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NRW hält an Sperrung rechtsextremer Sites fest

17.05.2002 (iBusiness) Nordrhein-Westfalen hält an der umstrittenen Sperrungs-Verfügung für zwei rechtsextreme Internetseiten fest. "Wir werden die Widersprüche der Provider zurückweisen", kündigte der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow an. Den Zugangsanbietern bleibe dann der Weg vor die Verwaltungsgerichte.

Als Aufsichtsbehörde für Nordrhein-Westfalen hatte die Bezirksregierung im Februar von 80 Zugangsanbietern verlangt, zwei Neonazi-Seiten aus den USA zu blockieren. 38 Unternehmen hatten dagegen Widerspruch eingelegt, der aufschiebende Wirkung hat.

Kritiker halten eine wirksame Sperrung nicht für machbar und argumentieren, es handle sich um Zensur. Auf technischer Ebene ist die Bezirkregierung mit ihrem Versuch, Nazipropaganda und andere illegale Inhalte im Internet sperren zu lassen, vorerst gescheitert (iBusiness berichtete).

Dies entbinde die Provider aber nicht von der Pflicht, keine strafbaren Internet-Seiten zu verbreiten, so die Bezirksregierung. Die meisten Provider hätten die beiden Seiten inzwischen gesperrt. Der Streit mit der Internet-Branche gilt als Präzedenzfall. Die Branche befürchtet erheblichen Aufwand, wenn sie verpflichtet wird, die Seiten zu sperren.

Nach Ansicht von Büssow kommen bis zu 6.000 Internet-Angebote für eine Sperrung in Frage. Ziel sei es, die Verbreitung strafbarer Inhalte und das Geschäft mit Neonazi-Propaganda zu erschweren. Aus der rechtsextremen Szene habe es deswegen Morddrohungen gegen Mitarbeiter der Bezirksregierung gegeben. Büssow regte erneut eine Selbstverpflichtung der Zugangs-Provider an. Die Bezirksregierung beruft sich auf den Mediendienste-Staatsvertrag.

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