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Studie: Markenartikler brauchen künftig keine Onlinewerbung mehr

von sr

05.12.2006 Die Websites von Markenartiklern verfügen in den USA über eine zunehmend größere Online-Reichweite als die Internet-Angebote von traditionellen Portalanbietern oder General-Interest-Sites. Ihre Investitionen in Onlinewerbung können Markenartikler damit eigentlich getrost zurückfahren. Nicht zuletzt, weil die meisten Besucher weder über Bannerwerbung noch Suchmaschinenanzeigen auf Marken-Websites aufmerksam werden.

Die Websites von Markenartiklern gewinnen in den USA zunehmend an Bedeutung. Das berichtet das US-amerikanische Online-Magazin Advertising Age   unter Berufung auf eine Analyse des Marktforschungsinstituts Comscore   . Demnach haben Markenartikler auf ihren Online-Angeboten bald mehr Internetnutzer im Monat als viele Verlagsportale. Also genau dort, wo sie ja eigentlich Onlinewerbung buchen, um mehr Traffic für ihre Sites zu generieren.

Die US-Website von Unilever   kommt der Untersuchung zufolge auf drei Millionen Besucher im Monat. Procter & Gamble   schafft jeden Monat sogar fast sechs Millionen Unique Visitors. Damit erreicht die Marken-Website 3,3 Prozent aller US-amerikanischen Internetnutzer.

Dieser Anteil ist mehr als doppelt so hoch als die 1,3 Prozent Marktanteil, den (als Top-Spender) Procter & Gamble am US-amerikanischen Werbemarkt hat. Und neunmal so hoch wie der Anteil von Procter & Gamble am US-Markt für Online-Werbung.

Ebenfalls interessant: Dem Bericht nach sind die Besucher von Marken-Websites weitaus kommunikativer als der durchschnittliche US-amerikanische Internetnutzer. So sind Besucher von Marken-Websites wichtige Multiplikatoren im Bereich Empfehlungsmarketing. 40 Prozent der Besucher von Marken-Websites, die per E-Mail bereits einmal Kontakt mit Marke oder Unternehmen hatten, empfehlen dem Bericht zufolge auch Produkte weiter. Um von dieser Tatsache zu profitieren, sollten Unternehmen auf ihren Corporate- und Marken-Websites unbedingt möglichst oft ihre Nutzer einbinden: beispielsweise über Blogs.

Der meiste Traffic auf Corporate- und Marken-Sites kommt übrigens über EMail-Marketing zustande. Der Berichterstattung nach bekommen Marken-Websites immer dann stark steigende Zugriffszahlen, wenn kurz zuvor ein Newsletter verschickt wurde. Ein weiterer Teil wird auf Marken-Websites über traditionelle Onlinewerbung wie Banner oder Flash-Layer aufmerksam. Das Geld für Suchmaschinen-Marketing können sich Markenartikler dagegen sparen: Dem Bericht zufolge kommt kaum ein Besucher über Suchmaschinen-Anzeigen auf eine Marken-Website.
Thema: Studie: Markenartikler brauchen künftig keine Onlinewerbung mehr

Kommentar von Joachim Graf

Ein sehr gefährlicher Trend

In diese Studie muß man etwas tiefer einsteigen, um ihr wahres Gefahrenpotential vor allem für die online-aktiven Verlage zu erkennen. Wenn das, was da analysiert wurde, von den USA nach Deutschland schwappt (wovon ich ausgehe), dann bedeutet das nicht mehr und nicht weniger als das Ende des Geschäftsmodells 'Onlinewerbung'.

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 (jg)
Bild: jg
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