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E-Commerce

Kundschaft grast, Konversionsrate auf Shop-Seiten sinkt

19.06.2023 Einzelhandels-Website-Besucher zeigen sich zunehmend ungeduldig und grasen immer schneller Inhalte ab: Sinkende Scroll-Rate sowie Schwund bei der Sitzungstiefe und Konversionsrate sind die Folge.

 (Bild: Peggy Marco/Pixabay)
Bild: Peggy Marco/Pixabay
Das ist eines der Ergebnisse des Retail Benchmark Reports 2023   von Analytics-Anbieter Contentsquare.
Die zentralen Ergebnisse des Reports:

  • Kurze Website-Sitzungen liegen im Trend

  • Der Bericht zeigt einen Trend zu kürzeren Sitzungen mit einem Rückgang von -2,3 Prozent auf durchschnittlich 5 Seitenaufrufen pro Sitzung. Auch die Sitzungsdauer, die Zeit, die pro Sitzung auf der Website verbracht wird, verzeichnet eine Abnahme bei Desktop-Nutzern von 5,9 Minuten auf 5,7 Minuten und eine Abnahme bei mobilen Nutzern von 2,9 Minuten auf 2,6 Minuten.

  • Lange Ladezeiten sind Störfaktor Nummer eins

  • Zudem sind 37 Prozent aller Retail-Website-Besuche als Frustrationserlebnis zu bewerten. Dabei sind Seiten, die länger als drei Sekunden laden, der größte Störfaktor und für Frustrationen in einer von fünf Sitzungen verantwortlich (18,6 Prozent). Mit einer Seitengeschwindigkeit von unter einer Sekunde können Unternehmen dem Report zufolge die Absprungrate um fast 4 Prozentpunkte von 47,7 auf 43,8 Prozent senken.

  • Besucher grasen Seiten ab und verlieren keine Zeit ans Mausrad

  • Die Scroll-Rate, die Aufschluss darüber gibt, wie viel vom Inhalt einer Seite ein Besucher zu sehen bekommt, ist im Einzelhandel um 2,7 Prozent erneut gesunken: von 51,6 Prozent im Jahr 2021 auf 50,2 Prozent im Jahr 2022. Der Bericht stellt heraus, dass damit in der Regel fast genau bis zur Hälfte einer Seite gescrollt wird. Tendenz: sinkend. Vor allem am Mobilgerät: Hier werden nur noch 46 Prozent der Seiten betrachtet.

"Der Trend des 'Grasens', also des schnellen Scrollens durch Webseiten, ist nicht neu, hat aber Signalwert und nimmt weiter zu", kommentiert Jörg Nottebohm , Director Sales Retail & Travel. Die Qualität der einprägsamen On-Site-Erlebnisse werde zum Differenzierungsmerkmal und erfolgskritisch: "Händler sollten vor allem Möglichkeiten zur Zeitersparnis, Effizienzsteigerung und Engagement-Steigerung überprüfen, um so teuer erkauften Traffic zu halten und zu konvertieren."

Mobile zahlt sich aus

Mehr als einen von drei Besuchen (32,1 Prozent) zog der Einzelhandel laut Report aus bezahlten Traffic-Quellen wie zum Beispiel Tik Tok, Instagram oder YouTube. Dabei steht das mobile Endgerät nicht nur bei den Besucherzahlen an erster Stelle, - drei von vier Besuchen auf Einzelhandels-Websites (73,5 Prozent) waren im Schnitt mobilen Ursprungs - sondern gewinnt auch beim Umsatz: 53,8 Prozent aller Verkäufe wurden darüber abgewickelt.

"Die Entwicklung hin zu kürzeren Sitzungen und sinkender Scroll-Rate zeigt, dass Unternehmen hochwertigen Content sowie Call-to-Actions an prominenter Stelle auf ihrer Website platzieren sollten", erklärt Nottebohm. Hierzu gehöre auch eine genaue Analyse, welche Seiten besonders relevant für die Nutzer seien: So verbrachten mobile Käufer einen weitaus größeren Teil ihrer (kürzeren) Besuche auf Kategorie-Seiten, während Desktop-Käufer mehr Zeit auf Produkt-Seiten verwendeten: Über alle Kanäle hinweg konnten die Kategorie-Seiten (32,7 Prozent) und die Suche (30,3 Prozent) die höchste Aktivitätsrate der Besucher verzeichnen.

Mit Fokus auf den Einzelhandel analysierte Contentsquare im Rahmen des globalen Digital-Benchmark-Reports mehr als 20 Milliarden Sitzungen und 100 Milliarden Seitenaufrufe auf 1493 Händler-Websites, um die Entwicklungen und Trends in der Retail-Branche aufzuzeigen.
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