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Nicht nutzbare Tickets und Abos: Mehrheit würde Gutscheine akzeptieren

26.03.2020 Während der Corona-Krise können tausende Unternehmen ihre Dienstleistungen nicht erbringen. Die Verbraucher zeigen Verständnis und sind offen für Alternativen. Auch die Reisewirtschaft hofft nun auf die Solidarität ihrer Kunden.

 (Bild: Igor Ovsyannykov auf Pixabay)
Bild: Igor Ovsyannykov auf Pixabay
Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Verlangsamung der Covid19-Verbreitung erfordern harte Einschnitte im Alltag der Verbraucher. In Sachen Konsum, Freizeit und Unterhaltung müssen sie sich auf ein Minimum beschränken, können Konzerte, Live-Events, Fitnessstudios und Sportvereine nicht besuchen.

Wie verständnisvoll Verbraucher auf diese Situation reagieren und was sie sich von Unternehmen in der Corona-Krise wünschen, hat Yougov   untersucht. 2.035 Personen ab 18 Jahren wurden dafür von dem Marktforschungsunternehmen vom 20. März bis 23. März 2020 bevölkerungsrepräsentativ befragt. Das Ergebnis:
  • Drei von zehn Deutschen (28 Prozent) sagen, dass sie bei abgeschlossenen Abonnements und Mitgliedschaften, die derzeit aufgrund der Krise nicht nutzbar sind, ihr Geld zurück möchten.

  • Der Hälfte der Befragten (52 Prozent) reicht es, wenn sie stattdessen Gutscheine oder ähnliche Zusatzleistungen erhalten.
Die Bereitschaft, Gutscheine zu akzeptieren, hängt deutlich vom Einkommen ab. Befragte, deren Nettoeinkommen zwischen 2.000 und bis unter 3.500 Euro beträgt, sagen häufiger (61 und 62 Prozent), dass ihnen Gutscheine oder ähnliche Zusatzleistungen als Ausgleich genügen. Diejenigen, die auf ein Nettoeinkommen von 500 bis unter 1.000 Euro pro Monat kommen, sagen das zu 41 Prozent. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich beim Kriterium Erwerbstätigkeit: Drei von fünf der Vollzeit-Erwerbstätigkeiten (58 Prozent) genügen Gutscheine, bei den Nicht-Erwerbstätigen sind es 48 Prozent.

Verzicht auf Stornierungen

63 Prozent der Deutschen haben Verständnis, wenn Unternehmen wie beispielsweise Konzertveranstalter dazu aufrufen, von einer Stornierung oder Rückerstattung abzusehen. Ein Fünftel (19 Prozent) hat kein Verständnis dafür. Wer sich stark für Politik interessiert, zeigt am ehesten Verständnis für eine solche Bitte.

Von denjenigen, die Verständnis zeigen, würden 58 Prozent tatsächlich auf eine Stornierung verzichten. Ein Fünftel (18 Prozent) würde nicht von einer Stornierung absehen.

Nutzung digitaler Angebote

20 Prozent aller Befragten würden digitale Freizeitangebote, wie Koch- oder Sportkurse oder auch Sprach- oder Musikunterricht per Video in Anspruch nehmen, 18 Prozent würden sich kulturelle Veranstaltungen als Stream ansehen. Männer sind für diese Option offener als Frauen (21 Prozent vs. 15 Prozent Frauen). Beim Altersvergleich sind es am häufigsten die 25- bis 34-Jährigen (27 Prozent), die sich kulturelle Veranstaltungen als Stream ansehen würden. Am seltensten würden dies die Befragten ab 55 Jahren tun.

Weitere Ergebnisse zum Thema "Was Verbraucher sich von Unternehmen in der Corona-Krise wünschen" gibt es hier: yougov.de/corona/unternehmen  

Reisewirtschaft bittet um Solidarität

Auch die stark betroffene Reisewirtschaft hofft auf das Verständnis ihrer Kunden und startet die Solidaritätsaktion #verschiebdeinereise  . Die Kampagne des Deutschen Reiseverbandes (DRV)   und des Deutschen Tourismusverbandes (DTV)   ruft Reisende dazu auf, ihre schon gebuchten Reisen nicht zu stornieren, sondern aufzuschieben. Ihre Hoffnung: Wenn Reisen in Absprache mit dem Reisebüro, Reiseveranstalter oder Gastgeber nicht gecancelt, sondern auf einen späteren Termin verlegt werden, bleibt die dringend benötigte Liquidität in den Unternehmen.
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