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Lycos Europe: Miese Bilanz 2008
04.03.2009 Nach der radikalen Schrumpfkur bei Lycos Europe bleibt weniger als die Hälfte an liquiden Mitteln übrig. Und auch ansonsten muss das Unternehmen in seiner aktuellen Bilanz vor allem ein Vorzeichen nur all zu oft benutzen: das Minus-Zeichen.
Im Herbst 2008 wurde endgültig die Notbremse gezogen, beziehungsweise der Holzhammer ausgepackt. Lycos Europe gab die Kündigung von 71 Prozent der Mitarbeiter bekannt. Am gestrigen Dienstag wurde der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008 veröffentlicht, der die Löcher offenbart, die durch Verkäufe und das Dichtmachen großer Firmenteile entstanden. Die nun publizierten Zahlen beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten Portal und Webhosting - die abgestoßenen oder zum Verkauf stehenden Aktivitäten Jubii Denmark, United Domains und Shopping kommen nicht mehr in der Bilanz vor. Die außerordentliche Hauptversammlung vom 12. Dezember 2008 hatte diese strategischen Verkaufs-Entscheidungen gefällt - diese Unternehmensbereiche repräsentierten rund 60 Prozent der gesamten Umsätze von Lycos Europe.
Die Umsätze im Geschäftsjahr 2008 beliefen sich auf 20,9 Millionen Euro und lagen damit 44 Prozent unter den unklassifizierten Umsätzen des Jahres 2007 (37,4 Millionen Euro). Das EBITDA des Geschäftsjahres 2008 belief sich auf -50,8 Millionen Euro im Vergleich zu -15,5 Millionen Euro im Vorjahr. Sinkende Umsätze und Liquidationsmaßnahmen in Höhe von -24,4 Millionen Euro verschlechterten das operative Ergebnis deutlich. Das Nettoergebnis der fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten sank auf -52,9 Millionen Euro im Vergleich zu 40,1 Millionen Euro im Jahr 2007. Die gesamten Liquidationskosten beliefen sich auf -32,8 Millionen Euro
Immerhin bleibt unterm Strich noch etwas - wenn auch schmerzhaft wenig liquide Mittel, wenn man den Vorjahresvergleich zieht: Die liquiden Mittel und sonstigen Kapitaleinlagen beliefen sich zum 31. Dezember 2008 auf 76,1 Millionen Euro. im Vergleich zu 157,2 Millionen Euro zum 31. Dezember 2007. Dies führt zu einem Liquiditätsgrad von 1,6 (liquide Mittel und sonstige Einlagen geteilt durch Verbindlichkeiten). Die deutliche Abnahme der liquiden Mittel sei in erster Linie auf die Kapitalrückzahlung in Höhe von 50 Millionen Euro im Dezember 2008 zurückzuführen, teilte die im niederländischen Haarlem ansässige Firma mit.
