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ARD-ZDF-Studie: Nur das Internet legt in der Nutzung zu

13.09.2010 Das Zeitbudget für die Mediennutzung hat seine Grenze erreicht. Von allen Medien kann nur das Internet deutlich zulegen. Dies sind aber nur zwei Ergebnisse der aktuellen Langzeitstudie von ARD und ZDF zur Massenkommunikation 2010.

 (Bild: People of Lava)
Bild: People of Lava
Beim Durchschnitt der Bundesbürger liegen die Medien Fernsehen und Radio weiterhin an der Spitze der Mediennutzung. Zur Beruhigung der Sendeanstalten von ARD   und ZDF   ist dieses Ergebnis der gemeinsamen Langzeitstudie 'Massenkommunikation 2010'   aber kaum geeignet.

 (Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010)
Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010


Denn das Zeitbudget wächst nicht mehr, es geht eher leicht zurück: Widmeten sich 2005 die Deutschen noch 10 Stunden täglich irgendeinem Medium, sind es heute nur noch 9:43 Stunden.

Zudem nimmt selbst bei der Gesamtbevölkerung die Mediennutzung aller "Alt-Medien" (TV, Radio, Tageszeitungen, Zeitschriften, Bücher, Tonträger und Video/DVD) mehr oder weniger stark ab. Nur ein Medium zeigt eine steile Aufwärtskurve: Das Internet.

 (Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010)
Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010


Noch dramatischer verläuft die Entwicklung bei der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 29Jährigen: Bei ihnen liegt das Internet bereits dicht hinter dem Fernsehkonsum und noch vor der Radio-Nutzung. Immerhin blieb die Nutzung von Büchern in dieser Altersklasse gleich stark, während die übrigen Medien außerhalb des Netzes in unterschiedlichen Graden bei den Jungen verlieren.

 (Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010)
Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010


Verschärft wird die Entwicklung von der Abkehr von den alten Medien noch durch den Umstand, dass die Nutzung der Medien TV, Radio und Tageszeitung selbst sich zunehmend ins Netz verlagert. Bei der Altersgruppe der Jungen von 14 bis 29 Jahren ist es mit 57 Prozent bereits über die Hälfte, die diese Medien via Web konsumieren. Bei der Gesamtbevölkerung beträgt dieser Anteil 28 Prozent. Andere Aktivitäten im Internet machen mit jeweils 43 bzw. 73 Prozent einen sehr viel höheren Anteil aus. Ergo: Nutzung der Alt-Medien wandert zunehmend ins Netz ab, wo sie allerdings nur eine Ansurfstation unter vielen darstellen. Tageszeitungen etwa liest ein Drittel der Jüngeren ausschließlich online, Tendenz steigend.

Auch das Radio verliert in der Nutzergunst


 (Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010)
Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010


Dass TV und Radio bei der täglichen Nutzungsdauer der Gesamtbevölkerung "weiter vorn" liegen, wie die Autoren der Studie jubeln, ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn zumindest die Radio-Nutzung hat einen kräftigen Abschwung erfahren, während TV sein Niveau halten kann. Ansonsten auch hier das gleiche Bild: Einzig das Internet legt in der Nutzungsdauer kräftig zu, hat sich im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre verdoppelt.

 (Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010)
Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010


Noch deutlicher fällt das Bild bei den nachwachsenden Nutzern zwischen 14 und 29 Jahren aus: Bei ihnen hat das Internet mehr zeitliche Zuwendung erfahren als das Radio und liegt nur noch knapp hinter dem Fernsehkonsum. Bis auf das Buch verlieren bei den Jüngeren auch alle anderen Medien außerhalb des Netzes sehr viel deutlicher im Zeitbudget.

Hässliche Ergebnisse für Zeitschriften-Verleger


 (Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010)
Bild: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010



Besonders hässlich dürften die Ergebnisse für die Verleger von Zeitschriften ausfallen: In der Gesamtbevölkerung nehmen die Leser täglich Zeitschriften nur noch für 6 Minuten in die Hand. Bei den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren reichen dafür sogar nur 4 Minuten aus. Zum Vergleich: Die tägliche Beschäftigung mit dem Internet dauert im Durchschnitt 83 Minuten, bei den Jungen sind es bereits 144 Minuten am Tag.

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