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KI-Paradoxon

Je KI, desto misstrauischer: Nutzer verlieren Vertrauen bei wachsendem Gebrauch

22.06.2026 KI-Tools werden im Alltag häufiger genutzt, stoßen aber nicht automatisch auf mehr Akzeptanz. Eine aktuelle Erhebung zeigt ein Akzeptanz-Paradoxon, das für Anbieter, Arbeitgeber und Marketer zum Problem werden kann: Je stärker KI in Arbeit und Alltag einzieht, desto wichtiger werden Vertrauen, Transparenz und Datensicherheit.

 (Bild: PDPics / Pixabay)
Bild: PDPics / Pixabay
49 Prozent der erwachsenen US-BürgerInnen nutzen inzwischen KI-Chatbots zumindest gelegentlich, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Pew Research Center  , über die t3n   berichtet. 2024 lag der Anteil noch bei 33 Prozent. Gleichzeitig glauben nur 16 Prozent der Befragten, dass künstliche Intelligenz in den kommenden 20 Jahren einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben wird.

Besonders deutlich zeigt sich der Widerspruch bei jungen NutzerInnen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen verwenden 66 Prozent KI-Chatbots, zugleich erwartet fast jede zweite befragte Person dieser Gruppe negative gesellschaftliche Folgen. Damit ist die jüngste Erwachsenen-Gruppe laut Pew nicht nur besonders nutzungsstark, sondern auch besonders skeptisch.

Für Unternehmen ist das ein Warnsignal: Hohe Nutzungszahlen allein belegen noch keine stabile Akzeptanz. ChatGPT von OpenAI   bleibt laut t3n mit 44 Prozent Nutzung der bekannteste Dienst, vor Angeboten wie Google Gemini   und Microsoft Copilot  . Entscheidend wird aber, ob Anbieter und Unternehmen Vertrauen in Nutzen, Datenverarbeitung und Verantwortlichkeit schaffen können.

Laut Pew erwarten 40 Prozent der US-Befragten negative gesellschaftliche Auswirkungen durch künstliche Intelligenz. Auch für das eigene Leben überwiegt die Skepsis: 31 Prozent rechnen mit persönlichen Nachteilen, während etwa ein Viertel positive Effekte erwartet.

Die Vertrauenskrise betrifft nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Institutionen dahinter. 67 Prozent der Befragten haben laut t3n wenig oder gar kein Vertrauen in die US-Regierung, die Entwicklung künstlicher Intelligenz wirksam und sicher zu regulieren. 61 Prozent vertrauen den Unternehmen hinter den Systemen nicht, wenn es um verantwortungsvolle und sichere Entwicklung geht.

Hinzu kommt die Sorge um persönliche Daten. 71 Prozent der Befragten gehen laut Bericht davon aus, dass ihre Daten durch den Einsatz künstlicher Intelligenz unsicherer werden. Für Anbieter von KI-Produkten, aber auch für Marken, die KI in Kommunikation, Service oder Commerce einsetzen, wird Vertrauen damit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Für Marketer liegt darin eine klare Konsequenz: KI-Kommunikation darf sich nicht nur auf Produktivität, Automatisierung und neue Funktionen konzentrieren. Wer KundInnen, Mitarbeitende oder GeschäftspartnerInnen überzeugen will, muss erklären, wie Daten geschützt, Entscheidungen nachvollziehbar gemacht und menschliche Kontrolle gesichert werden.
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