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Sicherheits-Risiko: KI darf in immer mehr Firmen unkontrolliert ans Steuer
23.01.2026 Shops, Agenturen und Marken entgleitet die Kontrolle darüber, was ihre KI-Tools eigentlich so dürfen. Es wird Zeit für bessere Governance, befindet eine Untersuchung.
93 Prozent der befragten IT- und Sicherheitsentscheider bestätigen, dass KI-Systeme bereits heute Zugriff auf Kernsysteme wie SAP, Salesforce oder ServiceNow haben. Gleichzeitig steuert jedoch nur etwa ein Viertel diese Zugriffe über klar definierte Richtlinien für KI-Anwendungen. Das schafft neue Angriffsflächen und erhöht die Risiken für Audits, Haftung und Compliance erheblich. Gerade für Unternehmen mit komplexen Systemlandschaften kann dies schnell zu hohen Kosten führen.
Fehlende Sichtbarkeit und wachsende Shadow AI
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen verfügt über keine vollständige Übersicht aller eingesetzten KI-Anwendungen. Parallel dazu nimmt der Einsatz sogenannter Shadow AI deutlich zu: 76 Prozent der Unternehmen haben unsanktionierte KI-Systeme entdeckt, häufig mit fest eingebetteten Zugangsdaten und weitreichenden Berechtigungen. Diese Werkzeuge agieren außerhalb etablierter Prozesse und entziehen sich klassischen Kontrollmechanismen.
"Viele Organisationen versuchen, Risiken durch KI-Anwendungen mit Sicherheitswerkzeugen zu kontrollieren, die für menschliche Nutzer und klassische IT-Strukturen entwickelt wurden. KI-Systeme benötigen jedoch API-basierte Kontrollen, automatisierte Governance und eine kontinuierliche Überwachung", ordnet Chris Steiner, Vice President Sales DACH bei Saviynt, die Ergebnisse ein. "Die Realität ist jedoch geprägt von fragmentierten Einzellösungen, manuellen Prozessen und fehlender Integration."
Digitale Transformation, Zero-Trust-Modelle und Compliance-Anforderungen haben die Sicherheitsagenda vieler Unternehmen über Jahre bestimmt. Mit dem zunehmenden Einsatz von KI-Systemen und KI-Anwendungen verändert sich dieser Status quo grundlegend. Wer nicht genau weiß, welche KI-Systeme mit welchen Berechtigungen agieren, verliert die Kontrolle über zentrale Prozesse. Das wirkt sich nicht nur auf die Cloud-Strategie aus, sondern unmittelbar auch auf bestehende Compliance-Frameworks.
Die Umfrageergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem viele Unternehmen KI-Anwendungen bereits produktiv einsetzen, ohne dass dafür klare regulatorische Leitplanken existieren. Das erhöht das Risiko für Audit-Fehler, Haftungsfragen und Compliance-Verstöße deutlich und macht Identity Security zu einem zentralen Handlungsfeld für Entscheider.
