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Breitband-Nutzung: Deutsche sind noch Anfänger

07.03.2005 (iBusiness) Bei der Nutzung von Breitband-Services hinkt Deutschland noch weit hinter anderen europäischen Ländern hinterher. Die Gründe hat eine aktuelle Studie ermittelt.

Die hierzulande weit verbreitete Zufriedenheit mit ISDN und der Mangel an effektivem Wettbewerb habe dazu geführt, dass die Zahl der Breitbandanschlüsse im vergangenen Jahr nur um rund 30 Prozent gestiegen ist, so das Ergebnis einer Studie von Forrester Research  . Aber neue, besonders günstige Angebote der Deutschen Telekom dürften dafür sorgen, dass sich "die Schleusentore öffnen" und sich der Anteil der Haushalte, die Breitband-Dienste nutzen, an der Gesamtzahl der Haushalte in Deutschland bis 2010 mehr als verdreifacht, schätzen die Marktforscher. Dann dürften rund 44 Prozent aller Haushalte in Deutschland Breitband-Dienste nutzen, vor allem ADSL. Ende 2004 waren in Deutschland nur 13 Prozent der Haushalte mit Breitband-Anschluss ausgestattet, verglichen mit dem westeuropäischen Durchschnitt von rund 20 Prozent.

Derzeit gebe es laut Studie zwei Typen von Breitband-Nutzern. Zum einen handelt es sich um junge, technikorientierte Männer. Der deutsche Breitband-Nutzer ist sehr gut ausgebildet, rund 36 Jahre alt (etwa acht Jahre jünger als der typische deutsche Verbraucher), liebt Hightech-Gadgets wie Digitalkameras und hat in mehr als 50 Prozent der Fälle sogar zu Hause ein Computer-Netzwerk installiert. Die zweite Gruppe besteht in erster Linie aus denjenigen, die Breitband-Anschlüsse für Geschäfte, zum Beispiel über Ebay, nutzen. Nahezu die Hälfte der deutschen Breitband-Nutzer ist hier aktiv. Musik- und Film-Downloads sind hingegen weniger gefragt: Nur 16 Prozent kümmern sich darum, verglichen mit einem europäischen Durchschnitt von 32 Prozent.

Warum die Verbreitung von Breitband-Anschlüssen in Deutschland erheblich langsamer wächst als in anderen westeuropäischen Ländern, hat laut Forrester folgende Gründe: 85 Prozent der deutschen Breitband-Nutzer müssen monatlich mindestens 17 Euro für eine DSL-Verbindung an die Telekom-Festnetztochter T-Com zahlen - und dann noch zusätzlich eine Gebühr für den Zugang zum Internet an den ISP ihrer Wahl entrichten. Die preisbewussten Deutschen sind inzwischen daher eher bereit, ihren ISP zu wechseln, als sich für eine schnellere Datenverbindung zu entscheiden.

Im übrigen haben sie, zumindest was das Breitband-Angebot betrifft, bisher auch wenig alternativen. Die Deutsche Telekom dominiert mit einem Marktanteil von rund 85 Prozent noch immer den Markt für DSL-Verbindungen. Im Gegensatz zur Bristish Telecom bietet die Deutsche Telekom auch noch immer keine günstigeren und effektiveren Alternativen wie Bitstream an. Durch neue Vereinbarungen auf der Einkaufsseite können nun Anbieter wie Freenet und 1&1 wettbewerbsfähige Offerten vorlegen. Service Provider wie Hansenet und Versatel haben bereits ihre Preise für Breitband-Anschlüsse in ihren jeweiligen Einzugsgebieten deutlich gesenkt.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Deutschen beim Breitband besteht laut Studie darin, dass hierzulande - im Gegensatz zum Beispiel zu Frankreich - nur einige wenige Anbieter sowohl Sprach- als auch TV-Services als Gesamtpaket anbieten. Die United Internet-Tochter 1&1 und GMX bieten inzwischen Voice over IP an. Die Telekomtochter T-Online setzt hingegen mehr auf Online Content wie Video- und Musik-Downloads sowie die Übertragung von Bundesliga-Fußballspielen via Internet und Mobilterminals.

Durch neue Preisangebote, sowohl an Weiterleiter als auch an die breite Masse, neue Marketing-Aktionen und bessere Leistungen dürfte der Markt für Breitband-Anschlüsse in Deutschland in diesem Jahr um gut 60 Prozent wachsen. Die Analysten von Forrester Research erwarten, dass 2010 gut 63 Prozent aller Online-Haushalte Breitband-Anschlüsse nutzen. Das entspräche gut 44 Prozent aller deutschen Haushalte.

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