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Pixelpark: Welche Töchter zur Disposition stehen
02.10.2008 Der Pixelpark-Finanzbericht warnt: Fürs kommende Geschäftsjahr geht die Firma von ihrem 'Fortbestand' aus. iBusiness identifiziert die Unternehmensteile, die bald schon geschlossen oder abgetrennt werden könnten.
Falls sich etwas beim Thema Liquidität zum Negativen wendet, könnte der Fortbestand von Pixelpark gefährdet sein, wie sich aus Seite 11 herauslesen lässt. Grund zur Vorsicht haben Anleger und Mitarbeiter gleichermaßen: Die Bilanzsumme sank um 21,4 Prozent von 58,3 Millionen Euro auf 45,7 Millionen Euro. Zudem wurde wieder Eigenkapital vernichtet. Statt 36,2 Millionen Euro stehen nun 22,8 Millionen Euro in der Bilanz, was rund 37 Prozent weniger Eigenkapital entspricht. Der gesamte Umsatz der in die Sparten Systemtechnologie und Agenturen gegliederten Aktiengesellschaft stieg leicht an. Aus 21,5 Millionen Euro wurden 22,9 Millionen Umsatz. Besonderen Anteil am Umsatz hatten die Agenturen: Im Bereich Kommunikation stiegen die Umsätze um 20,2 Prozent auf 18,6 Millionen Euro. Die Systemhäuser bei Pixelpark, denen die Vorstände bereits unmissverständlich die gelbrote karte gezeigt hatten, verbuchten Umsätze in Höhe von 5,6 Millionen Euro, was einem Absinken der Umsätze von 15,5 Prozent entspricht.
Im Prinzip zeigen die Kennzahlen eine gefährdete Firma. Das EBITDA rutschte von 0,2 auf minus 3,1 Millionen Euro. Auch das Konzernergebnis zeigt die Tendenz der Talfahrt an: Es sank weiter von minus 1,2 Millionen Euro auf minus 13,9 Millionen Euro. Dementsprechend fiel auch das Ergebnis je Aktie steil ab. Waren es 2007 noch minus 0,05, rutschte es auf minus 0,42. Aktuell dümpeln die Pixelpark-Aktien bei 33 Cent Wert. Besonders der Cash Flow macht Sorge: Von minus 0,3 Millionen Euro sank er weiter auf minus 3,5 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Finanzkrise, die durchaus schon zu Problemen bei den Kreditrahmen verschiedener Unternehmen geführt hat, ist für Pixelpark die Finanzierung ein überlebensnotwendiger Punkt. Trotz aller Kreditlinien - etwa bei der Unicredit, beziehungsweise Hypovereinsbank , und der kürzlich ausgegebenen Wandelschuldverschreibung, listet der Finanzbericht die möglichen baldigen Bauernopfer bereits auf.
Töchter und Beteiligungen, die im Fokus stehen: Die Beteiligung an der Emprise sei mit Risiken behaftet, so Wagner und Kedrowitsch in ihrem Bericht. Wie lange die beiden Vorstände, die zuletzt erneut Geld in ihre 29,3-Prozent-Beteiligung zugeschossen haben, bei der Emprise beteiligt sein wollen, darf deshalb zumindest hinterfragt werden. Bei den Abschreibungen und Wertminderungen innerhalb der Pixelpark AG fällt besonders die ONLINE Systemhaus ES+C GmbH auf. Außerplanmäßige Wertminderungen auf Firmenwerte machen hier 3,8 Millionen Euro aus, bei der Elephant Seven Bielefeld GmbH waren es 1,2 Millionen Euro sowie bei der Pixelpark Systems GmbH 0,6 Millionen Euro. Insgesamt betragen diese außerplanmäßigen Wertminderungen 5,6 Millionen Euro. Auch die Beteiligung an der PXP Software AG könnte aufgegeben werden. Hier kamen Wertminderungen von 1,1 Millionen Euro zusammen. Die in Wien ansässige PXP ist aus der ehemaligen Pixelpark Österreich hervorgegangen. Die PXP ist inzwischen eine Minderheitsbeteiligung und eine der großen Interaktivagenturen Österreichs. Bei der The Otherland Group GmbH wurden 0,2 Millionen Euro Werte vernichtet.
Falls die Pläne des Konzerns nicht verwirklicht werden, sieht der Vorstand den Bestand der AG als "gefährdet beziehungsweise die Entwicklung wesentlich beeinträchtigt".
