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Intershop: Pro-Kopf-Umsatz auf 4740 Euro gesunken
02.06.2003 (iBusiness) Harsche Kritik hat der Vorstand des angeschlagenen Software-Konzerns Intershop auf der Hauptversammlung in Weimar geerntet. Trotz blutroter Zahlen in 2003 pfiff Chef Stephan Schambach im dunklen Wald.
Dem widersprach sein eigener Finanzvorstand: Jürgen Schöttler kündigte eine weitere "harte" Sparrunde an. Konzernstrukturen sollen weiter abgespeckt werden. Im Vorjahr hatte Intershop seine Mitarbeiterzahl um ein Drittel auf derzeit 450 verringert. Mit Umsätzen von nur 6,4 Millionen Euro und einem Verlust von 7,2 Millionen Euro habe das Unternehmen in den ersten drei Monaten 2003 einen deutlichen Rückschlag erlitten, sagte Schöttler. Kein Wunder: Wenn 450 Mitarbeiter einen Monatsumsatz von 2,13 Millionen Euro erwirtschaften, dann ergibt das rechnerisch einen Pro-Kopf-Umsatz von 4.740 Euro (im Jahr: 56.889 Euro). "Das Unternehmen bereitet den Aktionären Kummer und ich fürchte, er wird noch größer werden", sagte darum auch Dirk Unrau von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz . Grund seien die im ersten Quartal von 22,5 Millionen auf 16,7 Millionen Euro gesunkenen liquiden Mittel.
Zu den wesentlichen auf der Hauptversammlung gefassten Beschlüssen zählten die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder, und die Verlängerung der Ermächtigung zum Erwerb oder zur Veräußerung eigener Aktien. Sämtliche Beschlüsse wurden von mehr als 98 Prozent des auf der Haupversammlung vertretenen Kapitals gefasst.
Intershop: Pro-Kopf-Umsatz auf 4740 Euro gesunken
Das wesentliche Geschäft der Zukunft ist die Dienstleistung, die in der Konfektionierung und im Betrieb komplexer Lösungen besteht. Allerdings gelten hierfür andere Regeln als im Lizenzgeschäft.
Der Markt fordert sinkende Kosten für Dienstleistungen; Komparative Kostenvorteile werden aber schon auf mittlere Sicht nur durch Verfahren der Lohnveredelung zu erzielen sein. Darauf sind Große besser vorbereitet als die Kleinen, deren Vorteil früher in ihrer Beweglichkeit bestand. Was bei den Großen als Diversität imponiert, erscheint bei den Spezialisten wie Intershop nur als Ad Hoc Management.
Zeit also, das Farewell vorzubereiten.
