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DVD-Verleih über das Internet wächst rapide
22.11.2005 (iBusiness) Mehr als 40 Prozent aller DVDs sollen laut einer aktuellen Studie im Jahre 2009 in Deutschland über das Internet ausgeliehen werden. Der traditionelle Videoverleih wartet ab.
Der mittels Online-DVD-Verleih generierte Umsatz soll laut den Analysten mehr als eine Milliarde US-Dollar betragen. In absoluten Zahlen bedeutet dies: in Europa werden 2005 rund 45 Millionen DVDs per Post an Kunden versandt, in den USA sind es laut Studie bereits über 381 Millionen.
Aktuell leihen laut den Analysten bereits mehr als 4,5 Millionen US-Amerikaner und fast eine Million Europäer ihre DVDs über das Internet aus. Sie verzichten damit auf den Gang zur Videothek und nutzen die Möglichkeit, bequem von zu Hause aus zu bestellen.
Laut Golmedia sollen die Erfolge beim Online-verleih und die sinkenden Umsätze im stationären Geschäft die traditionellen Videoverleiher wachgerüttelt haben und sie nun dazu zwingen, ihre Strategien zu überdenken. So liberalisierte die größte US-amerikanische Verleihkette Blockbuster bereits Anfang 2004 ihre Preispolitik und begann schließlich 2005, selbst ins Online-Verleihgeschäft einzusteigen.
In Deutschland steht man der Entwicklung bisher noch gelassen gegenüber: "Online-Verleih hat in den letzten Jahren einen gewissen Marktanteil gewonnen. Trotzdem halte ich es für wenig sinnvoll, daraus ein unendliches Wachstum für die nächsten Jahre zu prognostizieren", weist IVD-Vorstandsmitglied Jörg Weinrich die Wachstumsprognose für Deutschland zurück. Diese Verleihformen seien eher eine Ergänzung des traditionellen Video-Verleihs vor Ort. Insbesondere in ländlichen Orten mit weniger als 10.000 bis 15.000 Einwohnern, in denen es selten Videotheken gebe.
"Zudem haben aufgrund des Jugendschutzues nicht in allen Videotheken Kinder und Jugendliche den Zugang zu Videofilmen", so Weinrich. Das gemeinsame Aussuchen eines Filmes könne dann die Familie über das Internet erledigen. Ein Schwerpunkt der Vermietung in Online-Videotheken, die meist über Wunschlisten läuft, sei das Back-Programm. "Aktuelle Filme werden hingegen eher in der herkömmlichen Videothek vor Ort geliehen". Der Interessenverband des Video- und Medienhandels in Deutschland e.V. vertritt nach eigenen Angaben über 80 Prozent der 4.140 deutschen Videotheken.
Screen Digest-Analyst Angus Wood ist in diesem Punkt anderer Meinung: "Online-DVD-Verleiher haben keine Lagerprobleme wie die stationären Dienstleister und können eine viel breitere Auswahl an DVDs bereithalten". Das Ausleihen von Videos erhielte durch die Vielfalt des Angebots und das unkomplizierte und bequeme Bestellen eine ganz neue Qualität".
Laut Goldmedia gilt der DVD-Verleih im Internet allgemein als Wegbereiter für Video-on-Demand. Zwar seien viele Online-Verleiher durch die Existenz eines festen Kundenstamms neuen Anbietern von VoD-Diensten im Vorteil. Gleichzeitig seien deren Kunden gewohnt, Filme über das Internet auszuwählen und vor allem bereit, für das Kinoerlebnis in den eigenen vier Wänden zu bezahlen, was ideale Voraussetzungen für Video-on-Demand darstelle.
Die Analysen zum US-amerikanischen Markt stammen vom Kooperationspartner Adams Media Research.
