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Deloitte: 2011 mehr Granularisierung im Technologie- und Telekommunikationssegment

18.01.2011 Das Jahr 2011 bringt laut den 'TMT Predictions 2011' von IT-Berater Deloitte in den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation vor allem ein hohes Maß an Diversifikation. Das betrifft beispielsweise die zunehmende Vielfalt verkaufter Endgeräte wie Netbooks, Laptops, Smartphones und Tablets als neuer Geräteklasse. Aber auch die steigende Zahl an unterschiedlichen Betriebssystemen und Prozessortypen trägt zur wachsenden Komplexität in den ITK-Industrien bei.

WLAN wächst, so Deloitte  , stärker als andere mobile Netztechnologien und wird mit 3G und LTE künftig eine sich ergänzende Kombination bilden. Andererseits werden im Mediensegment Klassiker wie das TV oder der herkömmliche 30-Sekunden-Werbespot weiterhin eine dominierende Rolle spielen.

Die zunehmende Diversifikation von Endgeräten und Netztechnologien macht den Markt nicht nur für den Endverbraucher komplexer, insbesondere die IT-Abteilungen in Unternehmen werden zunehmend vor größere Herausforderungen gestellt

Telekommunikation: Kein Durchbruch für LTE in 2011

Nach den Frequenzauktionen im Vorjahr steht mit LTE (Long Term Evolution) die vierte Generation des Mobilfunks in den Startlöchern. Im Jahr 2011 wird sich diese jedoch noch nicht flächendeckend durchsetzen. Die Netze sind noch im Aufbau begriffen, die Lizenzinhaber werden sich hier zunächst auf Gebiete ohne DSL-Versorgung konzentrieren. Zudem stehen geeignete Endgeräte in 2011 nur begrenzt zur Verfügung.

WLAN ergänzt Breitband-Mobilfunk

Nach Deloitte-Prognose wird das via WLAN übertragene Datenvolumen kurzfristig deutlich schneller wachsen als das genutzte Volumen klassischer Mobilnetze. Maßgeblich dafür sind unter anderem die steigende Zahl WLAN-fähiger mobiler Endgeräte sowie die deutliche Zunahme öffentlicher Hotspots. Das Wachstum des Datenvolumens wird unter anderem getrieben von der vermehrten Nutzung von Videodaten über mobile Endgeräte. Künftig werden sich WLAN-Kapazitäten sowie 3G und LTE-Netze ergänzen, um die steigenden Datenmengen bewältigen zu können.

Technologie: Diversifizierung bei Endgeräten und Siegeszug der Tablets

Eine zunehmende An- und Vielzahl von Endgeräten wird die verschiedenen Infrastrukturen nutzen. Stationäre PCs werden weiter an Bedeutung verlieren und durch Netbooks, Laptops und Smartphones ergänzt beziehungsweise ersetzt. Eine Konsequenz ist die steigende Zahl an Betriebssystemen und Prozessortypen. Unternehmen müssen sich mit immer heterogeneren IT-Umgebungen auseinandersetzen. Das Jahr 2011 steht jedoch im Zeichen der Tablets. Diese erobern nach den privaten Nutzern nun den gewerblichen Bereich: Mehr als 25% der verkauften Geräte werden nach einer Deloitte-Schätzung von Unternehmen angeschafft, vornehmlich für Mitarbeiter im Außendienst sowie für den mobilen Abruf umfangreicher Grafik- und Datenanwendungen (z.B. digitale Produktkataloge).

Diversifikation der Betriebssysteme nimmt zu

Nach Deloitte-Prognose werden sich mindestens fünf mobile Betriebssysteme dauerhaft etablieren. Dabei wird keines den Markt beherrschen, eine Konsolidierung ist ebenfalls nicht zu erwarten. Diese Vielfalt führt zwar zu zunehmender Komplexität für Endnutzer und IT-Abteilungen, bietet gleichzeitig aber auch Vermarktungs- und Positionierungschancen für TK-Unternehmen und Hardware-Anbieter.

Medien: TV als Super-Medium

Trotz wachsenden Absatzes neuer Endgeräte und starker Parallelnutzung von Medien bleibt TV das dominante Medium. So beträgt der TV-Anteil am deutschen Werbemarkt fast 50% und ein Schrumpfen des Marktanteils ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Hybride Anwendungsmöglichkeiten eröffnen dem Fernseher noch weiteres Entwicklungspotenzial. Chancen bieten sich dadurch insbesondere für Rundfunkanbieter sowie Aggregatoren (TK-Unternehmen und Kabelanbieter), die über umfangreiche Inhalte verfügen und entsprechende Skaleneffekte nutzen können.

Content - Push schlägt Pull

Lineares Fernsehen (Push) wird auch 2011 den Medienkonsum dominieren. Die Möglichkeiten zur aktiven Programmgestaltung (Push) werden nur sukzessive genutzt. Dies liegt u.a. an Einschränkungen der gewohnten Nutzung in Bezug auf Speicherung, Vorwärtsspulen etc. Für das traditionelle Geschäftsmodell der Werbefinanzierung ist dies von Vorteil: Dem klassischen 30-Sekunden-Werbespot droht keine Gefahr.

Social Media

Die Mitgliederzahl sozialer Netzwerke nimmt weiterhin rasant zu und wird 2011 erstmals die Milliardengrenze übersteigen. Die Werbevolumina können dieser Entwicklung (noch) nicht folgen. Mit weniger als US$ 4 Mrd. wird der Anteil sozialer Netze am weltweiten Werbemarkt weiterhin unter einem Prozentpunkt liegen. Die zunehmende Vernetzung und hybride Gerätenutzung (z.B. Bewegtbild und Kommunikation) allerdings sorgen grundsätzlich für weiteres Potenzial, auch für die Werbefinanzierung der sozialen Netzwerke.
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