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Blockchains schaffen Banken nicht ab
18.03.2016 Die Blockchain-Technologie öffnet neue Geschäftsmodelle - schafft aber bestehende nicht ab. Insbesondere die - angeblich überflüssigen - Intermediäre werden überleben.
Klingt ein bisschen wie die meisten Internet-Utopien. Freier Wissenszugang, Unzensierbarkeit und Anonymität haben sich verkehrt in manipulierte Wikipedia-Einträge, landesweite Twitter-Abschaltungen und der totalen Überwachung.
Ohne weiter grundsätzlich werden zu wollen, wird es mit Blockchains wohl ähnlich werden. Die Technik-Utopie wird weder Staaten noch Gesellschaften oder Währungssysteme umwälzen. Aus zwei Gründen: Zum einen, weil die bestehenden Systeme einfach ziemlich gut funktionieren. Und zum anderen, weil Blockchains ein sehr komplexer Gedanke sind. Geldangelegenheiten sind aber ausschließlich eine Vertrauenssache - und solange Menschen und nicht Maschinen die Finanzen regeln, sorgt der Blick in die Augen des Gegenübers bei den meisten Menschen eben für mehr Vertrauen als der Blick auf Bits und Bytes. Daran wird sich so schnell nichts ändern.
Wahrscheinlicher ist es deswegen, dass sich die Blockchain-Technologie zur Verbesserung der bestehenden Systeme einsetzen lässt. Das mag dem Utopisten weh tun, entspricht aber wohl eher der Realität.
Überall da, wo es bislang zu aufwänding und zu teuer war, Transaktionen transparent und sicher zu dokumentieren, obwohl dies eigentlich notwendig wäre, werden Blockchains neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Intermediäre werden deswegen ebenfalls nicht verschwinden. Auch eine Blockchain ist ein System, das auf Vertrauen basiert. Zum Beispiel auf dem Vertrauen, dass die Blockchain auch in 20 Jahren noch existiert.
Und da ist Solidität gefragt. Das ist die gute Nachricht für Banken. Die schlechte Nachricht: Die Einstiegshürde für potenzielle Intermediäre sinkt. Damit wächst langfristig die Konkurrenz und sinken die Renditen. Kein Wunder also, dass unsere armen Banken viel Geld investieren, um sich diese Technik zu sichern.
