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Bereits jeder vierte Neukunde kommt über das Internet
21.11.2005 (iBusiness) Der deutsche E-Commerce verzeichnet zehn Jahre nach dem Start Rekordumsätze. Inzwischen setzen die Webshops in Deutschland Waren im Wert von 6,1 Milliarden Euro um, gut 24 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Doch auch außerhalb des direkten Umsatzes hilft das Internet beim Umsatz. Jeden vierten Neukunden gewinnt der Versandhandel bereits im Internet, wie eine Branchenstudie herausgefunden hat.
Zusammen mit den elektronischen Dienstleistungen wie etwa Touristikbuchungen, Finanzdienstleistungen, Versicherungsabschlüssen und Softwaredownloads soll der gesamte ECommerce-Umsatz mit Waren und Dienstleistungen im Jahr 2005 einen Wert von 18,1 Milliarden Euro erreichen, so die Prognose des ECommerce-Ausschussvorsitzenden im bvh, Thomas Lipke.
Laut dem BVH ist E-Commerce für die deutschen Versender nicht nur ein immer bedeutender werdender Absatzweg, sondern auch ein elementares Mittel zur Neukundengewinnung. Der Branchenverband hat über eine Umfrage bei seinen Mitgliedsunternehmen ermittelt, dass inzwischen 23,1 Prozent aller Neukunden im Jahr über das Internet gewonnen werden. Der Anteil der Onlinekäufer an den Unternehmensstammkäufern hat sich bei den Versendern inzwischen auf 29,9 Prozent erhöht. Der Onlinekauf ist im Konsummuster der Deutschen sei inzwischen fest etabliert, so das Ergebnis der Analysten.
Die derzeitige Lage im E-Commerce schätzen nach Angaben der BVH-Mitgliedsunternehmen 87 Prozent als sehr gut und 13 Prozent als gut ein. Gefragt nach ihren Erwartungen bezüglich der zukünftigen Geschäftsentwicklung in diesem Bereich haben 45 Prozent der Befragten mit 'besser' und 55 Prozent mit 'gleich bleibend' geantwortet. Ihre Investitionen im E-Commerce zu verstärken planen sogar 40 Prozent, 60 Prozent wollen das Investitionsvolumen immerhin auf gleichem Niveau halten.
Laut dem Verband ist E-Commerce ein strategischer Wachstumsfaktor und elementarer Bestandteil des Versandhandels. Auch in Zukunft habe der Versandhandel noch deutliche Steigerungen in diesem Geschäftsfeld zu erwarten, so die Analyse. Potenzial gebe es genug, denn bei den Onlinekäufern seien noch lange nicht alle Bevölkerungsgruppen einbezogen. So seien noch immer vor allem Faktoren wie Alter, Stellung im Erwerbsleben und Bildungsniveau von entscheidender Bedeutung bei der Onlinenutzung.
Nach wie vor gelte aber, dass auch in Zukunft der Katalog elementarer Bestandteil des Versandhandelsgeschäftes ist. "Der Katalog ist ein ständig verfügbares Nachschlagewerk für den Kunden und wichtiger Impulsgeber für das Onlinegeschäft", so Lipke. "Die verschiedenen Bestellwege haben unterschiedliche Stärken und ergänzen sich, um Einkaufen so einfach und bequem wie möglich zu machen."
Besondere Perspektiven sieht die Branche auch im digitalen interaktiven Fernsehen, dem T-Commerce: Ziel sei es, Fernsehzuschauern über einen digitalen Rückkanal zu ermöglichen, Waren direkt über die Fernbedienung zu bestellen. "Die Reichweite und Emotionalität des Fernsehens bietet einen immensen Handlungsspielraum für kommerzielle Aktivitäten", wagt Lipke einen Blick in die Zukunft. Die Marktführer Neckermann, Otto und Quelle haben bereits während der Internationalen Funkausstellung in Berlin entsprechende Anwendungen vorgestellt.
