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Jeder zehnte Deutsche benutzt nur ein Passwort

06.05.2021 14 Prozent der VerbraucherInnen in Deutschland würden lieber Wandfarbe beim Trocknen zusehen, als für jeden Online-Dienst ein eigenes Passwort zu erstellen.

 (Bild: TBIT/pixabay)
Bild: TBIT/Pixabay
Der Anbieter von digitaler Identitätsprüfung und Authentifizierung, Onfido zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , hat in einer internationalen Studie mehr als 4.000 Verbraucher zu ihren Passwortgewohnheiten befragt. In Deutschland nahmen 1.007 Verbraucher an der Studie teil. Die Ergebnisse zeigen, dass viele deutsche Verbraucher lieber unangenehme Alltagsaufgaben erledigen, als für jeden Dienst, der genutzt wird, ein eigenes Passwort zu erstellen. Jeder Zehnte verwendet daher immer noch dasselbe Passwort für sämtliche Logins.

Trotz allgemein bekannter Sicherheitsrisiken sind Passwörter nach wie vor der Standard für den Zugang zu Onlinediensten und für die Nutzerauthentifizierung bei Software-Anwendungen. Durchschnittlich verfügt jede Person über 100 Passwörter. Die Umfrageergebnisse von Onfido zeigen: Viele Verbraucher empfinden die Erstellung von Passwörtern als umständlich und halten es mit der Passworthygiene nicht sehr genau.

Um herauszufinden, wie lästig die Passworterstellung für Verbraucher wirklich ist, sollten die Studienteilnehmer eine Rangliste erstellen: Sie mussten zuordnen, welche Dinge sie lieber tun würden, als für jeden Onlinedienst ein eigenes Passwort zu erstellen.

Demnach würde jeder vierte Befragte in Deutschland (19 Prozent) lieber seine Steuererklärung machen und jeder sechste (15 Prozent) würde lieber in einer Warteschlange stehen, um die Kfz-Zulassung oder den Führerschein zu aktualisieren. 14 Prozent würden es sogar bevorzugen, Farbe beim Trocknen zuzuschauen und jeder Zehnte zieht eine Wurzelbehandlung vor, statt sich mit dem Thema Passworthygiene zu befassen.

Jeder zweite Verbraucher würde biometrische Verfahren nutzen

Viele Befragte sind der Überzeugung, dass eine Zukunft ohne Passwörter unmittelbar bevorsteht. Im internationalen Vergleich ist Frankreich hier besonders optimistisch: Jeder dritte Befragte (31 Prozent) aus Frankreich sagt, dass sich das Thema Passwörter in zwei bis drei Jahren erledigt haben wird. In Deutschland sind nur 13 Prozent dieser Meinung, in Großbritannien 15 Prozent und in den USA 25 Prozent.

Die Mehrheit (58 Prozent) der Befragten weltweit gibt an, dass sie biometrische Verfahren (z. B. Fingerabdruck oder Gesichtsbiometrie) anstelle eines Passworts für alle ihre Konten verwenden würden, wenn die von ihnen genutzten Marken und Dienste dies anbieten würden. Auch die deutschen Befragten sind biometrischen Verfahren gegenüber aufgeschlossen, über die Hälfte (54 Prozent) könnte sich vorstellen, biometrische Verfahren zu nutzen.

Nur jeder dritte Verbraucher (38 Prozent) in Deutschland gibt an, dass die oberste Priorität bei der Passworterstellung die Sicherheit des Passworts ist, also wie schwer das Passwort zu knacken ist. Jeder Vierte sagt, dass die Erfüllung der Anforderungen des jeweiligen Dienstes oberste Priorität hat. Für fast 13 Prozent ist die Einfachheit des Passwortes das Wichtigste und etwa jeder Zehnte sieht die Übereinstimmung mit anderen Passwörtern als vorrangig an.

Am liebsten lassen sich deutsche Verbraucher bei der Passworterstellung von folgenden Dingen inspirieren:
  • Geburtstage (22 Prozent)
  • Haustiernamen (18 Prozent)
  • Hobby (17 Prozent)
  • Namen von Familienmitgliedern (16 Prozent)
  • Jahreszeit, Monat oder Jahr (14 Prozent)
  • Titel oder Texte von Liedern (11 Prozent)
  • Mädchenname der Mutter (10 Prozent)
Jeder dritte Verbraucher in Deutschland (33 Prozent) verwendet etwa fünf Passwörter abwechselnd für alle Konten. 17 Prozent nutzen ein Passwort, das sie je nach Bedarf an die Anforderungen der Onlinekonten (Länge, Sonderzeichen) anpassen. Einer von zehn (11 Prozent) nutzt sogar immer dasselbe Passwort.

In der Umfrage wurden die Verbraucher außerdem gebeten, auf einer Skala von eins bis fünf anzugeben, in welchen Fällen sie ein komplexes aber sichereres Passwort bevorzugen und wann sie einem unsicheren, aber einprägsamen Passwort den Vorrang geben. Vor allem bei Bankgeschäften (60 Prozent), Kryptowährungsbörsen (51 Prozent), Smart Home-Anwendungen (46 Prozent) und beruflich genutzter Software (39 Prozent) entschieden sich viele der Befragten aus Deutschland für "komplex und sicher". Am wenigsten Wert auf ein komplexes, sicheres Passwort legen sie bei Online-Modehändlern (20 Prozent), Online-Supermärkten (19 Prozent) und Essenlieferdiensten (18 Prozent).

(AutorIn: Christina Rose )

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