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Auf Richtung Raketenwissenschaft

19.01.2018 Digitalisierte man das Fernsehen komplett, würden nicht nur die Ferseh-Werbeausgaben Richtung Web wandern. All die schönen Reichweiten würden verschwinden.

iBusiness-Analyst Sebastian Halm
Tatort, Fußball, Lindenstraße und nach Partnerinnen suchenden Landwirten sei Dank, versammeln sich die Deutschen ja immer noch zeitgleich zu Scharen vor dem Fernseher - das lineare TV wird auch lange noch nicht sterben. Aber es verliert an Reichweiten. Das hat durchaus mit der bereits stattfindenden Onlinemigration des Mediums zu tun: Wer VoD und Web-TV sieht, hockt nicht mehr vor ARD, RTL und Co. Mediaguru Thomas Koch wies gegenüber iBusiness in der Analyse Wie das Banner stirbt - und wer es ablöst auf die sinkenden TV-Reichweiten hin: "TV erleidet einen respektablen Zuschauerverlust. Wir reden von zweistelligen Verlusten an Reichweite auf Kampagnenebene - da bleibt nur Online als Substitut."

Doch Online wird TV nicht 1:1 ersetzen; selbst wenn TV eines Tages zu 100 Prozent online migriert ist. Die günstigeren Onlinereichweiten werden addiert ein geringeres Adspending-Volumen geben als TV und alle Reichweiten zusammengenommen. Die Reichweiten in der VoD-Zukunft sind granularer: Die Zuschauer sehen zeitversetzt, mehr Inhalte einer unendlich großen Auswahl, oder zu vollkommen neuen Zeitpunkten fern (etwa in der U-Bahn zur Arbeit).

Dieser vollkommen neue Mediakonsum wird eine vollkommen neue Mediaplanung erfordern. KI und Algorithmen werden hier eine zunehmende Rolle spielen. Und es wird eine Technikschlacht. Eher weniger etwas für die klassischen Vermarkter und Mediaagenturen, es sei denn, sie stellen sich viel stärker als IT-Dienstleister, Datenexperten und Computerlinguisten auf: als Dienstleister, die KI beherrschen. Mediaplanung rückt Richtung Raketenwissenschaft. Aber noch nicht heute.
Thema:

Mit Video zur Web-Herrschaft: Wie Amazon, Telekom und Google nach TV-Etats und Nutzern greifen

VoD ist im Mainstream angekommen. Fernsehen wandert langsam online. Nun greifen Amazon und Co. nach den TV-Werbe-Etats. Das ist eine Entwicklung, die auch das Onlinemarketing verändern wird. Sieben Trends für die Fernsehzukunft und ihren Impact auf Web und Ad Spendings.

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Man braucht auch künftig ein Endgerät für Bewegtbild. Das wird die einzige Konstante bleiben. Im Bild: Ein echt großes Endgerät auf der IFA 2017. (Bild: Messe Berlin)
Bild: Messe Berlin
Man braucht auch künftig ein Endgerät für Bewegtbild. Das wird die einzige Konstante bleiben. Im Bild: Ein echt großes Endgerät auf der IFA 2017.

Kommentar von Sebastian Halm

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Digitalisierte man das Fernsehen komplett, würden nicht nur die Ferseh-Werbeausgaben Richtung Web wandern. All die schönen Reichweiten würden verschwinden.

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iBusiness-Analyst Sebastian Halm (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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