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Markenhersteller sagen Einzelhandel online den Kampf an

28.09.2005 (iBusiness) Mit Louis Vuitton hat der erste Luxusmodehersteller angekündigt, seine Markenware auch in Europa online anzubieten und erklärt damit das klassische indirekte Vertriebsmodell für tot. Der 'Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels' (BTE) fürchtet die Pleite der Einzelhändler und fordert Markenlieferanten auf, keine eigenen Onlineshops zu betreiben.

In einer jetzt veröffentlichten Erklärung appelliert der BTE   an alle Markenlieferanten, keine eigenen Online-Shops zu betreiben. Vielmehr sollten Markenhersteller auf ihren Websites auf die eigenen Handelspartner verweisen oder verlinken.

Es dürfte nicht sein, dass der Hersteller durch seinen virtuellen Shop dem Einzelhandel vor Ort Konkurrenz macht. Absolut unakzeptabel sei es darüber hinaus, wenn im Internet aktuelle Ware vor Saisonende vom Hersteller unter dem regulären Verkaufspreis angeboten würde. Ein reiner Online-Abschleuse-Shop für Altware dürfte dagegen von den meisten Handelspartnern toleriert werden.

Erst einige Tag vor diesem Aufruf der Einzelhändler hatte der französische Luxusmode-Hersteller Louis Vuitton der Financial Times Deutschland angekündigt  , dass er in Zukunft seine Produkte in Eigenregie online auch in Europa verkaufen will. Die Begründung des Geschäftsführers Serge Brunschwig: "Die Geschäftsfilialen liegen nicht immer günstig für unsere Kunden."

Unter Umständen könnte von diesem Vorstoß des französischen Markenartiklers Signalwirkung auch auf andere Markenhersteller ausgehen. Bisher haben viele Hersteller vor allem deshalb gezögert, in den Direktvertrieb einzusteigen, weil in Deutschland der stationäre Handel mächtiger als anderswo erscheint.

Die Marketing-Branche ist gespalten. Diejenigen, die von der Implementation von Onlineshops leben, bestärken die Markenartikler in ihren Onlinekampagnen. Ihr Argument: Der Konsument wolle direkt kaufen. Zudem sei das Internet billiger und im Direktvertrieb könne die Industrie bessere Margen erzielen. Andere warnen davor, den indirekten Vertrieb zugunsten des direkten aufzugeben. Marken bräuchten Inszenierung, das Internet habe mit seiner Vergleichbarkeit den Trend, Margen durch Preiskampf zu nivellieren. Der gewonnene Extragewinn könnte so schnell wieder aufgefressen werden - bei gleichzeitiger Beschädigung des Markenkerns.

Thema: Markenhersteller sagen Einzelhandel online den Kampf an

Kommentar von UKL

Weg mit alten Zöpfen

Mit Louis Vuitton hat nun der erste Luxusmodehersteller angekündigt, seine Markenware auch in Europa online anzubieten. Der Einzelhandel zeigt sich empört. Dabei folgen die Markenhersteller lediglich marktwirtschaftlichen Regeln. Sei es, um den Wünschen von Kunden nachzukommen, die bequem von zu Hause einkaufen wollen oder um das eigene Überleben am Markt zu sichern. Raum dürfte dabei für beide Vertriebswege vorhanden sein. Denn Kunden, die sich teure Markenprodukte leisten wollen, suchen sicherlich auch das sinnliche Einkaufserlebnis vor Ort. Wer keine Gelegenheit dazu hat, wird sich über die Möglichkeit des Interneteinkaufs freuen.

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