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Österreicher lehnen Onlinehandel von Medikamenten ab
14.09.2004 (iBusiness) Die österreichische Bevölkerung lehnt den Internethandel und den Postversand von Medikamenten mehrheitlich strikt ab. Zu diesem eindeutigen Ergebnis gelangt eine aktuelle Studie des Instituts für Sozialmedizin.
Einen besonders großen Nutzen ziehen die Österreicherinnen und Österreicher aus der fachlichen Betreuung in der Apotheke. Immerhin führen 67,5 Prozent der Befragten ein Beratungsgespräch mit ihrem Apotheker. Ein Beratungsgespräch in der Apotheke dauert laut Erhebung der Österreichischen Apothekerkammer zwischen vier und zehn Minuten. Der Wiener Sozialmediziner Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Leiter des Instituts für Sozialmedizin der Universität Wien, folgert: "Diese Informationsleistung fällt beim Versandhandel natürlich komplett weg."
Der Wegfall der Beratung würde den wenigsten Konsumenten gefallen. Laut der aktuellen Umfrage des Instituts für Sozialmedizin erachten 79,5 Prozent die Option eines Beratungsgespräch als "sehr wichtig". Lediglich acht von 100 Österreichern halten Beratungsgespräche in der Apotheke für unwichtig. Der Postversand von Medikamenten würde viele Kunden und Patienten einer wertvollen Information berauben, die sie wollen und brauchen. Laut Studie empfinden 92,5 Prozent der Befragten die Beratung durch den Apotheker als sehr gut oder gut.
"Wir Apotheker lehnen den Internethandel und Postversand von Arzneimitteln strikt ab, weil uns die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden sehr am Herzen liegt. Medikamente gehören in die Apotheke", betont Dr. Herbert Cabana, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. Eine klare Absage an den Handel von Medikamenten über das Internet erteilt auch Maria Rauch-Kallat, Bundesministerin für Frauen und Gesundheit. "Ich sehe keine Notwendigkeit für Internetapotheken in Österreich. Ich bin stolz, dass wir in Österreich ein so gut funktionierendes Apothekensystem haben."
