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Deutsche verbringen inzwischen bereits zehn Stunden mit Medien
18.05.2006 (iBusiness) Zehn Stunden täglich verbringen die Menschen in Deutschland inzwischen mit den Medien. Gegenüber dem Jahr 2000 ein Zuwachs von über eineinhalb Stunden.
Fernsehen ist laut den Analysten klassische Spätnachmittag-/Abendbeschäftigung. 165 Minuten entfallen hier auf die Zeit ab 17.00 Uhr. Hörfunk bleibt dageben tagesbegleitend, mit Schwerpunktzeiten bis 17.00 Uhr. Danach verringert sich die Hörzeit auf rund 40 Minuten. Das Internet hat über alle Zeitzonen des Tages an Nutzungszeit hinzugewonnen.
Insgesamt verbringen die Bundesbürger ab 14 Jahren laut den Analysten im Durchschnitt von Montag bis Sonntag 600 Minuten mit Medien. Spitzenreiter sind dabei Hörfunk und Fernsehen 221 bzw. 220 Minuten. Tonträger - von Kassette bis MP3-Player kommen auf 45 Minuten. Auf das Internet entfallen 44 Minuten.
Beim Internet zeigt sich laut Untersuchung eine starke Einbettung der Nutzung während der Freiziet und Produktion wie auch die Doppelrolle der häuslichen und der außerhäuslichen Arbeitsplatznutzung.
Dabei nutzen die Deutschen die Medien zunehmend zeitversetzt: Laut den Analysten ist die Mediennutzung im Hörbereich inzwischen zu einem Viertel nicht mehr linear. Dieser Teil wird also nicht dann gehört, wenn die Sender ihn verbreiten, sondern die Menschen hören, wann sie es wollen.
Im Videobereich ist dieser Trend zur nichtlinearen Nutzung trotz DVD-Rekordern und persönlichen Videorekordern laut den Analysten (noch) nicht deutlich erkennbar. Die Digitalisierung von Wiedergabegeräten für Audio und Video ist aber inzwischen beim Massenpublikum angekommen, analoge Videorekorder und analoge Kassettenrekorder beginnen bereits, aus den Haushalten zu verschwinden.
82 Prozent der Befragten stimmen laut den Analysten als Einschätzung für die Medienentwicklung in den nächsten zehn Jahren dem Statement zu, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk unentbehrlich bleiben wird. Gegenüber den privatrechtlichen Sendern lägen die öffentlich-rechtlichen Sender vor allem im Bereich der politischen Information, der gesellschaftlichen Wertevermittlung und der niveauvollen Unterhaltung deutlich vorn, während bei den privaten Sendern gegenüber dem Jahr 2000 Qualitätsverbesserungen bei den alltagsrelevanten Themenbereichen sichtbar seien.
Auch wenn sich durch die technologische Entwicklung die Anzahl der Fernsehsender laut den Analysten stark erhöhe, würden gut neun von zehn Menschen davon ausgehen, dass es auch in zehn Jahren nur wenige wirklich wichtige Fernsehprogramme geben werde.
Die Ergebnisse der Studie Massenkommunikation 2005 sind im Buch Massenkommunikation VII dokumentiert. Auszüge der Studie sind in der Zeitschrift Media Perspektiven abrufbar .
