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Lycos Europe entlässt 71 Prozent der Mitarbeiter
26.11.2008 Mit einem wuchtigen Kahlschlag wird die zu Bertelsmann gehörende Lycos 500 ihrer 700 Mitarbeiter entlassen. Alleine in Gütersloh müssen 230 Mitarbeiter gehen, da die Geschäftsfelder Webhosting und Portal komplett dicht gemacht werden. Weitere Unternehmensteile sollen abgestoßen werden.
heute beschlossen, das Domaingeschäft, das Shoppinggeschäft (Pangora ) sowie das dänische Portal zu veräußern - sofern ein angemessener Preis erzielbar ist.". Mit diesen Aktivitäten generiere Lycos Europe etwa zwei Drittel des gesamten Umsatzvolumens. Doch es kommt noch dicker: "Das unprofitable Webhosting- und Portalgeschäft (inklusive Sales) soll dagegen geordnet abgewickelt werden", teilt das Unternehmen mit.
Grundlage für diese Entscheidungen war nach Unternehmensangaben die intensive Überprüfung der Strategie der Lycos Europe seit Ende April 2008. Ein schlechtes Neun-Monatsergebnis war Ende Oktober kommuniziert worden: Die Umsätze in den ersten neun Monaten beliefen sich auf 46,9 Millionen Euro im Vergleich zu 58,4 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2007. Als Resultat des straffen Kostenmanagements wurden schon in den ersten neun Monaten 2008 die betrieblichen Kosten um 5,3 Millionen Euro reduziert. Die Umsatzrückgänge konnten aber nicht vollständig kompensiert werden. Das EBITDA belief sich in den ersten drei Quartalen 2008 auf minus 19,9 Millionen Euro im Vergleich zu minus 12,9 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2007. Diese Entwicklung soll nun gestoppt werden.
Der Vorstand sei verpflichtet, Teile des Geschäfts zu schließen und andere zu verkaufen, um den Vermögenserhalt bestmöglich sicherzustellen - nachdem für einen Komplettverkauf niemand gefunden worde war, der für das Unternehmen genügend Geld ausgeben wollte. CEO Christoph Mohn erklärt trocken per Mitteilung : "Die Analyse der Zukunftsperspektiven von Lycos Europe war notwendig geworden, weil es trotz umfassender Restrukturierungsmaßnahmen nicht möglich war, mit dem bestehenden Geschäft auf absehbare Zeit profitabel zu werden. Zudem setzt sich die Branchenkonsolidierung zügig fort."
Mohn spricht den Mitarbeitern zugleich sein Bedauern aus. "Das Management bedauert diese schmerzliche Entscheidung sehr, da das Lycos-Team hochqualifiziert, motiviert und engagiert ist", so Mohn. Man werde die Mitarbeiter bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz aktiv unterstützen. Die vom Vorstand und Aufsichtsrat getroffenen Entscheidungen und werden auf einer außerordentlichen Hauptversammlung voraussichtlich Anfang Dezember vorgelegt. Darüber hinaus will man aus verbliebenen liquiden Mitteln Ende Dezember 2008 an die Aktionäre 50 Millionen Euro auszahlen.
