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Die Akte Pixelpark
08.09.2008 Der Umbau des Vorstands ist die Reaktion auf die Leidensgeschichte der Pixelpark. Alles begann vor etwa einem Jahr, als das Unternehmen zum vierten Quartal 2007 in die Verlustzone rutschte. Inzwischen werden Strategien geändert, Geheimnisse gelüftet - und erste Schuldzuweisungen laut.
Pixelpark verkündete damals den Eintritt in "weltweit tätigen Kommunikations-Agentur" Zu einer Einigung konnte beide Parteien jedoch nicht gelangen und beendeten Mitte Juli bereits wieder die Gespräche. Publicis, das wurde iBusiness nun erneut von zwei unabhängigen Quellen bestätigt, war der ursprünglich vorgesehene Käufer.
Michael Riese , der die Agenturen nicht verkaufen konnte, machte Ende der letzten Woche dem Duo Wagner/Kedrowitsch Platz, das sich kritisch über Rieses Expansionen äußerte.
Nach fünf Jahren unter Vorstand Riese will man nun das Agenturgeschäft stärken, statt es zu verkaufen. Und hat einen Sparkurs angekündigt. Horst Wagner muss als CEO und CFO zusammen mit COO Dirk Kedrowitsch bald die Zahlen auf den Tisch legen. Die Nachricht, den Halbjahresfinanzbericht zu verschieben, sorgte für Unruhe unter Beobachtern. Klar ist: Pixelpark ist noch nicht über den Berg. "Dass sich personell etwas ändern würde, zeichnete sich bereits auf der letzten Hauptversammlung ab, bei der der neue Investor Reinhold Rombach zunächst im Aufsichtsrat für eine Neubesetzung sorgte", so Malte Diesselhorst , Berliner Landesgeschäftsführer Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz . "Das Agentur-Kerngeschäft zu konsolidieren ist eine wichtige, aber auch schwierige Aufgabe. Jedenfalls erwarte ich, dass im neuen Halbjahresfinanzbericht Wertberichtigungen bei Tochtergesellschaften der Pixelpark auftauchen werden" , so Diesselhorst am Wochenende gegenüber iBusiness.
Auch Reinhold Rombach erhofft sich künftig wohl eine Phase, in der es für die von ihm gehaltenen Aktien nach oben geht. Nach dem Scheitern der Verkaufsgespräche übernahm Reionholds Investoren-Geflecht von mehr als 50 Firmen 22,22 Prozent der Pixelpark-Anteile.
Bis dahin haben die Pixelpark-Manager noch einiges zu tun. Wie die Bilanzanalyse von iBusiness zeigte, muss Pixelpark vor allem im laufenden Geschäftsjahr seine Kostenstrukturen wieder in den Griff bekommen. Finanzexperten bescheinigten dem Unternehmen, es "stehe auf wackligen Füßen". Sparen ist und bleibt die Devise. nachdem Pixelpark dies nun auch öffentlich einräumt, bewahrheiten sich die Mahnungen von außerhalb. So bekräftigt Kai Weigert von derSchutzgemeinschaft der Kapitalanleger : "Kosten runter, das ist und bleibt das Entscheidende."
Ex-Pixelpark-CEO Michael Riese ist derzeit noch Aufsichtsratsvorsitzender der Emprise , in den er Mitte August gewählt wurde. Pixelpark hält derzeit 29,3 Prozent an der Hamburger Emprise.
