalige Pixelpark-Tochter mt digital kommuniziert am Freitag via iBusiness verärgert, nicht mehr Teil der Agenturgruppe zu sein. Die ehemalige Konzernmutter kann die Aufregung des "Häppchens" nicht verstehen.
Das Merkwürdige: Bereits seit Wochen gehen die ehemalige Tochter mit Firmensitz in Berlin und die von Horst Wagner sowie Dirk Kedrowitsch geführte Pixelpark getrennte Wege. Sprich: Das Unternehmen, welches auf seiner Homepage am heutigen Freitagvormittag noch den Untertitel 'A Pixelpark Company' führte, ist seit einiger Zeit solo. Nun distanziert man sich auf der Website öffentlich per Pressemitteilung und dem Namenszusatz 'NOT a Pixelpark Company'. "Wir gehören seit zwei Wochen nicht mehr zur Pixelpark. Durch einen Management-Buy-Out haben die geschäftsführenden Gesellschafter von mt digital die Anteile der Holding übernommen", sagt Geschäfstführer Andre Sturm gegenüber iBusiness. Es habe keine weitere Perspektive mehr unter dem Dach von Pixelpark gegeben, so Sturm. Nun führt das Unternehmen sein Geschäft - etwa die Entwicklung von Mobile Virtual Network Operators (MVNOs) eigenständig fort. In dem MVNO-Geschäft, also Mobilportalen für Marken, die eigene Mobiltarife anbieten, sieht Sturm die Zukunft.
Ihn ärgert, dass der Plan, gemeinsam mit Pixelpark den Management-Buy-Out zu kommunizieren, nicht umgesetzt wurde. Deshalb werde mt digital nun seinerseits eine Mitteilung zum Thema verfassen, da der Vorstand der Pixelpark dies unterlassen habe. Dies habe dazu geführt, dass Kunden anriefen, die sehr verwundert über das Kommunikationschaos im Kommunikationskonzern waren. "Was uns passiert ist, ist ganz klar geschäftsschädigend", so Sturm gegenüber iBusiness.
Die bisher nicht erfolgte Kommunikation des Verkaufs der Beteiligung ist börsenrechtlich nicht relevant. Denn nur wenn eine verzögerte Mitteilung einen Verkauf eines wichtigen Konzernteils betrifft, könnte dies problematisch für den Vorstand werden. Dies trifft nicht auf mt digital zu, heißt es bei Marktexperten. "Eine erhebliche Preisrelevanz und eine Ad-Hoc-Pflicht scheiden aus, wenn eine Information im einzelnen Fall ohne besondere Bedeutung für den Emittenden als Gesamtunternehmen ist", so eine Sprecherin der BaFin gegenüber iBusiness.
Das sieht man auch bei Pixelpark so, wo man über den Ärger bei mt digital verwundert ist. "Aufgrund der ganzen Restrukturierung kommunizieren wir nicht in Häppchen, sondern in Happen", sagt Dirk Kedrowitsch gegenüber iBusiness. Soll heißen: Im Vorstand geht es ums Ganze, nicht um kleine Töchter, die man aufgeben muss. "Wir hätten mt digital nicht verkauft, wenn sie erfolgreich gewesen wäre", so Kedrowitsch weiter. Damit ist einer von vier Kandidaten, die vom Vorstand überprüft wurden verkauft. Eine weitere Tochter wird umstrukturiert, so Kedrowitsch weiter. Zwei weitere Firmen werden noch überprüft, um abzuschätzen, ob sie restrukturiert oder zum Verkauf angeboten werden.
