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Facebook-Hype bei EU-Parlamentariern

25.11.2011 Eine aktuelle Untersuchung der TU Ilmenau   zeigt, dass der Facebook-Hype auch bei EU-Parlamentariern angekommen ist. Die meisten Abgeordneten des Europäischen Parlaments setzen für ihre Öffentlichkeitsarbeit Facebook und andere soziale Medien im Internet ein. Ein echter Dialog mit den Bürgern findet aber noch nicht statt.

Der Studie zufolge nutzen EU-Parlamentarier klassische Online-Kanäle wie eine persönliche Website (74Prozent) am häufigsten. Der meist genutzte Social Media-Kanal ist mit über 60 Prozent Facebook  . Blogs und Microblogs wie Twitter   werden aufgrund der geringeren Beliebtheit bei den Bürgern deutlich weniger eingesetzt (30 beziehungsweise 40 Prozent). Aufwändigere Formen wie das Videoportal Youtube   nutzen nur knapp 30 Prozent der EU-Abgeordneten.

Besonders Politiker der großen Fraktionen wie der konservativen EVP, der sozialdemokratischen SPE und der liberalen ALDE nutzen Social Media. Spitzenreiter sind aber die Abgeordneten der grünen Fraktion (Grüne/EFA): 92 Prozent nutzen soziale Netzwerke. Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. 95 Prozent der Parlamentarier aus Schweden und Finnland nutzen mindestens einen Social Media-Kanal, west- und osteuropäische EU-Parlamentarier liegen mit 80 Prozent knapp und südeuropäische mit 52 Prozent weit abgeschlagen dahinter. Vor allem jüngere Abgeordnete besitzen Profile in Social Media (89 Prozent).

Obwohl ein Großteil der Parlamentarier eine Facebook-Seite hat, kommunizieren die meisten nicht aktiv mit den Nutzern. Auf Nutzerkommentare reagieren nur wenige (7 Prozent) und es kommt selten vor, dass Politiker Nutzer durch Fragen oder Mitmachappelle zum Schreiben von Kommentaren auffordern. Dabei zeichnen gerade Dialog und Austausch Social Media aus. Viele Facebook-Seiten sind zudem nicht aktuell. Es scheint, als hätten die EU-Parlamentarier noch keine Strategie entwickelt, die neuen Potenziale zu nutzen.
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